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KOOPERATION: Rontal trotzt dem Fusionstrend

Fusionierte Musikschule, ein gemeinsames Hallenbad – und jetzt auch eine Zusammenarbeit bei der Elternberatung. Die Rontaler Gemeinden rücken immer stärker zusammen. Demnächst soll die Kooperation auf weitere Bereiche ausgeweitet werden.
Gabriela Jordan
Ein Blick in die Bibliothek der Gemeinde Ebikon – eine von drei Bibliotheken im Rontal. Künftig wäre beispielsweise auch in diesem Bereich eine Kooperation der sechs Gemeinden denkbar. (Bild: Corinne Glanzmann (Ebikon, 11. März 2016))

Ein Blick in die Bibliothek der Gemeinde Ebikon – eine von drei Bibliotheken im Rontal. Künftig wäre beispielsweise auch in diesem Bereich eine Kooperation der sechs Gemeinden denkbar. (Bild: Corinne Glanzmann (Ebikon, 11. März 2016))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Die Rontaler Gemeinden arbeiten seit Anfang Jahr Hand in Hand im Bereich der Familien- und Elternberatung. Buchrain, Dierikon, Root, Gisikon und Honau beziehen das Angebot von der Fachstelle für Jugend und ­Familie (Jufa) der Gemeinde Ebikon. Bei Buchrain war das zum Teil schon vorher der Fall, die übrigen vier Gemeinden machten bis 2017 noch vom Angebot der Stadt Luzern Gebrauch.

«Mit den Dienstleistungen der Stadt waren wir sehr zufrieden, wir möchten aber die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit im Rontal intensivieren – auch in gesellschaftlichen und sozialen Themen», begründete etwa die Rooter Gemeinderätin Margrit Künzler (CVP) den Wechsel. Die kostenlosen Beratungen finden nun teils weiterhin vor Ort in den Gemeinden statt (Mütter- und Väterberatung) und teils an der Dorfstrasse in Ebikon (Familien- und Jugendberatung).

Kleinere Gemeinden profitieren von Synergien

Die Jufa ist ein aktuelles Beispiel für die immer enger werdende Zusammenarbeit im Rontal. Die sechs Gemeinden, in denen rund 30000 Menschen leben, haben in der Vergangenheit schon diverse gemeinsame Projekte realisiert und Dienstleistungsvereinbarungen getroffen. Mit der Gründung der Plattform Kooperation Rontal wurden letzten März zudem die Weichen für eine noch stärkere Zusammenarbeit gestellt. Diese soll «themen­spezifisch» und «je nach Bedarf» ausgestaltet sein. Besonders die kleineren Gemeinden wie Honau (rund 360 Einwohner), Gisikon (1300) und Dierikon (1500) können so von Synergien profitieren – etwa in der Bildung.

Eine Übersicht über die ­gemeinsamen Projekte hat es im Kasten rechts. Diese Liste dürfte noch länger werden. Bei der Gründung der Plattform Kooperation Rontal wurden auch die Bereiche Finanzsteuerung, Wasserversorgung, Tagesstrukturen an Schulen, Ferienangebote für Kinder,Werkhof Unteres Rontal sowie Bibliothek und Ludothek genannt. Welches Projekt als nächstes in Angriff genommen wird, ist derzeit noch offen. Der Dierikoner Gemeindepräsident Max Hess (CVP) bestätigt auf Anfrage, dass konkrete Gespräche in Gang sind.

Auch wenn die Zusammenarbeit bislang nur in gewissen Themen besteht: Die Entwicklung bringt die Frage nach einer möglichen Fusion immer wieder aufs Tapet. Erst letzten Sommer gab es dazu konkrete Bestrebungen in Dierikon, wo die FDP mittels einer Gemeindeinitiative Fusionsvorabklärungen mit Ebikon und Root forderte. Das Anliegen wurde an der Gemeindeversammlung Dierikon jedoch verworfen (Ausgabe vom 17. Mai).

Diese Haltung scheint momentan auch in den übrigen Gemeinden zu überwiegen. Ebenso findet Armin Camenzind, neuer Geschäftsführer von Luzern Plus: «Die Kooperation ist derzeit die richtige Form, wie die intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit zeigt.» Stetig komplexere Herausforderungen könnten so gemeistert werden, ohne dass man mehr Stellen schaffen müsse. Aus seiner Sicht werden dadurch Fusionen «weder verhindert noch gefördert». Ähnlich sieht dies Daniel Gasser, Gemeindepräsident von Ebikon (CVP), der ebenfalls die wachsende Themenkomplexität anspricht. Wohin die Zusammenarbeit einst führen soll, darüber gibt er sich offen. «Bei der Jufa und der Musikschule Rontal ist Ebikon die Trägergemeinde. Doch es kann durchaus sein, dass wir in Zukunft Leistungen, welche noch nicht abgedeckt sind, von den beteiligten Gemeinden beziehen», sagt er. «Denn jede Zusammenarbeit stärkt das Vertrauen für weitere Projekte.»

«Kooperation ist derzeit die richtige Form»

Nicht ausgeschlossen wird eine mögliche Fusion indes in der kleinsten Rontaler Gemeinde Honau, wo es oft schwierig ist, Kandidaten für die Exekutive zu finden. Im Zusammenhang mit seinem Rücktritt – sowie der aktuellen Rücktrittswelle in Gemeinderäten – sagte Gemeindepräsident Amadé Koller (FDP): Falls sich für ihn kein Nachfolger finden würde, stünde «die Frage nach einer Fusion vermutlich im Raum» (Ausgabe von gestern).

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