Kontrollbesuch im Asylzentrum Eigenthal

Das Asylzentrum Eigenthal geriet unverhofft in die nationalen Schlagzeilen: Die Zustände für die Bewohner seien skandalös. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kontrollierte am Dienstag die Einrichtung.

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Ein Bub zeigt seinen Schlafraum in der Asylunterkunft im Eigenthal. (Bild: Stefan Kaiser / Neue LZ)

Ein Bub zeigt seinen Schlafraum in der Asylunterkunft im Eigenthal. (Bild: Stefan Kaiser / Neue LZ)

Ungeziefer im Bett, verwürztes Essen, hungernde Kinder, kalte Wohnräume, kein Taschengeld – und kaum Informationen, wie es mit ihnen weitergeht: Die Bewohner im Asylzentrum Eigenthal üben teils harsche Kritik an den Betreibern ihrer Unterkunft. Unterstützung erhielten sie in den vergangenen Tagen von Karin Ottiger und zwei weiteren Luzerner Frauen, welche sich aus eigenem Antrieb um die Bewohner des Zentrums kümmern wollten. Hinein durften sie nicht – aus Gesprächen folgerte Ottiger aber, dass die Asylsuchenden wie Gefängnisinsassen behandelt würden.

Amnesty auf Kontrollbesuch

Aufgeschreckt von solchen Behauptungen, kontrollierte am Dienstag die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Einrichtung – unangemeldet. «Das Zentrum ist besser als andere», so das Fazit von Denise Graf, Flüchtlingskoordinatorin bei Amnesty. Es biete viele Grünflächen. Zudem gebe es verschiedene Aufenthaltsräume. «Auch solche, die Frauen vorbehalten sind.» Und: Das Zentrum sei sauber. Dennoch bleibt Kritik. Viele Asylsuchenden seien mit juristischen und sozialen Fragen an sie herangetreten, etwa solche über den Stand ihrer Verfahren, über den sie offenbar oft im Ungewissen gelassen würden. Die Caritas müsse deshalb mehr in die Beratung involviert werden. Zudem wäre es wünschenswert, wenn insbesondere die Kinder bessere Tagesstrukturen hätten.

Léa Wertheimer

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