Kopftuch: Basketballerin gibt nicht auf

Muslimische Basketballspielerinnen sollen mit Kopftuch an Meisterschaften spielen dürfen. Dies will eine Luzerner Muslimin vor Gericht erreichen. Die Kopftuchträgerin ist seit über einem Jahr faktisch mit einem Spielverbot belegt.

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Sura al Shawk, ist Basketballerin beim STV Luzern und trägt ein Kopftuch. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Sura al Shawk, ist Basketballerin beim STV Luzern und trägt ein Kopftuch. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der Anwalt der 20-Jährigen, der grüne Zürcher Nationalrat Daniel Vischer, bestätigte am Freitag einen Bericht von «Tages-Anzeiger» und «Der Bund». Die Basketballspielerin sehe sich durch das Kopftuchverbot in ihrer Persönlichkeit verletzt. Sie verlange, dass der Basketballverband seine unverhältnismässige Regeln ändere.

Der Verband hatte der Muslimin im Herbst 2009 untersagt, in der Nationalliga-B-Mannschaft des STV Luzern mit Kopftuch zu spielen. Der Verband stützte sich dabei auf international geltende Regeln. Er machte geltend, dass das Tragen von Kopfbedeckungen aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen werden könne.

Die Muslimin verlangte darauf im Sinne einer vorsorglichen Massnahme, dass ihr das Spielen mit Kopftuch erlaubt werde, bis der Sachverhalt juristisch geklärt sei. Das Amtsgericht Luzern-Land wies das Begehren im Januar 2010 ab, weil das Kopftuchverbot eine zumutbare Einschränkung der Persönlichkeitsrechte sei.

Nun strebt die Basketballerin die grundsätzliche Klärung der Frage an, ob sie das Kopftuchverbot zu akzeptieren habe. Als erstes findet vor dem Friedensrichteramt in Kriens LU ein Sühneverfahren statt.

Da keine Einigung zu erwarten ist, wird danach ein Gericht entscheiden müssen, ob die Religionsfreiheit oder das Verbandsinteresse höher zu gewichten sei. Die Verhandlung vor dem Friedensrichter sei eine reine Formsache, sagte Vischer.

sda