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KOTTWIL: 16-Jährige erfüllt sich den Kindheitstraum vom Fliegen

Die 16-jährige Celina Stirnimann steckt mitten in der Ausbildung zur Privatpilotin. Schafft sie die Prüfung, wird ihr erster Passagier ein ganz besonderer sein.
Celina Stirnimann mit ihrem Fluglehrer Urs Reber in einer Cessna C-152. (Bild: Nadia Schärli (Beromünster, 6. März 2017))

Celina Stirnimann mit ihrem Fluglehrer Urs Reber in einer Cessna C-152. (Bild: Nadia Schärli (Beromünster, 6. März 2017))

Celina Stirnimann wächst beim Wauwilermoos auf und beobachtet die Flugzeuge, die dort starten und landen. Zu jener Zeit war das Moos noch nicht Naturschutzgebiet. Es waren Militärpiloten, welche dort ihre Landungen und Starts im Einverständnis mit dem Bauern übten. «Manchmal gingen wir auch nach Beromünster auf den Flugplatz und schauten den Flugzeugen zu. Schon damals hat mich das Fliegen fasziniert. Es war mein Traum, selber zu fliegen», erzählt die 16-Jährige. Seit Mitte 2016 arbeitet sie an ihrem Traum und absolviert auf dem Flugplatz Beromünster die Ausbildung zur Privatpilotin für einmotorige Flugzeuge.

Nachdem die Kottwilerin erst zugeschaut hat, auch bei einem Rundflug, den sie von ihrer Familie zum 14. Geburtstag geschenkt bekommen hat, durfte sie letztes Jahr einen Schnupperflug – den sie mit ihrem ersten Lohn bezahlt hat – absolvieren. «Die Landschaften von oben sehen, das intensive Gefühl von Freiheit – da hat es mich dann richtig gepackt», sagt sie. «Etwa einer von zehn, die einen Schnupperflug machen, bleiben hängen», so ihr Fluglehrer Urs Reber.

Sie bringt zwei Ausbildungen unter einen Hut

Die Ausbildung kostet etwa 18 000 Franken – abhängig von Talent und Vorbereitung – und verlangt viel Zeit. «Die Lehre zur Hotelfachfrau und die Ausbildung unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach», sagt sie. Denn im Sommerhalbjahr verbringt Celina viele Stunden auf dem Flugplatz. «Für eine Flugstunde bin ich etwa zweieinhalb Stunden hier. Man muss die Maschine ja auch vorbereiten, und danach wird das Flugzeug, eine Cessna C-152, geputzt.»

Demnächst steht die Theorieprüfung bevor. «Man kann die Theorie entweder per Skype oder in einer Klasse lernen. Ich habe es in der Klasse gemacht – als einziges Mädchen, und ich war mit Abstand die Jüngste», erzählt die Flugschülerin. Das sei weder ein Vor- noch ein Nachteil gewesen: «Ich wurde behandelt wie alle anderen.» Da stehen Fächer wie Meteorologie, Funk, Navigation, Luftrecht, Betriebsverfahren oder Grundlagen des Flugs auf dem Programm. Oder das Fach Human Performance, wo es darum geht, die Leistungsfähigkeit des Körpers zu thematisieren. «Und im Fach Flugzeugkennt­nisse müssen wir sehr genau ­wissen, wie der Flugzeugmotor funktioniert.» Doch das ist für Celina Stirnimann kein Problem: Für Motoren interessiert sie sich schon seit ihrer Kindheit.

Die erste Soloflugstunde wird eine Überraschung

Obwohl die 16-Jährige viel Zeit in ihr Hobby steckt, schafft sie es, nebenbei noch bei den Majoretten Wauwil mitzumachen, Gitarre zu spielen und mit ihren Freunden Zeit zu verbringen. «Die unterstützen mich auch sehr und möchten mitfliegen, wenn ich dann die Prüfung bestanden habe», meint sie lachend. Das dauert aber noch. 16 von mindestens 45 Flugstunden hat sie bis jetzt absolviert. Jetzt stehe dann die erste Soloflugstunde an, sagt Urs Reber. Die kündet er aber nicht an. Stirni­mann freut sich darauf: «Allein in der Luft muss das Gefühl von Freiheit noch intensiver sein.»

Celina Stirnimann finanziert ihr Hobby selber. «Doch ich tue das nicht mit der Idee, mit 21 Jahren Pilotin bei der Swiss zu werden. Erst mal soll es vor allem ein Hobby bleiben», betont sie. Doch auch wenn sie nicht Berufspilotin werden sollte – sie findet, dass sie auch für ihren Alltag profitiert: «Ich lerne, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.» Das wird ihren Vater freuen. Der hat sich nämlich gewünscht, Celinas erster Passagier zu sein. «Vielleicht im Herbst», sagt der Fluglehrer zu Celina Stirnimann.

Natalie Ehrenzweig

kanton@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Infoabend «Wie werde ich Pilot?» am Freitag, 17. März, um 18.30 Uhr auf dem Flugplatz Beromünster. Eintritt frei. Infos: 041 930 18 66 oder unter www.flubag.ch.

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