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KRIENS: Brändi produziert exklusiven Max-Bill-Hocker

Zeitloses, perfektes Design – in der Stiftung Brändi wird Max Bills «Ulmer Hocker» produziert. Mit der Seriennummer kann jedes Stück zurückverfolgt werden.
Natalie Ehrenzweig
Der Zivildienstleistende Lars Troxler zeigt einen Ulmer Hocker, der in der Stiftung Brändi in Kriens produziert wird. (Bild Manuela Jans-Koch)

Der Zivildienstleistende Lars Troxler zeigt einen Ulmer Hocker, der in der Stiftung Brändi in Kriens produziert wird. (Bild Manuela Jans-Koch)

Natalie Ehrenzweig

Er ist Sitz, Beistelltisch, Rednerpult, Regal, Tablett und Tragehilfe in einem und wurde 1954 vom Schweizer Architekten und Designer Max Bill entworfen. Die Rede ist vom berühmten Ulmer Hocker. Als weltweit einziges Unternehmen produziert heute die Stiftung Brändi in Kriens den Kulthocker im Auftrag der Zürcher Firma wb form. Der Ulmer Hocker kostet je nach Farbe zwischen 245 und 595 Franken.

Duft von Sägemehl in der Luft

In der Schreinerei arbeiten total 60 Personen. «Wir sind vor allem auf Serienproduktionen spezialisiert», erklärt Roger Aeschlimann, Marketingverantwortlicher der Stiftung Brändi. Die Maschinen dröhnen, die Angestellten arbeiten an verschiedenen Aufträgen – mit den obligatorischen Ohrstöpseln – und es riecht nach Sägemehl: Wie man es in jeder gewöhnlichen Schreinerei erwartet.

Doch die Menschen, die hier neben vielen anderen Produkten den Ulmer Hocker produzieren, machen entweder eine Ausbildung zum Praktiker Schreiner (Pra), zum Schreiner mit Berufsattest (EBA) oder zum Schreiner mit Fähigkeitszeugnis (EFZ). Oder sie gehören zu den etwa 50 Prozent der Festangestellten, die hier einen geschützten Arbeitsplatz haben. «Viele, die hier arbeiten, leiden unter einer psychischen Beeinträchtigung, die es ihnen verunmöglicht, einen normalen Arbeitsplatz zu besetzen», erklärt Roger Aeschlimann.

40 Arbeitsschritte

In 40 Arbeitsschritten entsteht aus dem Rohstoff Birkenholz ein Ulmer Hocker. «Wir sehen schon, wer welchen Arbeitsschritt besonders gern und gut macht. Dann versuchen wir, die Arbeit so einzuteilen, dass immer etwa die Gleichen diese Arbeiten erledigen», betont Arbeitsagoge Robert Schuler. Das mache die Abläufe besser planbar und auch die Arbeit für die Angestellten angenehmer.

Penible Kontrollen

Jakob Bill, Sohn von Max Bill, achtet penibel darauf, dass der Kulthocker genau so produziert wird, wie ihn sein Vater designt hat. «Er misst etwa plötzlich einmal die Breite der Zinken zur Kontrolle», verrät Franz Burri, Produktionsleiter der Schreinerei. «Jakob Bill hat ausserdem ein Archiv an Fälschungen angelegt.» In der Stiftung Brändi wird natürlich der original Ulmer Hocker genau nach Vorlage produziert. «Das Design ist perfekt. Sobald man ein kleines Detail verändert, hat das Möbel eine ganz andere Aussage», sagt Franz Burri.

Der Ulmer Hocker ist also einzigartig. Das bestätigt die Seriennummer, die sich zurückverfolgen lässt. Und auch der Stempel. Lars Troxler, der gerade einen Stapel Hocker stempelt und von Staub befreit, ist ebenso begeistert vom Design. «Veränderungen muss man sich nicht überlegen, die würden sowieso nicht genehmigt. Aber das macht nichts, denn der Hocker ist gut durchdacht», findet der 21-jährige Rothenburger, der hier seinen Zivildienst leistet.

Sorgfalt und Präzision

Der Ulmer Hocker ist ein Produkt, das die meisten Mitarbeiter gerne herstellen. «Der ganze Prozess erfordert grosse Sorgfalt und Präzision. Wir arbeiten mit einem sehr hohen Qualitäts­level, schon beim Zusammenstellen der vier Bretter, die als Erstes verleimt werden. Hier müssen die passenden vier gefunden werden, um eine möglichst homogene Oberfläche zu bekommen», sagt Robert Schuler.

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