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Kostenlose telefonische Auskunft für Senioren wird im Kanton Luzern immer beliebter

Vier «Drehscheiben» koordinieren Altersfragen für 33 Luzerner Gemeinden. Das Angebot wird laufend ausgebaut – vor allem auf der Landschaft.
Yasmin Kunz
Die «Drehscheibe» ist ein kostenloses Angebot, wo Fragen rund ums Thema Alter deponiert werden können. (Symbolbild: Getty)

Die «Drehscheibe» ist ein kostenloses Angebot, wo Fragen rund ums Thema Alter deponiert werden können. (Symbolbild: Getty)

Reicht mein Geld, wenn ich ins Alters- und Pflegeheim ziehe? Oder brauche ich dann Ergänzungsleistungen? Meine Mutter ist an Demenz erkrankt und ich weiss nicht weiter. Ich bin pensioniert und würde gerne Freiwilligenarbeit leisten, weiss aber nicht welche Angebote es gibt. Wer Fragen zu Themen wie Gesundheit, Vorsorge, Bildung, Finanzen, Recht im Alter und so weiter hat, der kann sich bei der sogenannten «Drehscheibe 65plus» melden. Dieses Angebot der kostenlosen Auskunft für Fragen rund ums Alter – ein Resultat aus dem Projekt «Luzerner Modell 65plus» – gibt es mittlerweile in vier Luzerner Regionen: Seetal, Rontal, Sursee und Entlebuch. Die Regionen decken 33 Gemeinden ab.

«Die ‹Drehscheibe 65plus› ist eine Vermittlungsplattform zu diversen altersrelevanten Angeboten in den Regionen», wie Marcel Schuler von der Pro Senectute erklärt. Er leitet das Projekt.

«Die Idee ist, dass ratsuchende Personen schnell und unbürokratisch an die richtigen Anlaufstellen weitergewiesen werden können.»

Fakt ist: Für Luzerner Seniorinnen Senioren gibt es mittlerweile so viele Angebote, dass man schnell die Übersicht verlieren kann. Bei der Drehscheibe ist das Wissen über die diversen Angebote gebündelt.

Region Entlebuch will Projekt weiterführen

Während die «Drehscheiben» der Regionen Sursee, Rontal und Seetal nach drei Jahren nun in der Betriebsphase sind, befindet sich das Projekt im Entlebuch noch in der Pilotphase. Doch schon jetzt ist für Regula Heuberger, CVP-Gemeinderätin von Schüpfheim, klar: «Das Angebot ist bis ins Jahr 2021 gesichert.» Das Bedürfnis in der Bevölkerung für diese Anlaufstelle sei vorhanden, betont sie. Sämtliche neun Gemeinden in der Region Entlebuch sind mit im Boot und leisten einen finanziellen Beitrag zum Projekt. Dieser variiert von Region zu Region, je nach Zusammensetzung der Kosten und der Beiträge. Total zahlen die Entlebucher Gemeinden pro Jahr knapp 9000 Franken. In der Region Seetal belaufen sich die Ausgaben auf rund 11'000, im Rontal auf 8000 und in der Region Sursee auf 12'000 Franken jährlich.

Ferner unterstützen auch der Kanton Luzern, Kirchgemeinden aus den Regionen und Pro Senectute das Projekt. Total belaufen sich die Kosten für die vier Drehscheiben auf 68'000 Franken pro Jahr.

Überrannt von Anfragen werde man nicht, sagt die Schüpfheimer Gemeinderätin Regula Heuberger auf Anfrage. Das bestätigt auch Marcel Schuler von der Pro Senectute. Im Jahr 2018 sind gemäss erster Auswertung gesamthaft 400 Anfragen via Telefon und Mail eingegangen. Die meisten im Bereich Sozialberatung. Dennoch sind beide überzeugt, dass es dieses Angebot weiterhin braucht.

«Drehscheibe» als Entlastung für Heime

Dem pflichtet auch Jolanda Achermann bei. Sie ist die Sozialvorsteherin der Stadt Sursee. Die SP-Politikerin: «Die Drehscheibe ist ein niederschwelliges Angebot und die Nachfrage dafür ist vorhanden.» In erster Linie sei wichtig, dass die Anrufer an die richtige Anlaufstelle weitergewiesen werden und nicht die Anzahl der Anrufe pro Jahr. In der Region Sursee läuft das Projekt bereits das zweite Jahr und gemäss Achermann wird es dieses auch in Zukunft geben.

Diese Triagestelle unterstütze nicht nur den Bürger, sondern etwa auch die Alters- und Pflegeheime in der Region. Achermann: «Die Alterszentren St. Martin und Seeblick haben seit der Einführung der Drehscheiben weniger allgemeine Anfragen erhalten, weil viele Unsicherheiten über die ‹Drehscheibe› abgefedert werden.»

Auch für Marcel Schuler ist klar: «Nicht allein die Anzahl eingegangener Anrufe ist ausschlaggebend, ob das Bedürfnis nach einer regionalen ‹Drehscheibe› vorhanden ist. Wichtig ist, dass wir diesen 400 Personen weiterhelfen konnten.» Schuler weist zudem darauf hin:

«Das Angebot gilt für Personen aller Altersklassen. Also auch Kinder oder Enkel von Senioren zum Beispiel, welche Informationen zu den Altersthemen benötigen.»

Dass das Angebot von Nutzen ist, zeigt der Zuwachs: Zehn weitere Gemeinden (Triengen, Büron, Schlierbach, Eich, Sempach, Neuenkirch, Hildisrieden, Ruswil, Nottwil, Grosswangen) entscheiden demnächst, sich der Drehscheibe Sursee anzuschliessen, wie Schuler sagt. Bald könnte zudem eine fünfte Drehscheibe dazukommen. «Mit der Region Willisau-Wiggertal und den umliegenden Gemeinden sind erste Gespräche geplant.»

Emmen und Kriens haben eigene Anlaufstelle

Kein solches Angebot gibt es bisweilen in den Luzerner Seegemeinden wie Weggis und Vitznau oder den Agglomerationsgemeinden Emmen, Malters, Horw und Kriens. Dies nicht mangels Interesse, sondern weil bereits ähnliche Angebote bestehen. Lothar Sidler, CVP-Sozialvorsteher der Stadt Kriens, sagt: «Wir verfügen über die Krienser Infostelle Gesundheit, die Anlaufstelle für Fragen zu den Themen Gesundheit und Alter. Diese Stelle erbringt sämtliche Dienstleistungen, welche die ‹Drehscheibe 65plus› ebenfalls abdeckt.»

So können bei der Infostelle etwa Fragen zu Demenz, Heimeintritten oder finanziellen Themen deponiert werden. Die Personen – Betroffene oder Angehörige – werden dann an die richtige Anlaufstelle verwiesen. Auch in der Gemeinde Emmen besteht kein Bedürfnis, sich einer Drehscheibe anzuschliessen, wie der FDP-Sozialvorsteher Thomas Lehmann sagt: «Unsere Gemeinde verfügt mit der Spitex, den Betagtenzentren und einer Pro Senectute-Stelle vor Ort über genügend Anlaufstellen für Altersfragen.» Man sei überzeugt, dass man die Nachfrage über diese drei Stellen gut abwickeln könne.

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