Kommentar
Schliessung des Luzerner Corona-Testzentrums: Hier wird am falschen Ort gespart

Der Kanton Luzern schliesst sein letztes Testzentrum. Wirtschaftlich ist diese Massnahme zwar nachvollziehbar, und dennoch ist sie nicht der Weisheit letzter Schluss.

Cyril Aregger
Cyril Aregger
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Bald ist hier Schluss: Im «Drive-in»-Testzentrum auf der Luzerner Allmend.

Bald ist hier Schluss: Im «Drive-in»-Testzentrum auf der Luzerner Allmend.

Bild: Eveline Beerkircher, 22.10.2020

Der Kanton Luzern schliesst am 26. März sein letztes Drive-in-Testzentrum. Auf der Allmend führen 14 Personen derzeit bloss noch rund 60 Tests pro Tag durch – Tendenz sinkend. Angesichts der Zahlen ist die Schliessung nachvollziehbar, zumal die Möglichkeit besteht, das Zentrum schnell wieder hochzufahren und es genügend Testalternativen gibt.

Es gibt aber auch Zahlen, die den Entscheid der Gesundheitsdepartements von Guido Graf anders bewerten lassen: Beim Anteil der positiven Tests liegt Luzern schweizweit an der Spitze. Die Positivitätsrate betrug am Montag über 10 Prozent und war somit doppelt so hoch wie der Schweizer Durchschnitt von knapp unter 5 Prozent. Auch die anderen Zentralschweizer Kantone weisen deutlich tiefere Zahlen auf als Luzern, Zug ist mit seinen rund 2 Prozent gar schweizweit an der Spitze. Eine Rate von unter 5 Prozent ist auch einer der bundesrätlichen Richtwerte für Lockerungen der Coronamassnahmen.

Mit der Schliessung wird am falschen Ort gespart. Im Kanton Luzern sollte bei Verdachtsfällen häufiger getestet werden, um die Positivitätsrate – und somit die Dunkelziffer der Corona-Ansteckungen – zu senken. Finden Test-Aufrufe Gehör, wird auch das Zentrum wieder besser ausgelastet. Und: Je mehr Fälle entdeckt werden, je tiefer die Positivitätsrate sinkt, desto höher ist auch die Chance auf weitere Öffnungen. Bringen die ab April geplanten Tests in Firmen den gewünschten Effekt, kann das Zentrum immer noch geschlossen werden.