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KRIENS: Areal-Kauf wird salonfähig

Im Einwohnerrat gab es noch Gelächter für die Idee, dass die Gemeinde das Andritz-Areal erwerben soll. Mit zwei Vorstössen könnte sie aber plötzlich mehrheitsfähig sein.
Raphael Gutzwiller
Was zuerst für Gelächter sorgte, könnte schon bald Realität werden: Das Andritz-Areal in Kriens soll gekauft werden. (Bild: Philipp Schmidli)

Was zuerst für Gelächter sorgte, könnte schon bald Realität werden: Das Andritz-Areal in Kriens soll gekauft werden. (Bild: Philipp Schmidli)

Als Enrico Ercolani (FDP) im Krienser Einwohnerrat seine Idee präsentierte, dachten noch viele, es handle sich um einen Scherz. Der FDP-Einwohnerrat schlug vor, dass die Gemeinde das Andritz-Hydro-Areal kaufen soll. Im Gegenzug soll sie Land am Sonnenberg zum Bau eines Villenquartiers veräussern (Ausgabe vom 7. Oktober).

Das rund 12 000 Quadratmeter grosse Grundstück wird frei, weil die Firma Andritz Hydro AG die Wasserturbinen-Laufradfertigung von Kriens ins deutsche Ravensburg verlegt. Das nun frei werdende Areal steht zum Verkauf. Hier soll dereinst ein Quartier mit einer gemischten Nutzung als Wohn- und Arbeitsort entstehen.

SP und Grüne nehmen den Ball auf

Inzwischen wird der vermeint­liche Scherz Ercolanis ernsthaft diskutiert. Nun fordern auch die linken Parteien, dass die Gemeinde mit Andritz einen Kaufvertrag aushandeln soll. Die SP-Fraktion des Einwohnerrats hat ein Dringliches Postulat mit dieser Forderung eingereicht, die Grünen sogar eine Dringliche Motion. «Die strategische Bedeutung des Areals und die Möglichkeit, dieses aufgrund der heutigen Zonenzuordnung zu einem fairen Preis zu bekommen, sprechen klar für die Investition, die eine für die Zukunft ist», sagt SP-Fraktionschef Cla Büchi. «Dies ist nur beschränkt möglich, wenn ein Investor das Areal kauft und optimiert auf seine Interessen entwickelt.»

Die Grünen fordern, dass der Gemeinderat einen entsprechenden Bericht und Antrag mit einem Finanzierungsplan ausarbeiten soll. «Es ist städtebaulich wichtig, dieses Areal zu integrieren», sagt Fraktionschef Bruno Bienz. «Für einen Investor ist in der Regel nur die Rendite entscheidend.»

Wie kommen die Vorstösse der Linken bei den anderen Parteien an? Die FDP-Fraktion, aus der die Idee ursprünglich stammt, hat sich noch keine abschliessende Meinung gebildet. «Man muss betreffend die Finanzierung ein Fragezeichen setzen», sagt Fraktionschef Thomas Lammer. Als Ersatz müsste ein gemeindeeigenes Grundstück veräussert werden. «Zusätzliche Kreditaufnahmen für den Kauf des Andritz-Areals sehe ich hingegen nicht.» Enrico Ercolanis Vorschlag, im Gegenzug Land am Sonnenberg zu verkaufen, dürfte «politisch wohl nicht durchsetzbar» sein, meint Lammer. «Dennoch bin ich mir sicher, dass es möglich wäre, bereits eingezontes Land verkaufen zu können.»

Auch die CVP ist offen für den Kauf des Grundstücks. So sagt Fraktionschefin Kathrin Graber auf Anfrage: «Es ist ein prüfenswertes Anliegen, dieses Grundstück durch die Gemeinde zu erwerben.» Die CVP habe sogar selber geprüft, einen Vorstoss bezüglich des Areals einzureichen. Da der Gemeinderat mit der Andritz Hydro in Verhandlungen stehe, habe man noch davon abgesehen. Doch auch für die CVP stellt die Finanzierung die grosse Knacknuss dar. Klar keine Option für die Partei sei, im Gegenzug Land am Sonnenberg zu verkaufen. «Wir haben uns schliesslich vor wenigen Jahren mittels einer Gemeindeinitiative dafür eingesetzt, dass der Sonnenberg, so wie heute, für alle grün bleiben soll», erklärt Kathrin Graber. Die SVP-Fraktion gab gestern keine Stellungnahme ab.

Was sagen die linken Parteien zum Problem der Finanzierung? Sie bringen neue Optionen ins Spiel. SP-Fraktionschef Cla Büchi etwa meint dazu: «Es ist klar, dass für Kriens der Zeitpunkt infolge der momentanen finanziellen Situation nicht optimal ist.» Das Geld sei jedoch gut investiert, da der Landwert weiter steigen könnte. «Und die Gemeinde könnte als Eigentümerin das Land auch an verschiedene Bauträger, beispielsweise im Baurecht, abgeben und sich über die Baurechtszinse jährliche Einnahmen sichern», so Büchi. Gleich sieht dies Bruno Bienz (Grüne). Er schlägt zudem vor: «Die Planungsphase geht sicher über ein paar Jahre.» Daher könne in dieser Zeit die Halle vermietet werden.

Mehr Platz für Kleingewerbe

Die neu eingereichte Dringliche Motion ist übrigens nicht der erste Vorstoss der Grünen zum Andritz-Areal. So schlug Bienz bereits vor, dass auf dem Grundstück Räume für Kleingewerbe oder ein Handwerkerzentrum entstehen sollen. Der Krienser Gemeinderat gab daraufhin eine Architekturstudie in Auftrag. Diese kam zum Schluss, dass das Areal für eine solche Nutzung geeignet wäre (Ausgabe vom 12. September).

Raphael Gutzwiller

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