KRIENS: Das Schachmuseum Kriens erweitert seine Ausstellung

Das Museum ist in ein grösseres Lokal gezogen und hat neu jeden Tag geöffnet.

Werner Rupp
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Die neuen Räumlichkeiten an der Ringstrasse 25 in Kriens. (Bild: PD)

Die neuen Räumlichkeiten an der Ringstrasse 25 in Kriens. (Bild: PD)

Schach ist nicht nur Spiel und Sport, sondern auch Kunst und Kultur. Vor über vier Jahren haben daher die Brüder Roland und Werner Rupp das Schachmuseum an der Industriestrasse 10–12 in Kriens eröffnet.

Weil der Platz dort nicht mehr ausgereicht hat, ist das Museum an die Ringstrasse 25 in das Gebäude von Frey Elektro gezügelt, wo die Ausstellung nun auf rund 600 Quadratmetern präsentiert werden kann. 50 Vitrinen geben Einblick in die Schweizer Schachszene mit über 150 Schachklubs.

Nachlass von Grossmeister kommt hinzu

Zudem hat das Museum nun rund um die Uhr geöffnet. Dank Sponsoren, Gönnern und vielen freiwilligen Helfern hat sich die Ausstellung in den letzten Monaten weiterentwickelt. Nach dem Tod von Grossmeister Viktor Kortschnoi im letzten Jahr wurde der ganze Nachlass dem Schachmuseum zugesprochen. Russische Schachbücher, -uhren und über 100 Auszeichnungen von Turnieren in der ganzen Welt hinterliess der zweimalige Vizeweltmeister, der bis in hohe Alter noch aktiv Schach spielte.

Im Dezember 2016 ist ausserdem ein Schachfreund in Burgdorf BE gestorben. Er hinterliess dem Schachmuseum eine Büchersammlung mit über 2200 Titeln. Es dürfte wohl die grösste und bedeutendste Privatsammlung dieser Art sein.

Luzern war früher eine Schachhochburg

Weil Luzern selbst eine Schachhochburg war (Austragung der Olympiade 1982, vier Weltmeisterschaften und weitere Turniere), erhalten die Schachfreunde Einblick ins Leben und Schaffen der Schachgesellschaft Luzern. Diese gehört zu den Gründer­vereinen der Schweizerischen Schachmeisterschaft (SMM) und nimmt seit 1951 daran teil. Luzern ist zudem die einzige Mannschaft, die seit 1988 in der höchsten Spielklasse vertreten ist – nachdem man vorher fast 20 Jahre lang im «B» mittun musste. Beim Meisterschaftsstart im März 2017 hat die Gesellschaft ihre 30. NLA-Saison in Serie begonnen.

Insgesamt bietet das Museum eine Auswahl von über 600 Schachspielen – von Comicfiguren über Kunst- und Geschichtsmotive bis hin zu kulturellen ­Ausführungen aus Amerika, Südamerika, Afrika, Asien und Australien. Dazu kommen rund 8000 Schachbücher in zwölf Sprachen, über 3000 Schachbriefmarken aus 120 Ländern und viele weitere Schachutensilien. Weiter veranstalten die Museumsverantwortlichen Führungen, sodass die Besucher in den Genuss zahlreicher Informationen rund um das Schachspiel kommen.

Die Museumsverantwortlichen planen zudem eine spezielle Ausstellung mit Künstlern aus der Region aus Anlass des Internationalen Museumstages am 21. Mai. Ausserdem haben sie das Ziel, die zahlreichen jungen Schachspieler zu motivieren, wieder vermehrt gemeinsam zu spielen statt nur vor dem Computer, Smartphone oder Tablet.

Werner Rupp