Kriegsverbrecher in Luzern?

Seit mehreren Jahren lebt in der Agglomeration Luzern ein ehemaliger Minister Ruandas. Nun ermittelt die Militärjustiz erneut.

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Der heute 58-jährige G. R. soll 1994 am grössten Genozid in der Geschichte Afrikas beteiligt gewesen sein. Damals wurden in Ruanda innerhalb weniger Monate 800 000 bis 1 Million Menschen umgebracht. G. R. war zu jenem Zeitpunkt Minister der für den Genozid verantwortlichen Hutu-Regierung.

Heute lebt G. R. unbehelligt in einer Luzerner Agglomerationsgemeinde – als abgewiesener Asylbewerber mit dem Status eines vorläufig aufgenommenen. Dies bestätigt Andreas Regli, Abteilungsleiter Asyl und Rückführung beim kantonalen Amt für Migration: «Der Mann hält sich noch immer hier auf. An seiner Akte hat sich nichts verändert.» Die Schweizer Militärjustiz hat die Beweisaufnahme gegen den Mann im Herbst 2009 wieder aufgenommen. Dies, nachdem sie schon einmal während sieben Jahren gegen ihn ermittelt hatte, ihre Beweisaufnahme dann jedoch 2005 ergebnislos einstellen musste. Grund für die Wiederaufnahme des Falles waren in erster Linie neue Beweismittel.

Samantha Taylor/Neue Luzerner Zeitung

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