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KRIENS: Das «Schlössli» wird herausgeputzt

Die Gemeinde will das Schloss Schauensee besser auslasten. Dafür plant sie mehrere kleine Verbesserungen an der Anlage und im Marketing. Als touristische Attraktion für die Masse fehlt jedoch wohl das Potenzial.
Das Schloss Schauensee am Hang des Pilatus in Kriens. (Bild: Pius Amrein (20. Mai 2016))

Das Schloss Schauensee am Hang des Pilatus in Kriens. (Bild: Pius Amrein (20. Mai 2016))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Das Schloss Schauensee, im Volksmund «Schlössli» genannt, liegt idyllisch am Hang des Pilatus über Kriens. Doch die Auslastung der gemeindeeigenen Anlage ist tief. Der Gemeinderat will das Schlössli nun besser vermarkten und plant Massnahmen zur Steigerung der Attraktivität. Das schreibt er in seiner Antwort auf eine Interpellation von Bruno Bienz (Grüne). Bienz hatte bereits 2016 ein Postulat zum Thema eingereicht (wir berichteten). Weil er mit der Antwort des Gemeinderats nicht zufrieden war, doppelte er mit der Interpellation nach.

Der Gemeinderat schreibt nun, dass er als kurzfristige Massnahme den Internetauftritt für rund 3000 Franken verbessern will. Weiter soll die Preisstruktur angepasst werden, das Ziel seien Einheitspreise. Heute gelten – je nach Anlass – unterschiedliche Tarife. Zudem soll der Zugang zur Anlage mit kleinen Eingriffen verbessert werden. So soll etwa die Gartenanlage geöffnet werden, Schilder mit den Öffnungszeiten besser sichtbar gemacht oder zusätzliche Schlossführungen angeboten werden. Das Ziel: Die Gäste sollen sich hier willkommen fühlen.

Mittelfristig prüft der Gemeinderat, den Schlossgarten «wetterunabhängig» zu gestalten: zum Beispiel mit einem Zelt, das bei Bedarf aufgestellt werden kann. Im Heizraum könnte Platz für Catering-Möglichkeiten geschaffen werden. Zudem soll die Einstellung eines Schlössli-Kurators im Umfang von rund 20 Stellenprozent geprüft werden. Dieser würde sich unter anderem um ein fixes kulturelles Programm kümmern.

Aufgrund einer weiteren Interpellation von Enrico Erco­lani (FDP) steht auch der Einbau eines Lifts zur Diskussion, um den Zugang für gehbehinderte Personen zu verbessern. «Eher realistisch» sei jedoch ein behindertengerechter Zugang zum Schlossgarten, schreibt der Gemeinderat dazu. Die Antwort auf Ercolanis Vorstoss steht jedoch noch aus.

Ein touristisches Angebot wie Übernachtungen erachtet die Exekutive als unrealistisch. Diesbezüglich hatte sie einen Workshop einberufen, an dem unter anderem Vertreter der Hochschule Luzern für Tourismuswirtschaft und der Pilatusbahnen teilnahmen. Das Resultat: Das touristische Potenzial des Schlösslis sei zu klein. Leute, die bewusst auf eine Fahrt mit der nahe gelegenen Pilatusbahn verzichten, wollten vor allem die Landschaft geniessen. Sie seien kaum bereit, im Schlössli Geld auszugeben. Daher lohne es sich nicht, in die touristische Vermarktung des Schlösslis zu investieren.

Die kurzfristigen Massnahmen sollen in den Jahren 2018 und 2019 umgesetzt werden. Die Kosten und der Zeitplan für die mittelfristigen Massnahmen will der Gemeinderat mit der Budgetplanung ab 2019 im Aufgaben- und Finanzplan aufzeigen.

Am häufigsten für Hochzeiten genutzt

Die Gemeinde hat in den letzten Jahren jeweils zwischen 50 000 und 55 000 Franken durch die Vermietung des Schlösslis eingenommen. Grundsätzlich sei die Auslastung tief, weil in der Bevölkerung zu wenig bekannt sei, dass man das Schlössli mieten kann. Aus Kostengründen mache die Gemeinde auch keine Werbung dafür. Ausserdem ist die Kapazität aus versicherungstechnischen Gründen auf 50 Personen beschränkt.

Einnahmeziele für die Zukunft will der Gemeinderat jeweils im Rahmen der ordentlichen Budgets festlegen. Am häufigsten wird die Anlage derzeit für Ziviltrauungen gemietet (45 Prozent der Anlässe), danach folgen Familien- und Geburtstagsfeiern (28 Prozent) und gemeindeeigene Anlässe (22 Prozent). Hochzeiten und Feste sollen auch künftig gefördert werden, es soll aber auch vermehrt regelmässig kleine kulturelle Anlässe geben.

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