Kriens
Bell-Areal soll von Kulturschaffenden zwischengenutzt werden

Auf dem alten Fabrikgelände bei der Krienser Busschleife wird ab zirka 2027 eine neue Überbauung realisiert. Doch schon vorher soll dort Leben einkehren.

Stefan Dähler
Drucken
Teilen
So soll das Bell-Areal bei der Krienser Busschleife künftig aussehen.

So soll das Bell-Areal bei der Krienser Busschleife künftig aussehen.

Visualisierung: PD

Das Projekt wird das Krienser Zentrum stark verändern: Auf dem Bell-Areal bei der Busschleife sollen auf 38'000 Quadratmetern frühestens ab 2027 ungefähr 500 neue Wohnungen, Gewerberäume und weitere Nutzungen realisiert werden. Der Bezug wäre ab 2031 möglich. Die Firmen Andritz Hydro und Marty Korrosionsschutz AG verlagern ihre Produktion an einen anderen Standort.

Der Studienauftrag wurde bereits durchgeführt und das Siegerkonzept «Bell-époque» im Frühling bekannt gegeben. Am Montagabend informierte die Grundeigentümerin Logis Suisse AG im Schappe Kulturquadrat über die weiteren Schritte. Dabei ging es unter anderem um Zwischennutzungen. Bis mindestens 2026 sollen solche möglich sein. Einige Räume wurden bereits vermietet, etwa an das Velogeschäft Velociped, die Fahrzeug-Umbaufirma Travel Tech oder Schnyder Holzbau Plus.

Netzwerk Neubad arbeitet am Konzept mit

Für zwei noch nicht vergebene Bürogebäude hat die Unterdessen GmbH mit dem Luzerner Netzwerk Neubad nun ein grobes Konzept erarbeitet. Vorgesehen sind Ateliers, Proberäume und Arbeitsplätze für Kulturschaffende, sagte Marianne Dutli Derron, Leiterin Bau & Entwicklung Logis Suisse. Zudem könnten bezahlbare Büroflächen für Selbstständige und kleine Start-Ups sowie temporär nutzbare Arbeitsplätze geschaffen werden.

Auch im Aussenraum sollen Aufenthaltsmöglichkeiten entstehen, beispielsweise eine Buvette. Ziel ist, dass die Zwischennutzungen ab Anfang 2022 starten. «Es soll Vielfalt auf dem Areal entstehen, bevor der neue Stadtteil gebaut ist», so Dutli Derron.

Bebauungsplan muss noch politische Hürden nehmen

Weiter wurde das Richtkonzept vorgestellt. Dieses dient als Basis für den Bebauungsplan, der vom Einwohnerrat bewilligt werden muss. Auch ein Referendum ist möglich. Rund ein Drittel der Wohnungen wird im Eigentum realisiert, die übrigen sollen mit Kostenmiete genossenschaftlich vermietet werden. Für die Realisierung werden noch lokale Genossenschaften gesucht.

Donat Senn von den GWJ Architekten erklärte im Namen des Planerteams das Konzept. Das Areal soll keine isolierte Insel sein, sondern sich öffnen. Geplant ist eine «Verzahnung mit der Nachbarschaft» mit mehreren Wegen. Weiter ist eine Mischung zwischen alten und neuen Bauten vorgesehen. Die Halle C sowie ein Teil der Halle 7 sollen erhalten bleiben.

Das Areal werde vielfältig sein: Richtung Busschleife ist öffentlicher Raum geplant mit Plätzen, Spielwiese und publikumsorientierten Nutzungen im Erdgeschoss. Hinter der Halle C, unter der ein teils gedeckter Platz geplant ist, sind mehr Wohnungen vorgesehen, wobei auch dieser Bereich öffentlich zugänglich sein werde. Bei der Halle 7 soll das Gewerbe Platz haben. Entlang der Waldheimstrasse im Osten sind mehrere Bäume geplant. Alte Bahnschienen bleiben teils erhalten als Gehwege, es gibt Spielplatz und Tischtennisplatz.

Autoarm und erneuerbare Energien

Ziel sei, in der Überbauung zu 100 Prozent erneuerbare Energien zu verwenden, so Dutli Derron. Peter Schmid, Verwaltungsratspräsident der Logis Suisse, fügte an, dass das Quartier autoarm sein soll, um die Verkehrsbelastung in Kriens nicht zu stark zu erhöhen. Es werden rund 0,5 Parkplätze pro Wohnung realisiert. Weiter habe man bei der Planung auch das Stadtklima berücksichtigt, darum seien unter anderem viele Bäume vorgesehen.

Aktuelle Nachrichten