Kommentar

Stinkende Schweineställe: Bauern nicht zu Buhmännern machen

Der Geruch von Schweineställen sorgt in manchen Luzerner Dörfern für Unmut. Mit einem einzigartigen Geruchsprojekt will die Gemeinde Hohenrain den Ursachen auf den Grund gehen.

Dominik Weingartner
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Dominik Weingartner

Wer auf dem Land lebt, kennt es: Landwirtschaft riecht. Im Kanton Luzern geht es oft um unangenehme Gerüche, die den Schweineställen entweichen – im Säulikanton Nummer eins der Schweiz leben mehr Schweine als Menschen. Und die Gerüche bergen Konfliktpotenzial. In Meggen musste ein Schweinebauer sogar seine Säue verkaufen, weil ein zugezogener Nachbar klagte (wir berichteten).

Diesem Szenario will die Gemeinde Hohenrain entgehen. Dort werden rund 15'000 Schweine gehalten, was teils für Unmut in der Bevölkerung sorgt. Mit einem schweizweit einzigartigen Geruchsprojekt will die Gemeinde herausfinden, welche Ställe für den Gestank verantwortlich sind und was die betroffenen Bauern gegen die Gerüche unternehmen können.

Der Ansatz der Gemeinde ist lobenswert. Im besten Fall können die Bauern mit den stärksten Emissionen gezielt Massnahmen gegen die unangenehmen Gerüche ergreifen. Die Bevölkerung wäre zufrieden und die Bauern könnten weiterhin Schweine halten. Im schlimmsten Fall müssen aber einzelne Bauern ihren Betrieb schliessen – das Luftreinhaltegesetz ermöglicht solch drastische Massnahmen. Dies muss aber möglichst verhindert werden. Schliesslich wurde der Bau der Ställe einst bewilligt. Die Problematik ist auch eine Ausgeburt des wachsenden Siedlungsdrucks. Darunter sollten nicht die Bauern leiden, die dort schon lange wirtschaften. Und wer auf dem Land leben will, sollte wissen: Manchmal stinkt's.