KRANKENKASSEN: «Luzerner zahlen zu viel Prämien»

Laut Tarifsuisse muss jeder Luzerner pro Jahr 85 Franken mehr Krankenkassenprämie zahlen. Guido Graf sagt, diese Rechnung sei falsch.

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Eine Physiotherapeutin behandelt im Spital eine Patientin. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)

Eine Physiotherapeutin behandelt im Spital eine Patientin. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)

nus. Die Luzerner Regierung hat den Spitaltarif viel zu hoch angesetzt, behauptet Tarifsuisse, die grösste Einkaufsgemeinschaft der Krankenversicherer in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Die Folge: «Die Luzerner zahlen viel zu hohe Krankenkassenprämien», sagt Tarifsuisse-Direktorin Verena Nold.

Tarifsuisse spricht vom Entscheid der Regierung, den Tarif für die stationäre Behandlung am Luzerner Kantonsspital auf 10 325 Franken festzulegen. Dieser von Gesundheitsdirektor Guido Graf kommunizierte Basispreis, die sogenannte Base-Rate, ist die Vergütung, die ein Spital für einen Durchschnittsfall erhält (Ausgabe von gestern). Die Regierung musste den Tarif festlegen, weil sich das Kantonsspital und Tarifsuisse nicht einigen konnten. Tarifsuisse forderte 8951 Franken und das Kantonsspital 10 645 Franken.

Tarifsuisse: «27 Millionen zu viel»

Laut Tarifsuisse-Direktorin Verena Nold erwarten die Luzerner Prämienzahler Mehrkosten von über 27 Millionen Franken. «Wir prüfen nun, den Entscheid der Luzerner Regierung ans Bundesverwaltungsgericht weiterzuziehen», sagt Nold. Die Chancen, dass Tarifsuisse tatsächlich das Gericht anruft, seien «sehr hoch».

Geeinigt hat sich das Kantonsspital dagegen mit der Verhandlungsgemeinschaft der Krankenversicherer HSK (Helsana, Sanitas und KPT) – auf den Basispreis von 10 350 Franken.

Warum Tarifsuisse rund 1400 Franken weniger fordert, begründet Verena Nold so: «Wir stützen uns auf Daten von 128 Spitälern aller Grössen.» Dass ihre Forderungen realistisch seien, beweise die Tatsache, dass Tarifsuisse im letzten Jahr mit über 60 Prozent der Spitäler Verträge abgeschlossen habe.

Beim Kantonsspital ortet man die Ursache für einen allfälligen Anstieg der Prämien nicht in der Kostensteigerung bei den Spitälern, sondern in der neuen Spitalfinanzierung inklusive Umverteilung und neuer Berechnungsart der Tarife.

Graf: «Falsche Rechnung»

Laut Gesundheitsdirektor Guido Graf ist der festgesetzte Tarif gerechtfertigt. Zentrumsspitäler wie das Luzerner Kantonsspital würden eine höhere Base-Rate als Regionalspitäler benötigen. «Wenn Tarifsuisse im Hinblick auf die Belastung der Prämienzahler nur das Kantonsspital rechnet, ist das falsch», sagt Graf.

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