KRiens

Altes Gemeindehaus ist vier Millionen wert – und es gibt einen Interessenten

Der Krienser Stadtrat hat das seit zwei Jahren leerstehende Gebäude schätzen lassen und will es im Baurecht abgeben. Ein Haus der Vereine hat für ihn nicht Priorität – zur Enttäuschung der SVP.

Roman Hodel
Drucken
Teilen

Das alte Gemeindehaus von Kriens steht seit zwei Jahren leer. Die Stadt Kriens sucht zwar nach einem Mieter, bislang aber ohne Erfolg. Im Frühling hat der Einwohnerrat ein Postulat der SVP überwiesen, das die Prüfung einer alternativen Nutzung fordert – konkret als Haus für Vereine. Doch in seinem Bericht zum Postulat schreibt der (alte) Stadtrat, dass es nie die Absicht des Finanzdepartements war, dieses Gebäude für Vereine zu nutzen.

Bild: Roger Grütter (18. Februar 2020)

Zumal diese mit dem Schappe Kulturquadrat bereits über Räumlichkeiten im Zentrum verfügen würden. Vielmehr liege die Zielgruppe nach wie vor «in der Richtung der kreativen Denker, der diskreten Berater und bei öffentlichkeitsnahen Betrieben».

Postulant Räto Camenisch zeigte sich am Donnerstag im Einwohnerrat enttäuscht über den Stadtratsbericht und sagte:

«Ich wünsche mir Priorität für Vereine.»

Raoul Niederberger (Grüne) kritisierte, dass der Stadtrat nie eine Zwischennutzung in Betracht gezogen hat: «Leider ist eine solche auch nicht mehr möglich, weil etwa elektrische Installationen schon zurückgebaut wurden.» Nun müsse die Stadt dringend notwendige Instandstellungsarbeiten tätigen, ohne die Bedürfnisse künftiger Mieter zu kennen. Ähnlich argumentierte Raphael Spörri (SP) und kritisierte, dass man die Option Zwischennutzung «leider verpasst hat».

Roger Ernis «Primeur»

Womöglich ist eine solche auch nicht mehr nötig, denn Finanzvorsteher Roger Erni (FDP) präsentierte im Parlament «einen Primeur». Seit wenigen Tagen liege eine Schätzung des Gebäudes vor, vorgenommen vom Immobiliendienstleister Arlewo. Demnach beträgt der Wert des alten Gemeindehauses vier Millionen Franken. «Und wir haben einen Interessenten», so Erni. Man werde jetzt nur werterhaltende, zwingend notwendige Arbeiten ausführen. Er hofft, dass er im März verkünden könne, wer das Gebäude im Baurecht erwerben wolle. Erni sagte:

«Dieses Geschäft wird auch in den Einwohnerrat kommen und ich bin gespannt, was sie dazu sagen werden.»