KOTTWIL: Für sie hat die Fasnacht längst begonnen

Zwei Fasnachtsverrückte verkaufen Masken und Kostüme. Für Heidi und Franz Stirnimann ist ihr Shop mehr als nur eine Randerscheinung.

Ernesto Piazza
Drucken
Teilen
Fasnächtler durch und durch: Franz und Heidi Stirnimann in ihrem Fasi-Shop. (Bild: Nadia Schärli)

Fasnächtler durch und durch: Franz und Heidi Stirnimann in ihrem Fasi-Shop. (Bild: Nadia Schärli)

Klein, aber fein ist man fast geneigt zu sagen. Für Fasnächtler ist das alte Feuerwehrlokal sicherlich ein Geheimtipp. Seit mehr als zehn Jahren verkaufen Heidi und Franz Stirnimann ihre Fasnachtsutensilien. Für sie – zwei Fasnächtler von Kopf bis Fuss – bedeutet ihr Fasi-Shop viel mehr als nur ein Hobby. Es ist ein Nebenjob – den sie aber mit grossem Idealismus und viel Liebe zum Detail ausüben.

Handel aufgebaut

Bei Stirnimanns begann es so, wie eine Erfolgsgeschichte meistens beginnt: im Kleinen. Sie habe ihre Fasnachtskleider zuerst immer selbst genäht, blickt Heidi Stirnimann auf die Anfänge zurück. Um in einem nächsten Schritt Kostüme auch zu verkaufen. «Bis es mir zu viel wurde», gesteht sie. Und so ging es vom Keller und der Garage nicht nur ins jetzige Lokal, gleichzeitig begannen sie, dort auch einen eigentlichen Handel mit allerlei Fasnachtsutensilien aufzubauen. Mittlerweile kommt Heidi Stirni­mann nur noch selten zum Nähen ihrer eigenen Kleider.

Erfahrung macht den Unterschied

Während sie den Online-Verkauf ebenfalls seit über zehn Jahren betreiben, verkaufen Heidi und Franz Stirni­mann nunmehr das sechste Jahr Fasnachtskostüme im alten Feuerwehrlokal. Und dies auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern. Hier voll bepackte Ständer, Bügel an Bügel behangen mit Kleidern – dort Masken, fein säuberlich sortiert: Überall kann man die verschiedensten Sujets finden. «Im Fasi-Shop wird Qualität grossgeschrieben. Das ist für uns ganz wichtig», betont Franz Stirnimann, der auch Zunftrat der Mugge-Zunft Ettiswil ist.

Alle Utensilien – ob Kostüme oder sonstiges Fasnachtszubehör – sind Verkaufsstücke. Diese hätten zwar ihren Preis, sagt Heidi Stirnimann, ohne dazu aber nähere Angaben zu machen. Trotzdem weiss sie: Wenn ein Kunde ein Sujet zweimal miete, könnte er es ebenso gut kaufen. Und für Stirnimanns ist klar: Die passende Beratung wird geschätzt. Der eine oder andere Tipp, gepaart mit langjähriger Erfahrung, gehört ebenfalls dazu. «Und es ist auch die Freude an der Ware», sagt Fasnächtler Franz. Weiter verrät er: «Wenn die neuen Stücke angeliefert werden, bin ich heute noch immer sehr gespannt, wie die Sujets tatsächlich aussehen.»

«Piraten» sind Dauerbrenner

Die Faszination für dieses nicht alltägliche Business ist bei den Stirnimanns ungebrochen. Anders liessen sich die vielen Stunden im Fasi-Shop wohl kaum bewältigen. Die Trends spüren – das Richtige einkaufen: Das sei oft nicht ganz einfach, so Heidi Stirnimann. Deshalb orientieren sie sich auch an den Aktualitäten – beispielsweise an Flower- Power, dem diesjährigen Fasnachtsmotto der Fasnacht Ettiswil. Wichtig ist für die beiden zudem eine intakte Lieferantenbeziehung. «Dies ermöglicht uns, auch mal Einzelstücke einzukaufen», sagt Zünftler Franz. Und es fällt leichter, einem Kunden einen Spezialwunsch zu erfüllen.

Und wie steht es mit den Rennern? «Tier-Overalls laufen immer gut», weiss Franz Stirnimann. Und Piraten sind nach wie vor Dauerbrenner. Allerdings: Die grossen Würfe vermissen die Stirni­manns in diesem Jahr. Wenn sie aber plötzlich feststellen, dass ein Artikel besonders gut läuft, greifen sie zum «Stock-Picking». Dadurch lassen sich diese Stücke praktisch von der Stange nachbeziehen. Dennoch kann es bei aller Vorsicht passieren, dass sich ein Einkauf als «nicht gängig» erweist. Die Preise dieser Artikel werden im Fasi-Shop – wie in Kleiderläden üblich – runtergesetzt. 50 bis 70 Prozent aller Verkäufe passieren online. Heute bestellen – heute versenden: «Das jedoch immer unter der Voraussetzung, dass die Ware lieferbar und bezahlt ist», betont Heidi Stirnimann.

Tessin liegt im Trend

So richtig ins Rollen kommt das Geschäft jeweils nach Weihnachten. Die Kunden rekrutieren sich aus verschiedenen Teilen der Schweiz. Wobei sie in den vergangenen beiden Jahren einen Trend in Richtung Tessin feststellen. Allerdings: Traditionelle Strassenkleider sind in Kottwil keine zu finden. Trotzdem: Obwohl die «Rüüdigen» erst noch ausbrechen, befinden sich die Stirni­manns schon heute mittendrin, in der intensivsten Zeit des Jahres.

Hinweis

Weitere Informationen finden Sie auf www.fasi-shop.ch