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Kostenüberschreitungen Kriens: Bericht macht noch keinen Hauptschuldigen aus

Ein erster Untersuchungbericht zu den massiven Kostenüberschreitungen bei den Zentrumsbauten in Kriens und beim Stadion Kleinfeld liegt nun vor. Es braucht jedoch vertieftere Abklärungen.
Stefan Dähler/Hugo Bischof

In den letzten Wochen hat der Emmer Rechtsanwalt Thomas Willi im Auftrag des Krienser Stadtrats mit Untersuchungen zu den Kostenüberschreitungen in Kriens begonnen. «Abschliessende Ursachen und Verantwortlichkeiten» könne er noch nicht nennen, schreibt der ehemalige Emmer Gemeindepräsident im Bericht, der am Donnerstag veröffentlicht worden ist. Es dürften «mehrere und verschiedene Ursachen von Mängeln und Fehlern im Raume stehen». Damit träfe auch die Verantwortlichkeit nicht eine Person oder ein Gremium, sondern verschiedene Personen und Instanzen, heisst es im Beicht weiter. Dies gelte es in der zweiten Untersuchungsphase präziser zu erfassen und auszuleuchten.

Die Materie sei sehr komplex. «Zweifelsohne müsste nach meiner Einschätzung ein ausserordentlich hoher Aufwand betrieben werden, um alle Fragen befriedigend beantworten zu können», so Willi weiter. Nötig seien ein umfangreiches Aktenstudium, zahlreiche Befragungen, das Einholen von Berichten und allenfalls Expertisen. Willi empfiehlt daher, sich auf Schwerpunkte zu konzentrieren. Für eine gründliche Untersuchung werde nicht nur juristisches Fachwissen nötig sein. Es müsse ein «interdisziplinär zusammengesetztes Team von Fachleuten aus den Bereichen Finanzen, Organisation, Prozesse, Bauen und Recht mit der Klärung betraut werden».

Beim Zentrumsprojekt kamen zum ursprünglichen Baukredit von 61,4 Millionen Franken 6,1 Millionen Franken dazu. Eines der Probleme beim Gebäude war gemäss dem Bericht, dass eine Vielzahl von Posten bei der Planung und Budgetierung nicht berücksichtigt wurden. Beispiele seien etwas das Zutritts- und Sicherheitskonzept mit elektrischer Schliessanlage (200000 Franken), Optimierung Technische Aufbauten/Dachnutzung (160000 Franken), Aussen- und Innenbeschriftungen sowie Informationssystem (100000 Franken). Thomas Willi bilanziert im Bericht:

«Es wird Gegenstand der Untersuchung sein müssen, ob diese Mehraufwendungen durch Bestellungsänderungen und Optimierungen im Rahmen der Planung und Erstellung des Leistungsbeschriebs hätten erkannt und in das Projekt eingearbeitet werden müssen. Dabei ist zu prüfen, ob eine allenfalls mangelhafte und unvollständige Planung dem beauftragten Architekten/Kostenplaner oder der Bauherrschaft anzulasten ist.»

Ein Problem gemäss Willi war, dass Rechnungen durch die Stadtverwaltung bezahlt und verbucht, aber nicht dem verantwortlichen externen Planer gemeldet wurden, «so dass diese Ausgaben nicht im relevanten Kostenrapport des Planers aufschienen». Beim Ausbau Verwaltung sei der Hauptfehler gewesen, dass der ursprüngliche Baukredit von 3,5 Millionen Franken für den Innenausbau und die Ausstattung der Verwaltung «offenkundig zu wenig präzis hinterlegt und daher zu tief war». Hier sei zu hinterfragen, «ob es zureichende Gründe gab, die Detailplanung des Flächenbedarfs erst im Nachhinein vorzunehmen».

Beim Teilprojekt Schappe stellt sich gemäss dem Bericht einerseits die Frage, «ob die Problematik der schlechten Bausubstanz mit den entsprechenden Folgeproblemen nicht bereits im Stadium der Planung zur Vorbereitung des Baukredits erkennbar gewesen wäre». Anderseits solle analysiert werden, «ob die als Folge des stadträtlichen Optimierungsauftrags erarbeiteten Spar- und Verzichtsaufträge weitergegeben und tatsächlich auch umgesetzt wurden». Thomas Willi:

«Geprüft werden muss zudem, ob die Planung mit genügender Sorgfalt erfolgte und ob eine allenfalls mangelhafte und unvollständige Planung dem beauftragten Architekten/Kostenplaner oder der Bauherrschaft anzulasten ist.»

Beim Bau des Stadions Kleinfeld wollte sich die Stadt Kriens ursprünglich mit 5,14 Millionen Franken beteiligen; hier kam es zu Kostenüberschreitungen von insgesamt 1,26 Millionen Franken. Ein Grund dafür könne «eine allenfalls mangelhafte, unvollständige und vor allem zu spät einsetzende Planung der Aussenanlagen» sein, heisst es im Bericht:

«Auch für einen Nichtfachmann ist nur schwer nachvollziehbar, dass bei einer seriösen Planung die Notwendigkeit dieser Investitionen und Kosten nicht erkennbar gewesen wäre.»

Eine offensichtliche Fehleinschätzung gab es gemäss dem Bericht auch bei den Risiken einer Altlastensanierung.

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