Kommentar
Die Stadt Luzern machts vor – Schwangerschaftsurlaub sollte schweizweit eingeführt werden

Der Luzerner Stadtrat geht mit gutem Beispiel voran und will das SP-Anliegen für einen vorgeburtlichen Mutterschutz umsetzen. Doch eigentlich bräuchte es eine bundesweite Lösung.

Beatrice Vogel
Beatrice Vogel
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Es bedeutet schlichtweg eine Angleichung an die Realität, dass der Luzerner Stadtrat einen dreiwöchigen Schwangerschaftsurlaub vor dem berechneten Geburtstermin für Verwaltungsangestellte einführen will. Denn die Mehrheit der schwangeren Frauen ist schon einige Zeit vor der Niederkunft nicht mehr arbeitsfähig und wird Wochen vor der Geburt des Kindes krankgeschrieben. Es kommt deshalb nicht von Ungefähr, dass SP-Politikerinnen einen Mutterschutz vor der Niederkunft nicht nur auf kommunaler, sondern auch auf kantonaler und nationaler Ebene fordern.

Ein vorgeburtlicher Mutterschutz kann sich positiv auf die Geburt, die Erholung im Wochenbett und die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken. Die schwangere Frau kann sich dadurch in Ruhe auf die Geburt vorbereiten. Aber auch für die Stadt als Arbeitgeberin hat ein Schwangerschaftsurlaub Vorteile: Weil der Rückzug der Angestellten aus dem Arbeitsalltag damit besser planbar ist, kann frühzeitig für eine qualifizierte Stellvertretung gesorgt und die Arbeit geregelt übergeben werden.

Zu hoffen ist, dass der Schwangerschaftsurlaub dereinst schweizweit eingeführt wird. Damit bestünde eine gesetzliche Grundlage auch hinsichtlich des Erwerbsersatzes. Die Schweiz könnte sich dann zu den fortschrittlichen Staaten zählen, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht – sofern sie sich auch irgendwann zur Einführung einer Elternzeit durchringen kann.

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