KONKURS: Konkursamt verfügt Schliessung des Luzerner Jailhotels

Das Jailhotel am Löwengraben in Luzern wurde vom Konkursamt versiegelt. Ankommende Gäste stehen vor verschlossenen Türen. Der 43-jährige Betreiber des Hotels musste sich erst am Dienstag vor Gericht verantworten.

Drucken
Teilen
Blick auf das Jailhotel am Löwengraben. (Archivbild LZ)

Blick auf das Jailhotel am Löwengraben. (Archivbild LZ)

An der Türe hängt ein Zettel mit der Konkurseröffnung gegenüber der Betreiberin Globo Event AG. «Der Hotelbetrieb ist per sofort eingestellt», heisst es dort. Ankommende Gäste sollen Luzern Tourismus kontaktieren oder für weitere Informationen beim Konkursamt nachfragen. Dies berichtet «Zentralplus».

Der Betreiber des Hotels musste sich erst am Dienstag vor Gericht verantworten. Er war unter anderem wegen Urkundenfälschung angeklagt. (red)

Hotelier fühlt sich unschuldig

Ein 43-jähriger Mazedonier musste sich am Dienstag vor dem Luzerner Kantonsgericht verantworten. Ihm wird unter anderem Urkundenfälschung vorgeworfen. Der Hotelier wurde bereits letzten April vom Luzerner Kriminalgericht der mehrfachen Urkundenfälschung, der Erschleichung einer falschen Beurkundung sowie unwahrer Angaben über kaufmännische Gewerbe schuldig gesprochen. Er wurde zu einer Geldstrafe von 7350 Franken plus 5650 Franken Verfahrenskosten verurteilt (wir berichteten). Ihm wurde zur Last gelegt, er habe zusammen mit drei weiteren Personen zwischen Dezember 2010 und März 2011 die Gesellschaften Globo Event AG, die Betreiberin des Jailhotels, und die Lucerne Hotel Group AG schwindelhaft gegründet. Denn das Aktienkapital wurde nur ausgeliehen und nach der Gründung an den Darlehensgeber zurückgezahlt. Somit verfügten die Gesellschaften nicht über das nötige Aktienkapital. Das Urteil wurde vom Beschuldigten ans Kantonsgericht weitergezogen.

In seinem Plädoyer hielt der Verteidiger fest, dass «belastende Aussagen von Mitbeschuldigten, nicht aber die entlastenden Aussagen zur Begründung beigezogen wurden». Sein Mandant habe aber volles Vertrauen in seinen Treuhänder gehabt und geglaubt, dass dieser rechtmässig agiere. «Er konnte nicht wissen», dass er mit seiner Unterschrift den Tatbestand einer Urkundenfälschung beging. Der Verteidiger verlangte für den Beschuldigten einen Freispruch.

Anderer Meinung war die Staatsanwaltschaft. Sie beantragte die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Für sie waren die Taten vorsätzlich begangen worden. Sein Nichtwissen sei eine Schutzbehauptung. Die «schwindelhafte» Gründung habe dem Beklagten erspart, das Aktienkapital zu beschaffen. Die Staatsanwaltschaft stellt zudem dem Beklagten aufgrund der Anzahl Vorstrafen keine günstige Prognose. Das Urteil wird schriftlich zugestellt. (sam)