Kriens
Der Gemeindehausplatz könnte schon bald «Alex-Wili-Platz» heissen

Das Krienser Parlament will den Gemeindehausplatz umbenennen.

Stefan Dähler
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Der Gemeindehausplatz soll in «Alex-Wili-Platz» umbenannt werden.

Der Gemeindehausplatz soll in «Alex-Wili-Platz» umbenannt werden.

Bild: Nadia Schaerli (Kriens, 5. Oktober 2020)

Der neu gestaltete Gemeindehausplatz neben dem Gesundheitszentrum Lindenpark könnte schon bald «Alex-Wili-Platz» heissen. Der Krienser Einwohnerrat hat am Donnerstag ein entsprechendes FDP-Postulat überwiesen. Der Entscheid ist damit aber noch nicht definitiv. Der Stadtrat erhält damit vorerst den Auftrag, die Umbenennung zu prüfen.

Die Verdienste des heute 93-jährigen Alexander Wili für die Stadt Kriens sind zweifellos gross, darüber waren sich alle Fraktionen einig. Der ehemalige liberale Politiker war 1963 der erste Präsident des Einwohnerrats, hat erfolgreich für den Erhalt des Schlosses Schauensee gekämpft und zahlreiche Stiftungen sowie Genossenschaften gegründet – unter anderem die Genossenschaft Wohnen im Alter Kriens, die den Lindenpark neben besagtem Platz realisiert hat.

Alexander, genannt «Alex» Wili.

Alexander, genannt «Alex» Wili.

Bild: Nadia Schärli

Dennoch kam es im Einwohnerrat zu einer engagierten Diskussion über das Postulat. Zu reden gab etwa, dass Strassen oder Plätze gemäss Empfehlungen des Bundes grundsätzlich nicht nach noch lebenden Personen benannt werden sollten. Weiter seien Frauen zu bevorzugen, da diese bisher klar untervertreten seien. «Alex Wili ist eine der grössten Persönlichkeiten der Stadt, er hat das verdient», sagte Postulant Erwin Schwarz (FDP). Ursula Wendelspiess (JCVP) fügte an: «Warum immer warten, bis jemand gestorben ist? Jetzt kann er sich noch über die Ehrung freuen.» Räto Camenisch (SVP) sagte: «Es wäre mir eine Freude, wenn Alex Wili die Umbenennung noch erleben könnte.» Dass das Anliegen nicht von allen unterstützt wird, könne er nicht verstehen und tue ihm fast weh.

Linke wollen andere Form der Ehrung

Gegen das Postulat sprachen sich die Grüne/GLP- und die SP-Fraktion aus. «Es gibt viele Leute, die viel geleistet haben in Kriens und sich eine Anerkennung wünschen würden», sagte Pascal Meyer (GLP). Das Postulat schliesse andere in Frage kommende Personen aus. «Es braucht ein transparentes Vorgehen, ein offenes Verfahren, das allen Personen offensteht.»

Für Bettina Gomer (SP) ist eine Platzbenennung heutzutage nicht mehr der richtige Weg, um jemanden zu ehren. Sie hat darum ein Postulat für die Schaffung eines Anerkennungspreises eingereicht, das aber am Donnerstag noch nicht behandelt wurde. «Wir haben nicht genug Plätze, um alle zu ehren, die es verdient hätten.» Solch eine Person wäre beispielsweise auch die erste Einwohnerratspräsidentin Elsy Jacot. Erich Tschümperlin (Grüne) schlug vor, eine Kommission damit zu beauftragen, eine sinnvolle Form der Würdigung zu finden. Auch wenn die Verdienste von Alex Wili unbestritten seien, empfinde er die Benennung des Platzes als «Schnellschuss».

Die Mehrheit sah das aber anders, mit 16 zu 12 Stimmen wurde das Postulat überwiesen.