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KRIENS: Als selbst 20-Jährige im Jugi abhingen

Das Jugendzentrum Teiggi ist aus der ehemaligen Teigwarenfabrik ausgezogen. Seit den Anfängen hat sich einiges verändert.
Beatrice Vogel
Jugendliche im Krienser Jugendzentrum Teiggi um 1990. Bild: Peter Fischli

Jugendliche im Krienser Jugendzentrum Teiggi um 1990. Bild: Peter Fischli

Die «Teiggi» wird in diesen Tagen zu Grabe getragen – nach fast 40 Jahren Zwischennutzung. Die rund 50 Kleingewerbe- und Kreativräume auf dem Areal werden geräumt. Bald weicht die alte Teigwarenfabrik im Rahmen der Zentrumsüberbauung einem Neubau, nur ein Teil der «Teiggi» bleibt erhalten.

Die «Teiggi», das war vor allem auch ein Jugendzentrum. Hier traf sich 36 Jahre lang die Krienser Jugend. Diese Ära ist nun zu Ende. Am Freitag eröffnet der provisorische Jugendraum Freiraum am Gemeindehausplatz ganz offiziell. Nach dem Umbau in Schappe Süd soll das Jugendhaus dann in den ehemaligen Schappe-Hallen unterkommen.

Jugendliche wollten eine Betreuungsperson

Ein Jugendtreff gehört mittlerweile in jede grössere Gemeinde. In den 1970er-Jahren war dies aber nicht selbstverständlich. Damals kam in Kriens der Wunsch auf nach einem Treffpunkt für Jugendliche, der von einem Erwachsenen betreut wird. Eine 1977 durchgeführte Umfrage von Sozialarbeiterinnen bestätigte das Bild: Fast die Hälfte der Jugendlichen bezeichnete das damalige Angebot als ungenügend, 95 Prozent befürworteten die Anstellung eines Jugendarbeiters. Der Einwohnerrat folgte dem Anliegen und beschloss die Einrichtung eines Jugendraums sowie die Einstellung der Betreuungsperson. Im Januar 1980 nahm Hugo Fuchs als erster Krienser Jugendleiter seine Arbeit in den Räumlichkeiten der «Teiggi» auf.

Fuchs gestaltete den Raum gemeinsam mit den Jugendlichen. Anfangs war die «Teiggi» vor allem ein Treffpunkt – mit Pingpong- und Billardtisch, Töggelikasten, Bar und Sitzecke. Eine Werkstatt gehörte dazu, wo die «Töfflibuebe» an ihren Gefährten werkelten. Über die Jahre entwickelte sich das Jugendhaus zu einem regelrechten Kulturzentrum. Einheimische Bands gaben regelmässig Konzerte, es gab Diskussionsabende und sogar eine eigene Zeitung – «Gnagi». Und die «Teiggi» war gefragt: Trotz Alkohol- und Drogenverbot besuchten zwischen 60 und 100 Jugendliche pro Abend das Lokal.

Mitte der 1990er-Jahre schrieb das Jugendhaus allerdings negative Schlagzeilen. Es kam zu Schlägereien, alteingesessene «Teiggianer» fühlten sich durch neue Gruppen von Jugendlichen bedroht. Zwar gab es schon in den 1980ern gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Gruppen. Doch 1994 war es so weit, dass die «Teiggi» für zwei Wochen geschlossen werden musste. Danach gab es Personenkontrollen, eine Weile durften nur einheimische Jugendliche das Jugendzentrum nutzen.

Seither ist es ruhig geworden. Anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums im Jahr 2000 sagte der damalige Jugendhausleiter in unserer Zeitung, es gebe kaum mehr Bands, die Konzerte geben. «Die Jugendlichen kommen, um Billard zu spielen und sich in Breakdance zu üben.»

Der Jugendraum als Rückzugsort für Jugendliche – das hat sich nicht verändert. Die Arbeit der Jugendanimation hat sich aber weiterentwickelt. Integration von ausländischen Jugendlichen ist heute ein wichtiges Thema. Und: «Unser Angebot ist vielfältiger. Das Jugendhaus ist nur ein Teil davon», erklärt Kurt von Rotz, Jugendbeauftragter Kriens.

So gibt es etwa die Infobar, die täglich geöffnet ist. Und die Animatoren gehen öfter auf die Strasse und suchen die Jugend­lichen auf. Der offene Treff ist zwar nach wie vor gefragt – 40 bis 60 Jugendliche besuchen ihn jeweils am Freitag – oft werden die Räumlichkeiten auch gemietet. Rund 200 Vermietungen gab es letztes Jahr.

Was ebenfalls anders ist: «Früher besuchten junge Erwachsene um die 20 das Jugendhaus, heute sind die typischen Kunden Sekschüler.» Diese haben laut von Rotz andere Bedürfnisse, Alkohol sei beispielsweise überhaupt kein Thema.

Hinweis

Bis Sonntag sendet das Jugendradio 3fach vom Teiggi-Areal. Am Wochenende gibt es Konzerte und weitere Veranstaltungen. Infos: www.wohnwerk-luzern.ch

Beatrice Vogel

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