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KRIENS: Büsi Susi bringt Leben in den Heimalltag

Ein Sturz hat Margrith Grüter ins Alters- und Susi ins Tierheim gebracht. Eine Heimmitarbeiterin führte sie wieder zusammen – und beglückte damit die ganze Abteilung.
Christian Hodel
Ein unzertrennliches Paar: Margrith Grüter (98) und ihre Katze Susi (15) verbringen im Pflegeheim Zunacher gemeinsam ihren Lebensabend. (Bild Philipp Schmidli)

Ein unzertrennliches Paar: Margrith Grüter (98) und ihre Katze Susi (15) verbringen im Pflegeheim Zunacher gemeinsam ihren Lebensabend. (Bild Philipp Schmidli)

Christian Hodel

«Es war eine glückliche Fügung», sagt Jules Grüter (69) und beginnt die Geschichte eines herzerwärmenden Wiedersehens zu erzählen: Es ist Sommer 2004, seine Mutter muss ins Altersheim. Das Leben in der 4?-Zimmer-Wohnung ist für Margrith Grüter, heute 98 Jahre alt, nach einem Sturz und schweren Kopfverletzungen unmöglich geworden. Ihr Sohn Jules besorgt ihr ein Zimmer im «Zunacher» Kriens. Doch die Seniorin tut sich schwer mit dem Umzug. Umso mehr, weil sie ihr Büsi Susi hergeben muss.

Zweimal 100 Franken bezahlt

«Es war ein kleineres Drama, als ich mit Mutter ins Tierheim fuhr, um die Katze abzugeben», sagt Jules Grüter. Schliesslich hätten sie sich erst richtig aneinander gewöhnt, Mutter und Susi.

Das Büsi war ein Geschenk zu Weihnachten 2003. Grüter und seine Schwester bezahlten dem Tierheim in Hergiswil bei Willisau 100 Franken für die Hauskatze. Für die Seniorin wurde Susi in den kommenden Monaten unbezahlbar. «Meine Mutter wohnte nach dem Tod meines Vaters allein in der Wohnung. Umso wichtiger wurde das Tier für sie.» Und umso schlimmer war es, als sie Susi hergeben musste. Im Heim sprach Margrith Grüter fast täglich von ihr. Eines Tages rief eine Betreuerin den Sohn an. «Sie fragte mich, ob wir nicht das Büsi wieder herholen könnten. Ich war völlig überrascht über das tolle Angebot», sagt Jules Grüter. Noch am selben Abend informierte er das Tierheim, fuhr kurz darauf abermals den Weg nach Hergiswil, bezahlte erneut 100 Franken und lud das Büsi ins Auto.

Heute, gut elf Jahre später, sitzt Susi auf dem Rollator seiner Mutter und lässt sich durch die Gänge des ersten Stockes chauffieren. Susi, 15 Jahre alt, gemustertes Fell, verbringt ihren Lebensabend nun ebenfalls im «Zunacher 2» in Kriens.

Haustiere sind gesund für Senioren

Das Büsi gehört mittlerweile zum Heimalltag. Nicht nur die Besitzerin, auch andere Heimbewohner hätten Freude am Tier, sagt Sonja Schärli, Angestellte im «Zunacher».

Dass sich Haustiere positiv auf das Zusammenleben von Senioren auswirken, haben wissenschaftliche Studien längst erwiesen. Einerseits sind sie sogenannte Zeitgeber und sorgen für eine geregelte Tagesstruktur, weil sie regelmässig und deutlich angeben, wann sie Hunger haben. Andererseits haben Untersuchungen ergeben, dass sich durch das Zusammenleben mit Haustieren das Wohlbefinden eines Menschen verbessert. Margrith Grüter bestätigt dies. Wenn man sie nach ihrem Susi fragt, lächelt sie und sagt: «Das Büsi ist einfach herzig.» Sie rede oft mit ihm und sei froh, dass sie nunmehr seit über zehn Jahren mit ihr im Heim leben dürfe.

Reklamationen wegen der Katze hat es laut Sonja Schärli noch nie gegeben. «Die Katze macht den Bewohnern Freude.» Grundsätzlich bestehe nur in wenigen Heimen ein generelles Verbot für die Mitnahme von Tieren, schreibt das Institut für Interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung Schweiz (IEMT) in einem Ratgeber für Senioren.

Auch in den Heimen in Kriens suche man im Bedarfsfall immer nach einer individuellen Lösung, sagt Schärli. Dennoch: Nur eine Hand voll der rund 200 Bewohner der Krienser Heime haben Haustiere. Und wer sein Tier mit ins Heim nehmen will, muss Regeln beachten. «Die Tiere müssen pflegeleicht sein und dürfen für das Personal keinen zusätzlichen Aufwand darstellen», sagt Schärli. Ebenso muss für Kanarienvogel und Katze gesorgt sein, wenn der Bewohner stirbt.

Wie es einst mit Susi weitergehen wird, ist derzeit noch unklar. Sonja Schärli sagt: «Wenn es so weit sein sollte, werden wir eine Lösung suchen und sicherlich auch eine finden.»

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