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Nur rund 4000 der 49'000 «Hosen»-Besucher kamen mit dem Auto

Halb leere Parkfelder und Shuttle-Busse: Die meisten Besucher des Toten Hosen-Konzerts in Luzern nutzten den ÖV. Weil viele wegen des schlechten Wetters spät anreisten, waren die Wartezeiten am Eingang aber beträchtlich.
Roman Hodel
Zuschauer des Toten Hosen-Konzerts auf der Luzerner Allmend. (Bild: Corinne Glanzmann, 25. August 2018)

Zuschauer des Toten Hosen-Konzerts auf der Luzerner Allmend. (Bild: Corinne Glanzmann, 25. August 2018)

Kaum waren die Toten Hosen am Samstagabend um 22.35 Uhr verstummt, begannen auf der Luzerner Allmend bereits die Aufräum- und Abbauarbeiten. Das kommt nicht von ungefähr: Bereits am Sonntagabend soll ein Grossteil der Bühne und der Zelte vom Areal verschwunden sein. Trotz des regnerischen und kühlen Wetters zieht der Veranstalter Good News eine positive Bilanz: Über 49'000 der 50'000 Tickets wurden verkauft. «Und es herrschte durchwegs eine tolle und friedliche Stimmung», sagt Good-News-CEO Stefan Matthey.

Besonders erfreut sei er darüber, dass die meisten Konzert-Besucher den Rat befolgt haben und mit dem ÖV angereist sind: «Unsere Parkfelder beim Flugplatz Emmen und in der Nähe des Pilatusmarktes waren nur zu einem kleinen Teil besetzt - das gilt automatisch auch für die Shuttle-Busse von dort», sagt Matthey. Insgesamt habe man rund 1000 Autos parkiert. Er geht davon aus, dass nur rund 3000 bis 4000 der insgesamt 49'000 Besucher mit dem eigenen Auto anreisten.

Wegen des garstigen Wetters kamen ohnehin viele erst spät auf die Allmend. Folglich bildeten sich vor dem Eingang zwischen 18 und 20 Uhr lange Warteschlangen. Mehrere Besucher berichten gegenüber unserer Zeitung von bis zu 45 Minuten Wartezeit. Matthey sagt dazu: «Wer bei einer solchen Grossveranstaltung bei noch dazu nicht optimalem Wetter spät kommt, muss damit rechnen.» So oder so bleibt die Allmend für Good News auch in Zukunft «ein interessanter Veranstaltungsort», wie Matthey es ausdrückt: «Aber es braucht dafür auch Bands, die diesen Platz mit 50'000 Leuten füllen.» Ein mehrtägiges Festival komme für sie nicht infrage. «Davon gibt es in der Schweiz schon genug.»

«Es herrschte fast Volksfeststimmung»

Das ist ganz im Sinne der Stadt Luzern: Gemäss Nutzungskonzept Allmend hat pro Jahr sowieso nur eine solche eintägige Veranstaltung von nationalem Charakter Platz. «Wir sind offen für weitere Anlässe, wollen aber zuerst die Detailauswertungen und Erkenntnisse dieses Konzertes abwarten», sagt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen. Denn trotz Aufmerksamkeit und Wertschöpfung für Luzern bringe ein solcher Grossanlass alle Kapazitäten und Ressourcen an Grenzen. Das betrifft nicht zuletzt den Verkehr in der Innenstadt, der am späteren Samstagnachmittag fast zum Erliegen kam.

Gleichwohl zieht Lütolf ein erstes positives Fazit - auch aufgrund des «vorbildlichen» An- und Abreiseverhaltens der meisten Besucher. Die Sperrung mehrerer Strassen zwischen Bahnhof und Allmend und die ÖV-Zusatzverbindungen dazwischen hätten sich analog zum «Allmend rockt» vor zwei Jahren bewährt. «Auf dieser Achse herrschte fast Volksfeststimmung. Da und dort wurde getanzt oder gesungen», sagt Lütolf, der selber am Konzert dabei gewesen war.

Auch aus Sicht der Luzerner Polizei ist das Konzert gut verlaufen. «Wir registrierten wenig Verkehrsprobleme», sagt Sprecher Kurt Graf. Die für die Busse und Fussgänger reservierten und damit gesperrten Strassen zwischen Bahnhof und Allmend habe man sogar während des Konzerts zeitweise wieder für die Autos öffnen können. «Vereinzelt gab es Meldungen über pöbelnde Fans - diese mussten das Areal verlassen» so Graf. «Und vereinzelt mussten Leute medizinisch betreut werden.»

Das Wetter machte zu wenig durstig

Ende gut, alles gut? Na ja, nicht ganz. Getränke- und Food-Caterer hatten schon mit mehr Umsatz gerechnet. Eichhof stand mit 90'500 Liter Bier auf dem Platz bereit. Davon wurden rund 50'000 verkauft - jenes in den offenen Tanks. «Das ist mit Blick auf das kühle und regnerische Wetter doch sehr gut», sagt Roger Fuchs, Projektleiter Grossanlässe bei der Brauerei Eichhof. «Auch Prosecco und Schnäpse wurde viel getrunken. Nur Mineralwasser war wenig gefragt.»

Von einer durchzogenen Bilanz spricht Robert Zupan von der Rockservices AG. Die Cateringfirma versorgte das Areal mit Essen wie etwa Hamburger, Würsten und Fleischspiessen. Zahlen lägen noch keine vor. Klar ist aber: «Weil viele Besucher erst spät kamen, hielten sie sich weniger lang auf dem Gelände auf, so dass die Umsätze deutlich tiefer ausfallen als vor zwei Jahren», sagt Zupan und fügt an: «Es wäre schön, wenn es am Samstag so schön gewesen wäre wie jetzt am Sonntag.»

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