Kommentar
So schön, weil so unerwartet

René Barmettler
René Barmettler
Merken
Drucken
Teilen

Bild: Marc Schumacher

Die Zentralschweiz musste im Fussball und Eishockey lange darben. Nun feiert sie im 2021 gleich drei Titel. Der EV Zug wird Schweizer Meister. Danach kommt der FC Luzern an die Reihe, und das gleich doppelt: zuerst die Männer, die im Cupfinal den FC St.Gallen besiegen. Und nun die Frauen, die ebenfalls die Cup- Trophäe mit nach Hause bringen

Der Cupsieg der FCL-Frauen ist auch deshalb so schön, weil er so unerwartet kommt. Die Rollen vor der Partie gegen den FC Zürich waren klar verteilt. Zürich, die Nummer zwei der Schweiz, holte in der Meisterschaft 34 Punkte mehr als Luzern, das die Saison auf Platz sechs beendete.

Mit 60 Gegentoren ist der FCL das zweitschlechteste Team der Women’s Super League. Unter anderem verliert Luzern im September daheim gegen Zürich 2:8. Danach wird die Abwehr neu ausgerichtet, und siehe da: Im November gewinnt Luzern in Zürich 2:0. Das Selbstvertrauen kehrt allmählich zurück.

Im Cup-Halbfinal verdrängt Luzern die favorisierten Baslerinnen aus dem Wettbewerb. Und jetzt hat auch der FCL seine Cup-Sieger-Girls. Glenn Meier, der Trainer, hat sein Team auf dieses Ereignis auch in mentaler Hinsicht hervorragend eingestellt. Nun verlassen er und die beiden Topstürmerinnen Irina Pando und Svenja Fölmli den FC Luzern. Das Trio hinterlässt im schönsten Moment der Vereinsgeschichte eine grosse Lücke.