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KRIENBRÜGGLI: Das Bordell verschwindet bald

30 Jahre lang war hier das horizontale Gewerbe eingemietet. Der neue Besitzer will dies bald ändern – einigen geht das aber nicht schnell genug.
Hugo Bischof
Das «Krienbrüggli»-Gebäude (Bildmitte) im Luzerner Kleinstadtquartier hat einen neuen Besitzer. (Bild Dominik Wunderli)

Das «Krienbrüggli»-Gebäude (Bildmitte) im Luzerner Kleinstadtquartier hat einen neuen Besitzer. (Bild Dominik Wunderli)

Hugo Bischof

Unten ist eine Kontaktbar. In den oberen Stockwerken können sich Interessierte mit den Animierdamen noch näher anfreunden. «Résidences» nennt der Geschäftsführer die Zimmer im oberen Teil des Hauses an der Pfistergasse 2, auf dem der Schriftzug «Krienbrücke» prangt; im Volksmund heisst es schlicht «Brüggli-Puff». Als Bordell dient es seit rund drei Jahrzehnten.

Calida-Erbe erwarb Liegenschaft

Jetzt hat das markante sechsstöckige Gebäude an der Kreuzung Pfistergasse-Rütligasse-Bahnhofstrasse – zumindest der grösste Teil davon, jener mit dem Bordell – den Besitzer gewechselt. Neuer Eigentümer ist Vanja Palmers. Der Calida-Erbe, Alt-Hippie und Tierschützer erwarb die Liegenschaft zusammen mit seinem Bruder. Er bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des Online-Magazins «zentralplus».

Palmers hat den Mietvertrag mit der Bordell-Betreiberin Gastrolina AG per 31. März 2018 beendet. Für ihn ist klar: «In diesem Gebäude wird es künftig kein Puff mehr geben.» Der Entscheid sei definitiv und unwiderruflich. Palmers hätte sich ein rascheres Ende gewünscht, vor der Mieter-Schlichtungsstelle habe man sich schliesslich auf dieses Datum geeinigt.

Urs W. Gehrig, Gründer und Sprecher der Gastrolina AG, bestätigt das Auslaufen des Mietvertrags per Ende März 2018. Dass die Gastrolina AG den Betrieb danach in einem anderen Gebäude weiterführen werde, schliesst er aus.

Dass das Bordell erst in knapp zwei Jahren schliesst, passt nicht allen. Der Altindustrianerverband Luzern besitzt weiterhin im Stockwerkeigentum das 1. Obergeschoss des Gebäudes, wo er einst seine Versammlungen abhielt. Der Verband kämpft seit Jahren für die sofortige Schliessung des Bordells im «Krienbrüggli». Für dessen Betrieb sei nie eine amtliche Bewilligung erteilt worden.

Vanja Palmers will in den oberen vier Stockwerken des «Krienbrüggli» Wohnungen einrichten – «oder Studentenzimmer», wie er betont. Genaue Pläne habe er noch nicht. Der Erwerb der Liegenschaft hat für ihn auch einen emotionalen Wert. Früher, als das Gebäude noch ein Hotel und kein Bordell war, gehörte es über drei Generationen hinweg den Vorfahren seiner Ehefrau.

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