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Kriens bekämpft Aufhebung von Bahnübergängen – und versenkt damit offenbar eine geplante Unterführung

Der Krienser Stadtrat wehrt sich vor Bundesverwaltungsgericht gegen die Schliessung der beiden Bahnübergänge im Gebiet Luzern Süd. Die daraus resultierende Verzögerung hat gemäss Horwer Gemeinderat gravierende Folgen für ein anderes Projekt.
Stefan Dähler
Der Bahnübergang Krienser-/Horwerstrasse. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 22. Februar 2018))

Der Bahnübergang Krienser-/Horwerstrasse. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 22. Februar 2018))

Das Vorhaben sorgt für Verstimmung zwischen Kriens und Horw: Die beiden Bahnübergänge an der Krienser- und Horwerstrasse sowie an der Wegmattstrasse sollen aufgehoben werden (siehe Grafik). Im Gegenzug würde auf Horwer Gemeindegebiet eine neue Personenunterführung entstehen. So sahen es Pläne der Zentralbahn und der Gemeinde Horw vor, der Bund bewilligte das Vorhaben im Dezember. Einsprachen der Stadt Kriens, von Anwohnern und der Verbände VCS sowie Pro Velo und weiteren Interessengruppen wurden abgewiesen.

Der Krienser Stadtrat akzeptiert dieses Verdikt aber nicht. Er will mit einer Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht gelangen, wie die Exekutive während der Einwohnerratssitzung am Donnerstag bekanntgab. «Wir haben uns den Entscheid nicht einfach gemacht, denn es gibt einige Risiken», sagte Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). Damit meint er vor allem den Zeitplan. Vorgesehen ist, dass wichtige Massnahmen für den Bau der Unterführung Wegmatt in Horw im Zeitraum vom 18. März bis zum 14. April durchgeführt werden. Dann wird der Zugverkehr zwischen Luzern und Alpnachstad wegen der Umbauarbeiten in Kriens Mattenhof, Horw Bahnhof, Hergiswil und dem Tunnel Lopper 1 unterbrochen sein.

Mehr Zeit nötig für Ersatzprojekt

Senn begründet den Entscheid des Krienser Stadtrats unter anderem damit, dass auf Krienser Seite noch kein konkretes Ersatzprojekt besteht, sofern die Bahnübergänge wegfallen. Man benötige mehr Zeit, dieses zu entwickeln. Derzeit liege die Machbarkeitsstudie für eine Passerelle im Bereich Krienser-/Horwerstrasse vor. Der Stadtrat ist damit aber nicht restlos zufrieden. Für Velofahrer sei unglücklich, dass sie den Lift benützen müssen, eine Rampe könne man dort nicht realisieren. Die Machbarkeitsstudie schlage zudem vor, auch eine Unterführung zu prüfen. Eine Passerelle wäre aber mit schätzungsweise 1,5 Millionen Franken deutlich günstiger als die Unterführung, die etwa 5 Millionen Franken kosten würde.

In Horw löst der Entscheid des Krienser Stadtrats «grosse Enttäuschung und Unverständnis» aus, wie der Gemeinderat in einer ersten Stellungnahme schreibt. Auch wenn sich die Beschwerde des Krienser Stadtrats nur gegen die Schliessung der Bahnübergänge richtet, «wird damit die Realisierung der Personenunterführung Wegmatt verhindert». Dies, weil Letztere während des Betriebsunterbruchs der Zentralbahn gebaut werden müsste.

Können die Bauarbeiten wegen der Beschwerde nicht im Januar beginnen, «ist die Realisierung während des Betriebsunterbruchs nicht mehr sichergestellt». Dadurch entstünde ein Konflikt mit den Grossbaustellen Allmendstrasse und Wegmatt beidseitig des Bahngeleises. «Beide Projekte sind bewilligt und terminlich genau mit der Ausführung zur Personenunterführung abgestimmt.» Sind diese Bauten erst realisiert, sei der Bau der Unterführung wegen der fehlenden Zugänglichkeit nicht mehr möglich.

Horw verliert 2 Millionen Franken

In der Vergangenheit erklärte der Horwer Gemeinderat jeweils, dass eine Realisierung der Unterführung nach dem Betriebsunterbruch zwar Mehrkosten von 1 Million Franken zur Folge hätte, aber nicht gänzlich unmöglich wäre. «Die beiden Bauprojekte waren damals zwar in der Pipeline, aber noch nicht bewilligt», so Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP). Er betont, dass mit dem Projektabbruch die wohl letzte Chance für eine neue Personenunterführung vergeben wird und die Gemeinde Horw Vorinvestitionen in der Grössenordnung von 2 Millionen Franken verliert.

Die Gesamtkosten der Unterführung Wegmatt wurden mit zirka 7 Millionen Franken veranschlagt (wir berichteten). Der Horwer Einwohnerrat hat den Kredit bereits bewilligt.

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