KONKURS: Skycruise: Die Luft ist endgültig draussen

11'000 Passagiere hatte das Luftschiff der Firma Skycruise vom Flugplatz Buochs aus befördert. Drei Jahre nach dem Aus in Nidwalden schlägt nun auch für die Firma selber die letzte Stunde.

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Zwei Menschen beobachten im Mai 2003, wie der Skycruise-Zeppelin von Buochs abfliegt. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Zwei Menschen beobachten im Mai 2003, wie der Skycruise-Zeppelin von Buochs abfliegt. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Man sei an einem Punkt angelangt, wo es nicht mehr weitergehe, wie die in Lindau sitzende Firma Skycruise in einem Communiqué mitteilt. Gemäss einer Verfügung des Bezirks Pfäffikon befinden sich die Skyship Cruise AG und Skycruise Switzerland rückwirkend ab dem 31. März 2009 im Konkurs.

Dubai-Fiasko bedeutete Endstation
Es sei unmöglich gewesen, eine langfristige Basis für Passagierflüge zu finden, um ein festes Grundeinkommen zu erzielen. Daher habe man sich zunächst erfolgreich vor allem dem Bereich der Werbeflüge zugewandt. Das «damit verbundene Klumpenrisiko» habe sich jedoch als fatal erwiesen, wie es weiter heisst. Die Tatsache, dass der Auftraggeber für die 2007 vorgesehene Fahrt nach Dubai seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei, habe der Firma den Todesstoss versetzt – trotz einer «nicht unbeträchtlichen Cash-Reserve und dem Einschiessen aller zur Verfügung stehenden privaten Mittel». Investoren für eine Überbrückung hätten nicht gefunden werden können.

Der Konkursverwalter werde in Kürze über die Durchführung des Konkurses entscheiden und die Liquidation einleiten. Was mit dem Skycruise-Flaggschiff passiert, sei noch unklar. Finde sich keine Lösung, müsse der grosse Zeppelin abgebaut werden.

Brief von der Volkswirtschaftsdirektion
Am 3. Juli 2006 hob das 61 Meter lange und 20 Meter breite Luftschiff der Firma Skycruise letztmals vom Flugplatz Buochs in Ennetbürgen zu einem Passagierflug über die Region des Vierwaldstättersees ab. Ende 2007 entschied die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Nidwalden, dass es für die fliegende Zigarre künftig keinen Platz mehr auf dem Areal des Flugplatzes Buochs habe.

Der Wegzug des Luftschiffes löste in Touristenkreisen Bedauern aus. «Ein attraktives Angebot ist verloren gegangen», sagte damals die Geschäftsführerin von Vierwaldstättersee Tourismus, Esty von Holzen, gegenüber der Neuen Nidwaldner Zeitung. Der Zeppelin habe auch viele Gäste von ausserhalb in die Region von Nidwalden gebracht.

11'000 Fluggäste in drei Jahren
Erstmals war das Luftschiff im Mai 2003 in Nidwalden gelandet. Vom Bazl erhielt Skycruise aber jeweils nur eine befristete, provisorische Flugbewilligung. Der Passagierbetrieb dauerte nie länger als fünf Monate. Dennoch beförderte das Luftschiff in der Zeit von 2003 bis 2006 insgesamt über 11'000 Gäste von Buochs aus durch die Lüfte.

scd/om