KRIENS: 60 Millionen Franken für ein neues Zentrum

Das Herz der Gemeinde Kriens soll saniert werden. Am 9. Februar entscheiden die Krienser, ob sie sich das leisten wollen.

Lena Berger
Drucken
Teilen
Ins Krienser Zentrum – im Bild das Teiggi-Areal von der Rückseite her fotografiert – wurde in den letzten Jahren kaum investiert. (Bild Pius Amrein)

Ins Krienser Zentrum – im Bild das Teiggi-Areal von der Rückseite her fotografiert – wurde in den letzten Jahren kaum investiert. (Bild Pius Amrein)

In einem Punkt herrscht unter den Krienser Politikern grosse Einigkeit: Es muss etwas gehen im Dorfzentrum. Jahrelang wurde nicht investiert. Das Herz von Kriens ist kaum als solches erkennbar. Das soll sich ändern. Der Knackpunkt dabei ist die Finanzierung.

«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)
18 Bilder
«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)
«Werkhof / Eichenspes» (Bild: PD)
Spatenstich am 26. Januar 2015 für das Feuerwehrlokal und den Werkhof im Eichenspes. (Bild: PD)
«Teiggi mit Gemeindehaus» (Bild: PD)
«Teiggi mit Gemeindehausplatz» (Bild: PD)
«Kultur / Jugend / Gewerbe Schappe Süd (mit Musikschule)» (Bild: Visualisierung PD)
«Schappe Süd» (Bild: PD)
Schappe Süd (Bild: PD)
Langmatt (Bild: PD)
«Zentrum Pilatus» (Bild: Visualisierung PD)
«Teiggi» (Bild: PD)
«Wohnpark Teiggi / Gemeindehaus-Areal» (Bild: Visualisierung PD)
«Schappe Süd» (Bild: PD)
Vorplatz mit Zentrum Pilatus aus Richtung Bellpark. (Bild: PD)
«Pilatussaal» (Bild: PD)
Zentrum Pilatus. (Bild: PD)
Die vier Teilprojekte in der Übersicht. (Bild: PD)

«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)

Was ist geplant?

Vier Projekte sollen realisiert werden:

Schappe Süd: Das Areal soll als Kultur-/Jugendzentrum und von der Musikschule genutzt werden.

Werkhof/Feuerwehr: Im Eichenspes erhalten Mitarbeiter von Feuerwehr und Werkhof eine moderne Infrastruktur.

Gemeindehaus/Teiggi: Geplant ist eine Wohn- und Geschäftsüberbauung, die auch Alterswohnungen anbietet.

Areal Pilatus: Beim ehemaligen Hotel Pilatus ist der Bau eines Geschäftsgebäudes geplant – unter anderem für die Verwaltung und die Luzerner Polizei.

Wie werden die einzelnen Projekte finanziert?

Das Teilprojekt Gemeindehaus/Teiggi wird 100 Prozent privat getragen. Und zwar von der Stiftung Abendrot Basel, der Baugenossenschaft Wohnwerk Luzern und der Genossenschaft Wohnen im Alter Kriens. Die Bauten in den Gebieten Schappe Süd (10,4 Millionen Franken) und Eichenspes (16,75 Millionen plus 7,2 Millionen Vorfinanzierung von der Feuerwehr) werden zu 100 Prozent von der Gemeinde getragen. Das Areal Pilatus überbaut die Gemeinde zusammen mit der Alfred Müller AG. Die Kosten werden geteilt. Für die Gemeinde Kriens betragen sie 25 Millionen Franken (mit Innenausbau).

Wie viel würde das neue Zentrum die Gemeinde kosten?

Der Gemeinderat rechnet mit Bruttoinvestitionen von 61,4 Millionen Franken. Abzüglich des Erlöses aus dem Verkauf des Teiggi-Areals, Rückstellungen, Eigenkapital der Feuerwehr und des Kapitals, das durch die Abgabe des Gemeindehausareals im Baurecht freigesetzt wird, müssen netto 37,1 Millionen Franken investiert werden.

Wie würde sich das Projekt auf die Verschuldung auswirken?

Um die Mittel aufbringen zu können, wird sich die Gemeinde Kriens Geld von einer Bank leihen. Sie rechnet ab 2018/19 mit jährlichen Kosten von 1,3 Millionen, welche den Finanzhaushalt längerfristig belasten. Allerdings geht der Gemeinderat davon aus, dass durch die Investitionen zusätzliche Steuereinnahmen entstehen werden – sodass sich die jährliche Belastung auf 700 000 Franken reduziert. Weiter plant die Gemeinde, zwei Grundstücke in der Bosmatt und am Mülirain zu verkaufen, was den Fremdmittelbedarf reduzieren soll. Deshalb wird die Verschuldung gemäss Gemeinderat nur kurzfristig ansteigen.

Droht aufgrund der hohen Kosten eine Steuererhöhung?

Die Befürworter rechnen damit, dass die Gesamtinvestitionen von 130 Millionen Franken eine Impulswirkung haben werden und Kriens fürs Gewerbe attraktiver wird. Allein durch die 200 neuen Wohnungen sollen zusätzliche Steuereinnahmen von 600 000 Franken entstehen (Ausgabe vom 15. Oktober) Der Gemeinderat meint: Ohne die Umsetzung des Zentrumsprojekts sei die Wahrscheinlichkeit einer Steuererhöhung ab 2015 grösser als mit dem Projekt.

Wie stellt sich das Parlament zu dem Vorhaben?

Der Einwohnerrat stimmte dem Baukredit «Zukunft Kriens – Leben im Zentrum» mit 23 Ja-Stimmen bei 6 Nein-Stimmen zu. Alle Fraktionen, abgesehen von der SVP, waren dafür.

Warum lehnte der Einwohnerrat eine Etappierung ab?

Die SVP schlug im Einwohnerrat vor, zuerst nur den Kredit für das Dienstleistungszentrum Pilatus zu genehmigen und die neue Überbauung Teiggi/Gemeindehaus zu realisieren. Der Umbau der Gebäude auf dem Areal Schappe-Süd in ein Kulturzentrum sowie der Neubau für die Feuerwehr sollten später angegangen werden. Das Parlament lehnte dies ab, da die Projekte stark miteinander verknüpft seien. Die Realisierung ist in Etappen über fünf Jahre vorgesehen.

Welche Befürchtungen haben die Gegner?

Die SVP befürchtet eine Überschuldung der Gemeinde. Weitere Steuererhöhungen würden nötig, weil in den nächsten Jahren auch Schulhäuser saniert werden müssen und ein Neubau des Altersheims Grossfeld anstehe. Ausserdem bringe das neue Zentrum mehr Verkehr.

Welche Auswirkungen hat das Projekt auf den Verkehr?

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass sich das Projekt positiv auf den Verkehr auswirken wird. Die Realisierung des Zentrums Pilatus sei wichtig, um die Luzernerstrasse neu zu gestalten. Der Kanton plane zudem ein Projekt auf der Kantonsstrasse, das die Verkehrsqualität verbessern soll.

Was passiert, wenn das Projekt abgelehnt wird?

Gemäss dem Gemeinderat müssten trotzdem rund 25 Millionen in die Sanierung der bestehenden Liegenschaften investiert werden – ohne dass dafür ein Mehrwert entstünde.

Die Botschaft zur Abstimmung in Kriens finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/bonus