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So unterschiedlich sind die Krankenkassenprämien im Kanton Luzern

Die Prämien für 2020 sinken in Luzern so stark wie nirgends. Je nach Region und Kasse herrschen im Kanton grosse Unterschiede.
Sasa Rasic
Das Hausarztmodell ist bei vielen Krankenkassen das günstigste Angebot. Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone

Das Hausarztmodell ist bei vielen Krankenkassen das günstigste Angebot. Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone

Um durchschnittlich 0,2 Prozent steigen nächstes Jahr die Krankenkassenprämien in der Schweiz. Der Kanton Luzern bleibt von dieser Entwicklung verschont, die Prämien sinken sogar um 1,5 Prozent (Ausgabe von gestern).

Ein Blick auf die einzelnen Angebote der Versicherer zeigt teilweise erhebliche Unterschiede im Preis. Dies obwohl die Leistungen in der Grundversicherung bei allen Krankenkassen gleich sind. Bezüglich der Dienstleistungen werden aber verschiedene Modelle angeboten (siehe Link unten am Text). Wer ein besseres Angebot als das derzeitige findet, hat noch gut zwei Monate Zeit, um die Krankenkasse zu wechseln. Die Kündigung muss am 30. November beim Versicherer eintreffen.

Bis zu 536 Franken monatliche Prämien

Die Spanne für die Grundversicherung mit Unfalldeckung und Minimalfranchise von 300 Franken bei einem Erwachsenen ab 26 Jahren reicht je nach Wohnort im Kanton von monatlich 369 Franken im ländlichen Luzern bis zu 536 Franken in der Stadt Luzern.

Der Kanton Luzern wird in drei Prämienregionen eingeteilt:

  • Die Erste und Bevölkerungsreichste, ist auch tendenziell die Teuerste. Sie umfasst Luzern, Emmen, Kriens, Horw und Ebikon.
  • Zur Region 2 zählen Adligenswil, Buchrain, Dierikon, Eich, Malters, Meggen, Meierskappel, Neuenkirch, Nottwil, Oberkirch, Root, Rothenburg, Ruswil, Schenkon, Sempach, Sursee, Udligenswil, Werthenstein und Wolhusen.
  • Die restlichen Gemeinden des Kantons zählen zur Region 3.

In der Region 1 fahren Versicherte mit den erwähnten Kriterien bei der Assura (410.80 Franken) am günstigsten. Am meisten zahlen sie bei der Intras (536 Franken). Wenn sie im Jahr 2020 deutlich sparen wollen und bereit sind, sich bei der Arztwahl einzuschränken, würde sich ein Wechsel ins Hausarztmodell der Krankenkasse Progrès (354.40 Franken), die zum Helsana-­Verbund gehört, lohnen. Der gleiche Versicherer hat auch das insgesamt günstigste Angebot für Erwachsene in der Region (213.50 Franken bei einer Franchise von 2500 Franken, ohne Unfalldeckung).

Wer in der Prämienregion 2 wohnhaft ist, zahlt mit den gleichen Kriterien bei der Agrisano (376.40 Franken) am wenigsten. Den höchsten Preis zahlen die Versicherten bei der Visana (485 Franken). Bei einer Franchise von 2500 Franken ohne Unfalldeckung sinkt die monatliche Prämie unter 200 Franken (ebenfalls bei Progrès im Hausarztmodell).

Für Versicherte in der Region 3 hat die Atupri die günstigste Grundversicherung (369 Franken). Am meisten bezahlen sie bei der Visana (485 Franken). Das insgesamt günstigste Angebot bietet hier das HMO-Modell von Atupri mit 186.70 Franken (Franchise 2500 Franken, ohne Unfalldeckung).

«Es sind sicher nicht alle Faktoren nachhaltig»

Die nationale Prämienerhöhung von «fast null» für 2020 sei eine «sehr gute Neuigkeit», sagte Bundesrat Alain Berset am Dienstag. Nach dieser Verschnaufpause stellt sich die Frage, ob die Entwicklung nachhaltig sein könnte oder doch schon 2021 wieder mit Erhöhungen zu rechnen ist. «Es sind sicher nicht alle Faktoren nachhaltig, die heuer zu einer Prämiensenkung geführt haben», sagt Hanspeter Vogler, Leiter Fachbereich Gesundheitswesen des Kantons Luzern. Dabei würden auch die Bildung oder Auflösung von Reserven der Krankenversicherer, die Genauigkeit der Kostenschätzung für das laufende und das folgende Jahr und auch die Höhe der Prämie im laufenden Jahr eine Rolle spielen. Vogler: «Es ist davon auszugehen, dass der medizinische Fortschritt und die demografische Entwicklung künftig eher Mehrkosten verursachen werden.» Insofern müssen Versicherte also eher wieder mit Prämiensteigerungen rechnen. «Der entscheidende Faktor wird längerfristig sein, ob es uns gelingt, das Gesundheitssystem nur soweit wie nötig zu beanspruchen und auf alles, was nicht notwendig ist, zu verzichten», sagt Vogler. Wenn die Bevölkerung und die Leistungserbringer eine «Medizin mit Augenmass» zum Ziel hätten, werde man in absehbarer Zeit nur mit moderaten Kostensteigerungen rechnen müssen.

Wieso genau im Kanton Luzern die Prämien derart sinken, ist kaum an einzelnen Faktoren auszumachen. «Was man aber sicher sagen kann, ist, dass der Kanton Luzern vieles richtig gemacht hat. Wir legen beispielsweise grossen Wert auf Prävention und auf die Sensibilisierung der Bevölkerung. So hat wohl auch das Projekt ‹ambulant vor stationär› zu einem bewussteren Umgang bezüglich der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen geführt», sagt Vogler. Luzern habe das Projekt als erster Kanton und am konsequentesten eingeführt.

Initiativen wollen weiteren Anstieg verhindern

Auf nationaler Ebene werden derzeit für zwei Initiativen Unterschriften gesammelt. So fordert die SP, die Prämien auf 10 Prozent des Einkommens zu begrenzen. Die CVP will mit ihrer Kostenbremse-Initiative bei den Ausgaben ansetzen. Die Krienser Nationalrätin Yvette Estermann (SVP) hat die Idee einer Art Krankenkasse light lanciert, bei welcher Versicherte auf gewisse Leistungen verzichten könnten.

«In politischen Diskussionen wird oft zu wenig beachtet, dass man nicht über die Kosten reden kann, ohne auch die Leistungen zu thematisieren», sagt Vogler. Denn Kosten und Leistungen würden in aller Regel in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis stehen. Vogler: «Es wäre deshalb wünschenswert, wenn nicht vornehmlich über die Kosten, sondern vermehrt auch über Leistungen diskutiert würde, auf die man künftig verzichten will oder die man künftig kostengünstiger anbieten will.»

Hinweis
Prämienrechner des Bundes: www.priminfo.ch

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