KONRAD GRABER: «Es war mein Wunsch, Käser zu werden»

Der Luzerner Konrad Graber soll im Frühjahr 2009 zum Verwaltungsratspräsidenten von Emmi gewählt werden. Im Interview sagt er, was ihn an diesem Amt reizt.

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Soll Verwaltungsratspräsidenten von Emmi werden: Konrad Graber. (Archivbild Mirjam Graf/Neue LZ)

Soll Verwaltungsratspräsidenten von Emmi werden: Konrad Graber. (Archivbild Mirjam Graf/Neue LZ)

Konrad Graber, mit welchem Milchprodukt beginnt Ihr Tag üblicherweise?

Konrad Graber: Mit einer heissen Schoggi; im Sommer darf sie gerne kalt sein (lacht). Letztere haben wir ja auch als Choco Latte bei Emmi im Angebot.

Der Emmi-Verwaltungsrat schlägt Sie als neuen Verwaltungsratspräsidenten vor. Was reizt Sie an der Aufgabe?

Graber: Die Emmi ist eine tolle Firma: Sie produziert erstens innovative Premium-Milchprodukte, die sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland sehr geschätzt werden. Zweitens ist die Emmi in der Zentralschweiz ein sehr wichtiger Arbeitgeber. Die Herausforderung besteht darin, den Erfolg der letzten Jahre in der Schweiz und im Ausland fortzuschreiben und die Innovationskraft aufrechtzuerhalten. Davon profitieren Produzenten und Konsumenten.

Ihre Wahl überrascht: Sie haben keinen bäuerlichen Hintergrund und hatten beruflich bislang nichts mit Lebensmitteln zu tun. Warum sind Sie trotzdem der geeignete Mann für das Amt?

Graber: Meine Grosseltern waren als Landwirte tätig. Mein Vater war während langer Zeit Leiter der Landwirtschaftlichen Kreditkasse des Kantons Luzern. Als Kind habe ich mich also oft auf Bauernhöfen und in Käsereien bewegt. Es war sogar einmal mein Berufswunsch, Käser zu werden. Nun wird dieser Wunsch doch noch Realität, wenn auch in einer anderen Dimension (lacht). Als Verwaltungsratspräsident wird es meine Aufgabe sein, die Emmi mit meinen Kollegen strategisch auf Kurs zu halten. Als Wirtschaftsprüfer habe ich profunde Erfahrungen in über 500 Firmen gemacht, quer durch alle Branchen. Seit 2006 gehöre ich dem Emmi-Verwaltungsrat an. Dort habe ich als Präsident des Prüfungsausschusses einen breiten Einblick in das Unternehmen bekommen.

Haben Sie sich mit Emmi-CEO Urs Riedener kurzgeschlossen, bevor Sie sich fürs Präsidium empfahlen?

Graber: Die Planung für den Wechsel im Verwaltungsratspräsidium steht schon seit längerem an. Meine Nomination hat sich dann mit der Ernennung von Urs Riedener zum Emmi-CEO gekreuzt. Ich habe selbstverständlich regen Kontakt mit ihm.

Riedener hat jahrelang in der Lebensmittelbranche gearbeitet und ist ein Mann des Marketings. Wo können Sie ihn ergänzen?

Graber: Urs Riedener ist ein Marketingprofi an der Front. Als Betriebsökonom und Wirtschaftsprüfer werde ich den finanziellen Aspekten einen besonderen Stellenwert beimessen. Wir werden uns gut ergänzen. Das war auch dem Verwaltungsrat wichtig.

Welches sind aus Ihrer Sicht die derzeit grössten Baustellen bei Emmi?

Graber: Vor meiner definitiven Wahl will ich mich noch nicht allzu fest auf strategische Diskussionen einlassen. Grundsätzlich gibt es aber zwei Herausforderungen, denen sich Emmi stellen muss. Erstens müssen wir in der Schweiz unsere gute Position trotz zunehmender internationaler Konkurrenz, hoher Rohstoffpreise und Lohnkosten behaupten. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass wir Preiserhöhungen rasch im Markt umsetzen können. Eine zweite Herausforderung ist unser Auslandgeschäft, wo wir trotz hohen Produktionskosten in der Schweiz international wettbewerbsfähig bleiben müssen.

Interview von Sven Gallinelli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag im Wirtschafsteil der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.