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KORNSCHÜTTE: Hausberge, gemalt aus allen Perspektiven

Mit ihrer Jubiläumsausstellung will die Gilde Schweizer Bergmaler die Luzerner für ihre Hausberge sensibilisieren. Zudem hofft sie dank diverser Aktionen im Jubiläumsjahr auf jüngere Neumitglieder.
Stadt@luzernerzeitung.ch
Vom Pilatus bis zur Rigi – Luzerner Hausberge sind bei der Ausstellung in der Kornschütte die Stars. Gemalt wurden die Bilder von der Gilde Schweizer Bergmaler. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 10. Januar 2018))

Vom Pilatus bis zur Rigi – Luzerner Hausberge sind bei der Ausstellung in der Kornschütte die Stars. Gemalt wurden die Bilder von der Gilde Schweizer Bergmaler. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 10. Januar 2018))

Berge – von nah, von fern. Blau, grau, orange. Archaisch, humorvoll oder realistisch, etwa mit der Antenne auf der Rigi: «In der Gilde Schweizer Bergmaler» sind 72 Malerinnen und Maler organisiert, die die Tradition der Berglandschaftsmalerei weiterführen möchten», erklärt Madlen Fähndrich Campiche, Kuratorin der Jubiläumsausstellung, die zurzeit in der Luzerner Kornschütte stattfindet. Seit 30 Jahren treten die Bergliebhaber gemeinsam an Jahresausstellungen auf, halten Malkurse ab und tauschen sich auch untereinander aus.

Ob Winter oder Sommer, Madlen Fähndrich Campiche, selber eine leidenschaftliche Bergsteigerin, ist gern in den Bergen unterwegs. «Die Beziehung zu den Bergen verändert sich im Laufe des Lebens.» Mittlerweile seien sie ein Rückzugsort, um Ruhe zu finden. «Als Malerin faszinieren mich die unterschiedlichen Perspektiven, die Strukturen von Felsen und das Farbspiel von Wetterstimmungen.»

Klimaerwärmung künstlerisch darstellen

Das Malen hat sich Madlen Fähndrich Campiche als Autodidaktin seit 1978 angeeignet. «Beruflich bin ich Psychotherapeutin in meiner Privatpraxis. Die Bergmalerei ist für mich in meiner täglichen Arbeit mit Menschen, die psychische Probleme haben, ein wichtiger seelischer Ausgleich. Doch ab Mai werde ich mich nur noch der Malerei widmen.» Dann kann die Malerin auch noch intensiver an der aktuellen Diskussion innerhalb der Gilde teilnehmen: Wie soll die aktuelle Realität in den Bergen – mit viel Infrastruktur, mit vielen Menschen, die den Alpenraum für unterschiedlichste Aktivitäten für sich beanspruchen – in der Kunst abgebildet werden? «Man sollte sich auch Themen wie Klimaerwärmung, Verschmutzung oder die Ausbeutung der Alpenwelt künstlerisch annehmen», so die Hämikerin. «Doch Bilder, die sozial- oder gesellschaftskritisch sind, verkaufen sich viel schlechter als schöne, romantische Berglandschaftsbilder.» Da steht eine ideelle Grundhaltung allenfalls ökonomischen Zielen gegenüber. Sie wünsche sich, dass sie sich nun vermehrt auch dem sozialkritischen Bergbild widmen könne, schliesslich seien im 19. Jahrhundert Bergkatastrophen malerisch dargestellt worden.

Zum 30. Geburtstag der Gilde Schweizer Bergmaler haben sich die Mitglieder diverse Aktionen ausgedacht, um an Nachwuchs zu kommen. «Wir machen zum Beispiel im Sommer ein ­offenes Postkartenmalen in Grindelwald, verbunden mit einem Wettbewerb», sagt Madlen Fähndrich Campiche.

Malen Frauen Berge anders als Männer?

Noch ist Berge malen vorwiegend eine Männerdomäne. «Etwa ein Drittel unserer Mitglieder sind Frauen. Das ist in der Ausstellung im Verhältnis wiedergegeben. Ob Frauen Berge anders malen als Männer, ist dabei eine Frage, die mich schon länger wundernimmt. Das müsste man genauer untersuchen», sagt Fähndrich. Spannend wäre so eine Untersuchung gerade bei dieser Ausstellung, wo so oft das gleiche Sujet ganz verschieden umgesetzt wird.

Luzerner Hausberge – vor allem der Pilatus und die Rigi – ­lösen ebenso viele unterschiedliche Gefühle aus. «Berührt wird man vor allem durch Bergbilder, die Emotionen beim Betrachter wecken und zu denen ein persönlicher Bezug hergestellt werden kann», erklärt Madlen Fähndrich. Deshalb wünschen sich die Gilde-Mitglieder, gerade die Luzerner für die Schönheit der Berge in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft neu zu sensibilisieren.

Nathalie Ehrenzweig

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Die Ausstellung dauert bis am 28. Januar. Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa/So 10–16 Uhr. Infos:www.gsbm.ch

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