KRIENS: Das Stadion Kleinfeld nimmt erste Hürde

Alle Parteien stehen hinter dem Stadionprojekt. Das Budget könnte jedoch zum Knackpunkt werden.

Stefan Dähler
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So soll das neue Kleinfeld-Stadion in Kriens dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll das neue Kleinfeld-Stadion in Kriens dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Geplant ist ein Neubau eines Fussballstadions mit 900 Sitz- und 2300 Stehplätzen (Challenge-League-tauglich) sowie ein Stadion-Restaurant. (Bild: Visualisierung PD)
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Die neue Anlage soll offen und für alle zugänglich sein. (Bild: Visualisierung PD)
Blick Richtung Pilatus: Abgeschirmt und ziemlich veraltet präsentiert sich das Kleinfeld heute. (Bild: Corinne Glanzmann)
Informierten am 21. Dezember 2015 gemeinsam über den geplanten Neubau im Kleinfeld (von links): Der Krienser Gemeindeammann Matthias Senn, Gemeindepräsident Cyrill Wiget, SCK-Präsident Werner Baumgartner sowie Iwan Bühler und Michael Kuhn vom Architekturbüro Iwan Bühler. (Bild: PD)
Querschnitt des neuen Stadions (Bild: Visualisierung PD)
Das Stadion genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Auf dem Bild: Die Mannschaften betreten das Spielfeld zum Fussballspiel der ersten Runde des Schweizer Cups zwischen dem SC Kriens und dem BSC Young Boys am 15. August dieses Jahres. (Bild: Keystone / Georgios Kefalas)

Geplant ist ein Neubau eines Fussballstadions mit 900 Sitz- und 2300 Stehplätzen (Challenge-League-tauglich) sowie ein Stadion-Restaurant. (Bild: Visualisierung PD)

Stefan Dähler

«Das Stadion Kleinfeld ist in einem traurigen Zustand», sagte Alphons Graf (SVP). Dass sich das ändern soll, war an der gestrigen Sitzung des Einwohnerrats Kriens unbestritten. Sämtliche Fraktionen stellten sich hinter das Projekt. Bis 2018 sollen die Stehplätze saniert und bei der Gegentribüne neue Essstände und WCs gebaut werden. Das Herzstück ist ein zweistöckiges Hauptgebäude, in dem unter anderem ein Fitnesscenter und die Sportschule Kriens Platz finden sollen. Weiter soll die ganze Kleinfeld-Anlage umgestaltet werden (Ausgabe vom 22. Dezember).

Ungewissheit bei Budget-Nein

Die Einigkeit im Einwohnerrat währte jedoch nicht ewig. So sorgte die Budgetabstimmung vom 28. Februar für kontroverse Diskussionen. «Falls das Budget abgelehnt wird, muss die Gemeinde sparen. Dann wäre das Projekt in Gefahr», sagte Kathrin Graber (CVP). Vorgesehen ist, dass sich die Gemeinde mit 4,2 Millionen Franken am Projekt beteiligt. 3 Millionen davon will sie durch den Verkauf des Landes an den Sportclub Kriens (SCK) und einen privaten Investor einnehmen. Noch deutlicher wurde Fabian Takacs (Junge Grüne): «Ein Nein zum Budget bedeutet für uns ein Nein zum Stadion.» Man könne nicht überall sparen und gleichzeitig solch ein grosses Projekt unterstützen.

Anders sehen das FDP und SVP, die das Budgetreferendum lanciert haben. «Hier wird Abstimmungskampf betrieben», sagte Martin Heiz (SVP). «Das sind zwei verschiedene Geschäfte. Wir stehen auch hinter dem Stadion, wenn das Budget abgelehnt wird.» Beat Tanner (FDP) verwies auf den Unterschied zwischen Sonderkredit und Budget. Erich Tschümperlin (Grüne) entgegnete, dass Investitionen immer auch zurückbezahlt werden müssten. «Und das hat Einsparungen zur Folge.» Nach diesen Voten rief Einwohnerratspräsident Thomas Lammer (FDP) die Parlamentarier schliesslich dazu auf, sich wieder dem eigentlichen Geschäft zu widmen.

Investor muss bis März feststehen

SCK-Präsident Werner Baumgartner, der die Debatte von der Tribüne des Pilatus-Saals aus mitverfolgte, ist erleichtert. «Dank der breiten Unterstützung des Einwohnerrats können wir jetzt mit Selbstbewusstsein einen Investor suchen.» Mit der Mantelnutzung habe der SCK ein attraktives Produkt anzubieten. Zur Budgetfrage konnte er nicht im Detail Stellung nehmen. «Bei einem Nein gäbe es neue Diskussionen, das würde das Projekt verlangsamen.» Der SCK hat nun bis Ende März Zeit, einen Investor zu finden. Im Juni ist im Einwohnerrat die zweite Lesung zum Projekt geplant.

Die gestrige Sitzung war übrigens die letzte im Pilatus-Saal. Dieser wird nach der Fasnacht im Rahmen der neuen Zentrumsüberbauung abgerissen. In den nächsten zwei Jahren weicht der Einwohnerrat ins Gallusheim aus.