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KRIENS: Bypass-Lösung passt noch nicht allen

Anfang Woche ist durchgesickert, wie das Bypass-Südportal in Kriens gestaltet werden soll. Das Bundesamt spricht an der offiziellen Präsentation von einem visionären Projekt – die kritischen Stimmen verstummen aber nicht.
Urs-Ueli Schorno
Bereich unter Brücke: Blick vom Skaterpark Richtung Kletterhalle und Lift. (Bild: PD/ Visualisierung Astra)

Bereich unter Brücke: Blick vom Skaterpark Richtung Kletterhalle und Lift. (Bild: PD/ Visualisierung Astra)

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Ein Hauch von Euphorie liegt in der Stimme von Guido Baggio, Vizedirektor des Bundesamts für Strassen (Astra). «Visionen ohne Aktionen bleiben Illusionen», beginnt er die immerhin Vernissage genannte Präsentation zum Projektwettbewerb zur Grosshofbrücke. Im Mammutprojekt «Bypass Luzern» ist das Bauwerk ein wichtiges Puzzleteil.

Als Südportal soll es den Autobahnanschluss von Kriens im Gebiet Grosshof sichern. Details sind bereits im Vorfeld durchgesickert, weil sie versehentlich zu früh auf der Webseite der Gemeinde Kriens aufgeschaltet wurden (wir berichteten). Am Donnerstagabend wurde das Projekt im Schulhaus Grosshof offiziell vom Astra vorgestellt.

Das Siegerprojekt «Viva» der Zürcher Planergemeinschaft Grosshof ACS-Partner AG soll einerseits Verkehrsengpässe beseitigen, andererseits auch Freizeit- und Erholungsraum bieten. «Leistungsfähige Verkehrsinfrastrukturen und die Senkung der Umweltbelastung unter einen Hut zu bringen, gleicht oft der Quadratur des Kreises», sagte Baggio zu den rund 50 Anwesenden, unter denen sich vor allem Krienser Politiker befanden.

Bei der Veranstaltung wurden die Eckdaten, die zur erhofften Quadratur führen sollen, noch einmal ausgeführt: Punkten soll das Verkehrsprojekt vor allem mit der Schaffung von Erholungs- und Freizeitangeboten im Siedlungsgebiet. Geplant ist ein sogenanntes Brückenhaus. Auf dem Dach der 240 Meter langen Autobahneinhausung entsteht eine öffentlich zugängliche Parkanlage. Die soll auch Querverbindungen vom Sonnenberg hinunter zur Eichwilstrasse und weiter bis zum Velohighway ermöglichen. Unter der Brücke, zwischen Luzerner- und Langsägestrasse, ist eine «Spiellandschaft» unter anderem mit einem Skatepark und Klettermöglichkeiten geplant. In einem Glashaus soll das Gewerbe Platz finden. «Das Astra zeigt hier, was möglich ist, wenn Rücksicht auf Gewerbe- und Siedlungsgebiete genommen wird», sagt Cyrill Wiget (Grüne), Gemeindepräsident von Kriens. «Agglomerationen brauchen spezielle Lösungen.»

Gegner: «Die gute Gestaltung ist das eine ...»

Ein Anliegen bleibt für Wiget, was mit der Fläche passiert, auf der die Autobahn dereinst offen durch das Siedlungsgebiet führen wird – dieser Abschnitt ist noch einmal rund 800 Meter lang. «Eine Arbeitsgruppe wird sich nicht nur mit den bisherigen Wohngebieten beschäftigen müssen, sondern auch mit den Zonen, wo künftig gebaut werden kann.» Zentral ist etwa die Forderung nach Lärmschutz und einer allfälligen weiteren Überdachung. Für eine vollständige Einhausung des nun offen konzipierten Abschnitts setzt sich vehement auch das Komitee «Bypass so nicht!» ein. «Die gute Gestaltung ist das eine», sagt dessen Präsidentin Kathrin Graber, «das andere die Länge des Tunnels.» Für die Einhausung weiterer 160 Meter bis zum Bereich Arsenalstrasse werde man weiter kämpfen.

Das Komitee will zunächst intern beraten, bevor es im Oktober weitere Gespräche mit dem Astra geben soll. Des Weiteren sind zwei Petitionen hängig, die beim Kantonsrat beziehungsweise beim Bund die genannte Einhausung fordern, und zudem die Beantwortung der Frage, wie mit dem zu erwartenden Mehrverkehr umgegangen werden soll. Gemeindepräsident Wiget hofft derweil, dass sich möglichst viele Krienser eine Meinung zum «Generationenprojekt» machen. «Auch wenn die geplante Realisierung 2035 weit weg scheint: Es lohnt sich, sich jetzt zu informieren.» Voraussichtlich Ende 2019 erfolgt die öffentliche Auflage.

Hinweis

Das Siegerprojekt kann von 2. bis 13. Oktober im Singsaal des Grossfeld-Schulhauses besichtigt werden (Öffnungszeiten von Montag bis Freitag, jeweils von 14 bis 17 Uhr).

Der Plan der neuen Brücke in Kriens aus der Vogelperspektive. (Bild: PD/ Visualisierung Astra)

Der Plan der neuen Brücke in Kriens aus der Vogelperspektive. (Bild: PD/ Visualisierung Astra)

Das Siegerprojekt für das Bypass-Portal in Kriens enthält ein sogenanntes Brückenhaus. (Bild: Visusalisierung: Gemeinde Kriens)

Das Siegerprojekt für das Bypass-Portal in Kriens enthält ein sogenanntes Brückenhaus. (Bild: Visusalisierung: Gemeinde Kriens)

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