Kommentar
Personalausbau bei der Luzerner Polizei muss jetzt vorangetrieben werden

Die guten Zahlen der Kriminalstatistik 2020 täuschen: Die Personalsituation bei der Luzerner Polizei ist nach wie vor zu knapp. Aufwendige Ermittlungen im Drogenmilieu oder gegen die Internetkriminalität bleiben auf der Strecke.

Alexander von Däniken
Alexander von Däniken
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Mehr Fälle aufgeklärt und mehr Präsenz gezeigt: Die Luzerner Polizei hat auch im Coronajahr gut funktioniert, wie ein Blick in die aktuelle Kriminalstatistik zeigt. Und wenn darüber hinaus auch noch in einem Jahr 10'000 Überstunden abgebaut werden konnten, kann von einem vermeintlich perfekten Polizeijahr gesprochen werden. Doch wie immer hat alles zwei Seiten. So mussten zwischenzeitlich Polizeiposten geschlossen werden, und es bleiben noch 20'000 Überstunden auf dem Konto.

Ausserdem zeigt die Statistik meistens nur jene Fälle, welche die Polizei auch tatsächlich bearbeitet hat. So tauchen Delikte von häuslicher Gewalt erst dann auf, wenn die Polizei davon Kenntnis erhält. Und Ermittlungen im Drogenmilieu oder gegen die Internetkriminalität werden nur dann aufgenommen, wenn es die personellen Ressourcen erlauben. Klar ausgewiesen ist hingegen die Polizeidichte. Und die ist mit nun 602 Einwohnern pro Polizist noch immer zu schlecht. So hat sich Luzern im schweizweiten Vergleich gerade einmal um einen Platz auf Rang 19 verbessert.

Dass das noch nicht reicht, sagt auch Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker. Er versichert, mit dem Sicherheitszentrum Rothenburg ab 2028 laufende Gebäudekosten sparen zu können, damit mehr Geld fürs Personal bleibt. Mit Blick auf den schon einmal verzögerten Personalausbau heisst das aber noch gar nichts. Hier braucht es verbindliche Zusagen.