Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Stadt Kriens muss bei Bauprojekten künftig mehr Fachleute beiziehen

Um Fehler zu verhindern, zählt die Stadt Kriens künftig auf externe Hilfe – eine Reaktion auf eine Motion der FDP.
Stefan Dähler
Wenn die Stadt Kriens Aufträge an Baufirmen vergibt, sollen externe Fachleute für Qualität garantieren. (Archivbild: Keystone/Gaetan Bally)

Wenn die Stadt Kriens Aufträge an Baufirmen vergibt, sollen externe Fachleute für Qualität garantieren. (Archivbild: Keystone/Gaetan Bally)

Vergibt die Stadt Kriens künftig Aufträge in der Höhe von 50000 Franken oder mehr, müssen externe Fachleute beigezogen werden. Das Beschaffungsreglement soll entsprechend angepasst werden. Die Fachleute sollen helfen, «die Qualität bei Bauvorhaben» sicherzustellen und das jeweils «wirtschaftlichste Angebot» auszuwählen, schreibt der Stadtrat im entsprechenden Bericht und Antrag an den Einwohnerrat.

Die Anpassung des Reglements nimmt der Stadtrat nicht freiwillig vor. Er reagiert damit auf eine 2018 gegen seinen Willen im Einwohnerrat überwiesene Motion der FDP. Die Forderung wurde bereits 2017 in Form eines Postulats deponiert. Erstunterzeichner Enrico Ercolani argumentierte damals, dass bei Bauarbeiten in der Schweiz jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe entstünden. Er nannte als Beispiel das Dach des KKL. «Viele Unternehmer besitzen zu wenig Fachkenntnisse. Sie haben nie eine Lehre oder höhere Fachausbildung gemacht und beschäftigen vielfach Personal, das auch nur angelernt ist», schrieb er damals im Postulat. Weiter benötigten Bauleiter und Architekten entsprechende Fachhilfe, denn es sei für sie unmöglich, über alle in einem Bauprojekt beteiligten Berufe Bescheid zu wissen.

Stadtrat will höheren Grenzwert

Der Stadtrat argumentierte dagegen, dass man über eigene Fachleute verfüge. Bei Bedarf würden bereits externe Spezialisten zugezogen, dies liege jedoch im Ermessen der jeweils zuständigen Stelle. In der Motion schlug Ercolani vor, dass Fachleute ab einem Auftragswert von 10000 Franken eingesetzt werden sollen. Der Stadtrat befürwortet dagegen wie erwähnt einen Wert von 50000 Franken. Dies, «weil sonst die Honorarkosten einen zu hohen Anteil an den Gesamtkosten des Projektes beanspruchen und das Gesamtvorhaben massiv verteuern», wie es im Bericht und Antrag heisst. Bei einem höheren Wert bestehe die Chance, «dass die Zusatzkosten des Honorars der Fachplaner durch Minderkosten bei den Unternehmern kompensiert werden können». Dies unter der Annahme, «dass die Initialkosten einer Fachplanung kaum unter 2500 Franken liegen».

Der Stadtrat schlägt zudem weitere Ausnahmen vor. So soll die Stadt unter anderem auf Fachbegleiter verzichten dürfen, wenn «das entsprechende Fachwissen intern vorhanden» ist oder wenn sich ein Auftrag innerhalb von fünf Jahren wiederholt. Man müsse aufpassen, dass die zusätzlichen Honorare die Gesamtkosten nicht erhöhen, so der Stadtrat. Darum will er künftig Teile des Prozesses bei Bauvorhaben «standardisieren». Dadurch könne man teils auf Fachbegleitungen verzichten.

Preis alleine ist nicht ausschlaggebend

Weiter will der Stadtrat folgende vom Einwohnerrat überwiesene Bemerkung streichen: «Sofern alle Kriterien der allgemeinen Bestimmungen des Beschaffungsreglements eingehalten sind, ist der Preis in der Regel das Hauptzuschlagskriterium.» Damit kommt die Exekutive einer weiteren Motion Ercolanis nach, die eigentlich einen anderen Passus vorgeschlagen hatte, vom Einwohnerrat aber abgeändert wurde. Der Preis sei nicht ausschliesslich für die Vergabe massgebend, argumentiert der Stadtrat. Anbieter müssten auch andere Kriterien erfüllen, etwa Steuern und Sozialleistungen bezahlen und Gesamtarbeitsverträge einhalten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.