KRAWALLE: «Polizei kann nicht überall gleichzeitig sein»

Wüste Szenen nach dem FCL-Match am Montagabend beim Bahnhof Luzern: Unbekannte werfen Steine auf den abfahrenden Zug mit den FCZ-Fans. Der Polizeikommandant will daraus Lehren ziehen.

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Solche faustgrossen Steine wurden geworfen. (gestellte Szene, Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Solche faustgrossen Steine wurden geworfen. (gestellte Szene, Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Montagabend beim Kino Capitol in Luzern: Ein Dutzend kahlgeschorene Chaoten bewerfen den Extrazug, in dem sich die Fans des FC Zürich befinden, mit faustgrossen Steinen, die sie vom Bahntrassee auflesen. Doe Passagiere bringen den Zug via Notbremse zum Stillstand, worauf ein paar FCZ-Fans aussteigen und Steine zurückwerfen. Bedrohliche Zustände mitten in der Stadt und dies kurz nach 22 Uhr, während andere Leute aus dem Kino oder Restaurant kommen.

Ernst Röthlisberger, hat die Polizei am Montagabend versagt?
Ernst Röthlisberger: Sicher nicht. Die Polizei kann nicht überall sein. Der Zug war bereits Richtung Zürich unterwegs, als es zu besagtem Zwischenfall kam. Insofern hatten wir die Situation vorher im Griff. Dass plötzlich rund ein Dutzend Personen, die wir nicht identifizieren konnten, den Zug aus einem Hinterhalt mit Steinen bewerfen, konnten wir nicht vorausahnen. Zumal wir in der Zwischenzeit überzeugt sind, dass diese Aktion bewusst geplant war.

Wieso sind Sie davon überzeugt?
Röthlisberger: Weil sie sich beim Notausgang des Kinos Capitol versteckt hatten, bis der Zug auf ihrer Höhe war.

Mit wie vielen Personen waren Sie vor Ort, und wie viel kostete dieser Einsatz?
Röthlisberger: Zum Aufgebot gebe ich aus polizeitaktischen Gründen keine Antwort. Die Kosten kommentiere ich nicht.

Wurden Personen festgenommen?
Röthlisberger: Nein, die Gruppe hat sich breits vor dem Eintreffen der Polizei aufgelöst.

Welche Lehren ziehen Sie aus dem Vorfall?
Röthlisberger: Wie wir auf diesen Einzelfall reagieren, kann ich noch nicht sagen. Erst müssen wir den Einsatz genau analysieren.

Eine der Möglichkeiten besteht wohl darin, noch mehr Polizei aufzubieten.
Röthlisberger: Dies ist eine der Varianten. Utopisch wäre es aber zu glauben, dass es deswegen nicht wieder zu einem solchen Zwischenfall kommen könnte. Will man unbedingt auf eine Fangruppe losgehen, schafft man das auch. Denn die Polizei kann nicht überall gleichzeitig sein. Sonst hätten wir theoretisch gestern auch gleichzeitig in Gisikon einsatzbereit stehen müssen. Dort wurde der Zug nochmals mit Steinen beworfen.

Interview von Simone Hinnen

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.