Kommentar zum Bushub Ebikon
Jetzt braucht es eine breit abgestützte Lösung

Die Gemeinde Ebikon und der Kanton Luzern wollen das Ende des Bushub-Projekts in eine «Chance» umdeuten. Das ist aber nur möglich, wenn beim Neustart alle mit im Boot sind.

Simon Mathis
Simon Mathis
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Ein Entscheid sorgt für Aufregung: Nach gut zehnjähriger Planung wird das Projekt Bushub Ebikon fallengelassen – nachdem das Kantonsgericht der Beschwerde dreier Privatpersonen Recht gegeben hat. Die Justiz kommt zum Schluss, dass die Auswirkungen auf Lärmemissionen und Verkehrsbelastung zu wenig klargemacht wurden. Ein bitteres Ende für ein schon lange umstrittenes Vorhaben.

Das Bushub-Provisorium am Bahnhof Ebikon bleibt nun wohl über Jahre so bestehen.

Das Bushub-Provisorium am Bahnhof Ebikon bleibt nun wohl über Jahre so bestehen.

Bild: Roger Grütter (Ebikon, 13. April 2022)

Das jetzige Provisorium bleibt also bestehen, bis eine neue Lösung gefunden ist. Das wird bestimmt Jahre dauern. Eine unbefriedigende Situation für alle. Die Passagiere stehen wegen der fehlenden Überdachung im Regen, die Chauffeure des «1er»-Busses müssen am Bahnhof ständig ab- und wieder andrahten, und die Gemeinde Buchrain sieht sich um ihren besseren Anschluss zur Stadt Luzern geprellt.

In der Verantwortung stehen die Gemeinde Ebikon und der Kanton Luzern. Es fragt sich, warum sie nicht schon früher die Notbremse gezogen haben. Auch in Sachen Behindertengleichstellungsgesetz hatte das Projekt nämlich zahlreiche Mängel, mit denen sich das Gericht noch nicht einmal beschäftigt hat.

Zurück auf Feld eins: Gemeinde und Kanton wollen dies in eine «Chance» umdeuten. Eine solche kann es nur sein, wenn nun auch die Nachbargemeinden Buchrain und Root sowie die Behindertenverbände konsequent mit ins Boot geholt werden. Das Rontal braucht dringend einen besseren ÖV-Anschluss. Was passiert, wenn man ein Projekt durchboxen will, zeigt die jetzige Situation überdeutlich.

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