KONGRESS: Auslandschweizer wollen mehr Wertschätzung

Das Parlament der Auslandschweizer hat am Freitag in Luzern mehr Wertschätzung vom Bund gefordert. Auslandschweizer dürften nicht länger wie Bürger «zweiter Zone» behandelt werden.

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Der neu konstituierte, 140-köpfige Auslandschweizerrat (ASR) zeigte sich besorgt über das schwindende Engagement des Bundes zu Gunsten der «Fünften Schweiz». Überall auf der Welt, wo sich Gemeinschaften von Schweizern befänden, würden Konsulate geschlossen und die Information der Auslandschweizer werde drakonisch gekürzt, kritisierte der Rat. So sei das Budget des Magazins Schweizer Revue gekürzt worden, und bei der Multimediaplattform Swissinfo werde geprüft, wie Millionen Franken gespart werden könnten. Der ASR wehre sich gegen jedes Vorhaben, dass den Abbau der Information vorsehe. Weiter forderte der Rat den Bund auf, die «Fünfte Schweiz» zur nationalen Priorität zu machen und dies auch gesetzlich entsprechend zu regeln.

Fast 700'000 Schweizer Bürger, rund zehn Prozent der Landesbevölkerung, lebten im Ausland. 125'000 von ihnen seien in einem Stimmregister eingetragen, so der ASR. Vor allem aber seien Auslandschweizer wichtige Repräsentanten der Schweiz im Ausland. Wenn nun aber die Schweizer Behörden den ausgewanderten Mitbürgern weiterhin mit Desinteresse begegneten, bestehe die Gefahr, dass diese sich vernachlässigt fühlten und sich von der Schweiz abkehrten, warnte der Rat.

Die Bedeutung der Auslandschweizer ist das Kernthema des diesjährigen, dreitägigen 87. Auslandschweizerkongresses in Luzern. Seit Freitag besteht der ARS, das Parlament der Auslandschweizer, nur noch aus 140 Mitgliedern: 120 Auslandschweizern und nur noch 20 statt 40 Inlandschweizern. Den ausgewanderten Delegierten werde damit grösseres Gewicht beigemessen, schreibt der ARS. Zu den gewählten Inlandmitgliedern gehören unter anderem Ständerat Filippo Lombardi (CVP/TI) und die Nationalräte Christa Markwalder Bär (FDP/BE), Therese Meyer-Kaelin (CVP/FR), Carlo Sommaruga (SP/GE), Antonio Hodgers (Grüne/GE), Hans Kaufmann (SVP/GE) und Andre Reymond (SVP/GE).

Am (morgigen) Samstag treffen sich rund 400 Auslandschweizer zur Plenarversammlung. Am Sonntag wollen die Kongressteilnehmer auf Ausflügen die Region entdecken.

ap