Pisa-Studie: Schweizer schneiden gut ab – Kanton Luzern zufrieden mit den Ergebnissen

Schweizer Schülerinnen und Schüler sind stark in naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächern. Nachholbedarf gibt es bei der Lesekompetenz. Der Kanton Luzern hat bereits entsprechende Massnahmen getroffen.

Pascal Studer
Hören
Drucken
Teilen
Stark in den MINT-Fächern, durchschnittlich in der Lesekompetenz: Die Ergebnisse der diesjährigen Pisa-Studie sind da.

Stark in den MINT-Fächern, durchschnittlich in der Lesekompetenz: Die Ergebnisse der diesjährigen Pisa-Studie sind da.

Christian Beutler, Keystone

Seit 2000 wird die internationale Vergleichsstudie Pisa alle drei Jahre von der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) durchgeführt. Die Studie gilt als grösster internationaler Schulleistungsvergleich, 79 Länder – 37 aus der OECD und weitere 42 Staaten – sind Teil der Erhebung. Dabei haben 15-jährige Schülerinnen und Schüler computerbasierte Tests in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen durchgeführt.

In der Schweiz beteiligten sich rund 6000 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2002 an den Tests. In vielen Bereichen lassen sich ähnliche Feststellungen machen wie bereits vor drei Jahren. So schneiden die Schweizer Jugendlichen erneut am besten in Mathematik ab. Auch in den Naturwissenschaften sind die Schweizer Schülerinnen und Schüler stark. Nur durchschnittliche Leistungen zeigten sie allerdings in der Lesekompetenz.

Schwerzmann: Stagnation ist keine Option

Für den Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann sind diese Ergebnisse keine Überraschung. Dies kommunizierte der Bildungsdirektor in einer Mitteilung am Dienstagmorgen. Er betont jedoch, dass man sich weiter verbessern muss – vor allem in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (den sogenannten MINT-Fächern). Er sagt:

«Wir müssen in den wichtigen Bildungsbereichen nicht nur Schritt halten, sondern uns weiter verbessern – insbesondere bei den MINT-Fächern.»

Die Pisa-Studie zeige ausserdem, dass im Bereich Lesen Handlungsbedarf besteht. Hier geht es vor allem darum, die Kinder auf das Textverständnis und die Einschätzung der Glaubwürdigkeit von Texten zu schulen. Zudem gilt es, den Fokus beim Lesen und den Naturwissenschaften weiterhin auf eher lernschwache Kinder zu richten. Diesbezüglich müssen grössere Anstrengungen unternommen werden. Gemäss Mitteilung gibt es nämlich noch zu viele Kinder, welche in diesen Fächern das unterste Niveau nicht erreichen, womit der spätere Schulabschluss gefährdet sei.

Kanton Luzern hat bereits Massnahmen getroffen

Der Kanton Luzern hat mit der Einführung des Lehrplans 21 bereits wichtige Weichenstellungen getroffen, um das Bildungsniveau der Luzerner Schülerinnen und Schüler weiter zu verbessern. So hat er die Lektionenzahlen in Deutsch und Mathematik wesentlich erhöht. Zudem hat man für den MINT-Bereich Unterrichtseinheiten entwickelt und den Schulen digital zur Verfügung gestellt.

Für fremdsprachige Lernende ist ausserdem die frühe Sprachförderung vorgesehen und wird in zahlreichen Gemeinden bereits angeboten. Alle diese Massnahme müssen nun – auch aufgrund der aktuellen Pisa-Resultate – laufend überprüft und wo notwendig optimiert werden.

Schweiz schneidet im europäischen Vergleich stark ab

Nur Estland hat einen signifikant höheren Mittelwert

Unter den europäischen Ländern hat einzig Estland einen signifikant höheren Mittelwert als die Schweiz. In den Naturwissenschaften sind die fünfzehnjährigen Schweizer ebenfalls signifikant über dem OECD-Durchschnitt.

Allerdings entspricht der Durchschnittswert im Lesen nur dem OECD-Mittel, wobei die Schweiz – wie viele andere OECD-Länder auch – eine prozentuale Zunahme bei der Gruppe der leseschwachen Jugendlichen zu verzeichnen hat (plus 4%). Zudem lässt sich seit der ersten Pisa-Erhebung im Jahr 2000 OECD-weit eine Abnahme der Lesefreude bei den 15-jährigen Jugendlichen feststellen.

Mehr zum Thema

Pisa-Ergebnisse: Schweizer sind spitze in Mathematik, aber Lesemuffel

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD publizierte heute die Ergebnisse der PISA-Erhebung von 2018. Überdurchschnittlich viele Schweizer Jugendliche erreichen gute und sehr gute Ergebnisse in Mathematik. Im Lesen entsprechen sie hingegen dem OECD-Durchschnitt.
Dario Pollice