Kommentar
Die VBL-Mitarbeiter verdienen eine Stimme

Das Subventionsdebakel verunsichert die Mitarbeitenden der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL). Eine Personalvertretung im Verwaltungsrat würde helfen, die Wogen zu glätten.

Simon Mathis
Simon Mathis
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VBL-Busse beim Bahnhofplatz Luzern.

VBL-Busse beim Bahnhofplatz Luzern.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 26. November 2020)

Die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) haben ein turbulentes Jahr hinter sich: Rund 16 Millionen Franken fordert der Verkehrsverbund Luzern (VVL) als Subventionsgeber vom Unternehmen zurück. Aufgrund dieser Turbulenzen hat die Stadt Luzern als Eigentümerin den Verwaltungsrat komplett neu besetzt. Das alles sorgt beim Personal für Verunsicherung. Kein Wunder: Bei einer solchen Ausgangslage ist es nur natürlich, dass sich die Mitarbeiter um ihre berufliche Zukunft sorgen.

Deshalb fordern die Sozialpartner VPOD Zentralschweiz und der VBL-Personalverband, dass im neuen Verwaltungsrat auch eine Stimme aus dem Personal vertreten ist. Die Stadt Luzern soll also einen sechsten Verwaltungsrat wählen, der von den Mitarbeitern nominiert wird. Der Stadtrat indes lehnt eine Interessenvertretung im VR ab.

Trotzdem: Die Idee des VPOD ist gut und kommt zum idealen Zeitpunkt. Eine Personalvertretung in öffentlichen Betrieben hat sich schweizweit mittlerweile etabliert; nicht nur bei Schwergewichten wie SBB, Post und Swisscom. Sondern auch bei Transportunternehmen, die mit den VBL vergleichbar sind – so etwa bei den Basler Verkehrsbetrieben oder Bernmobil.

Im Kanton Luzern wäre eine solche Vertretung ein Novum mit Symbolcharakter: Nach dem unrühmlichen Abgang des vorherigen VR käme es zu einem echten Neuanfang. Ein Neuanfang, der das angeschlagene Vertrauen des Personals in die Chefetage stärken könnte.