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KRIENS: Die ersten illegalen Hütten sind jetzt weg

Die Gemeinde besitzt im Krienser Hochwald zwei Waldhütten, die ohne Bewilligung gebaut wurden. Nun werden sie abgerissen. Dabei kommt Überraschendes zum Vorschein.
Christian Glaus
Während Jahren vermietete die Gemeinde Kriens diese illegal gebaute Hütte im Gebiet Rigiblick im Krienser Hochwald. Gestern wurde sie innert 30 Minuten abgerissen. (Bilder Pius Amrein)

Während Jahren vermietete die Gemeinde Kriens diese illegal gebaute Hütte im Gebiet Rigiblick im Krienser Hochwald. Gestern wurde sie innert 30 Minuten abgerissen. (Bilder Pius Amrein)

Während Jahren vermietete die Gemeinde Kriens diese illegal gebaute Hütte im Gebiet Rigiblick im Krienser Hochwald. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Am Dienstag wurden sie vom Zivilschutz Nidwalden innert 30 Minuten abgerissen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Nidwaldner Zivilschützer nutzten die Arbeiten ihm Rahmen eines ausserkantonalen Einsatzes zu Übungszwecken. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Hütten wurden wortwörtlich dem Waldboden gleich gemacht. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Jene im Gebiet Eggli stand bereits am Dienstagmittag nicht mehr. Die Hütte im schwerer zugänglichen Gebiet Rigiblick wurde am Dienstagnachmittag zurückgebaut. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Baggerführer René Dobler an der Arbeit. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Das Pikante an den Hütten: Sie sind seit Jahrzehnten im Besitz der Gemeinde Kriens und wurden in dieser Zeit an Private weitervermietet. Die Gemeinde kam in den 1970er- und 1980er-Jahren zu diesen Hütten, als sie grosse Waldflächen gekauft oder geschenkt bekommen hat. Die Mietverträge wurden fortgeführt, ohne die Rechtmässigkeit der Hütten je zu überprüfen (Ausgabe vom 26. Februar). Erst als das Bundesgericht 2010 in einem Fall entschied, dass ein illegal erstelltes Haus im Hochwald abgerissen werden muss, wurde die Gemeinde aktiv. Für 89 Liegenschaften wurden nachträgliche Baugesuche eingefordert. Die Gemeinde entschied, ihre beiden illegalen Häuser abzureissen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die selbstgebaute illegale Hütte Eggiwitli im Krienser Hochwald gehörte der Gemeinde selbst (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
So hat sie ausgesehen, bevor am Dienstag die Bagger aufgefahren sind. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
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Abbruch Hütten im Krienser Hochwald

Christian Glaus

Nur rund eine halbe Stunde dauert es, dann macht die Waldhütte den Kopfstand. Mit schwerem Gerät sind Nidwaldner Zivilschützer im Krienser Hochwald im Einsatz. Sie reissen zwei Waldhütten ab, die ohne Bewilligung ausgebaut wurden – und nutzen die Arbeiten ihm Rahmen eines ausserkantonalen Einsatzes zu Übungszwecken.

Das Pikante an den Hütten: Sie sind seit Jahrzehnten im Besitz der Gemeinde Kriens und wurden in dieser Zeit an Private weitervermietet. Die Gemeinde kam in den 1970er- und 1980er-Jahren zu diesen Hütten, als sie grosse Waldflächen gekauft oder geschenkt bekommen hat. Die Mietverträge wurden fortgeführt, ohne die Rechtmässigkeit der Hütten je zu überprüfen (Ausgabe vom 26. Februar). Erst als das Bundesgericht 2010 in einem Fall entschied, dass ein illegal erstelltes Haus im Hochwald abgerissen werden muss, wurde die Gemeinde aktiv. Für 89 Liegenschaften wurden nachträgliche Baugesuche eingefordert. Die Gemeinde entschied, ihre beiden illegalen Häuser abzureissen.

Mit dem Bagger gehts ruckzuck

Die Arbeiten haben gestern Morgen begonnen. In den Gebieten Eggli und Rigiblick unterhalb der Krienseregg fuhren je neun Zivilschützer mit Bagger und Kipper auf. Nach einigen Vorbereitungsarbeiten geht es ruckzuck. Der Greifer des Baggers packt zwischen Fenster und Dach ein erstes Mal zu. Lautes Knacken und Knarren ertönt, schon ist das erste Stück des illegal gebauten Häuschens weg. Nach nur einer halben Stunde hebt der Bagger jene Teile des Häuschens, die noch zusammenhalten, in die Luft, dreht sie um und zertrümmert sie. Die Hütten wurden wortwörtlich dem Waldboden gleich gemacht. Jene im Gebiet Eggli stand bereits gestern Mittag nicht mehr. Die Hütte im schwerer zugänglichen Gebiet Rigiblick wurde gestern Nachmittag zurückgebaut.

«Professionell gebaut»

Obwohl der eigentliche Abriss sehr schnell erledigt war, staunten die Zivilschützer nicht schlecht. «Die Hütten sind erstaunlich gut ausgebaut», sagt Marco Weber, Kommandant des Nidwaldner Zivilschutzes. Beide Waldhütten verfügen über Doppelwände aus Holz, eine ist sogar isoliert. Eine Hütte verfügt zudem über einen Estrich, der wohl zum Übernachten genutzt wurde, einen Nebenbau und ein Toilettenhäuschen. «Schauen Sie, wie professionell das gebaut wurde», sagt Weber, während der Bagger ein weiteres Stück Hauswand herausreisst. Trotz den grossen Kräften, die diese Maschine entwickeln kann, hat sie sichtbar Mühe, das Häuschen zu zerlegen. Immer wieder rutscht der Bagger auf dem vom Regen aufgeweichten Waldboden nach vorne Richtung Waldhütte. Über die Geschichte der beiden Hütten kann die Gemeinde nur rätseln. Da nie ein Baugesuch eingereicht wurde, ist nicht klar, wann sie ausgebaut wurden. Fest steht einzig, dass es sich ursprünglich um Schutzhütten handelte. Diese wurden im Laufe der Jahre zu Wochenendhütten ausgebaut.

Land wird renaturiert

Die Arbeit der Zivilschützer ist indes noch nicht zu Ende. Noch bis am Freitagabend sind sie im Krienser Hochwald im Einsatz – insgesamt sind es 40 Pioniere. Sie transportieren die Überreste der Waldhütten und die Bodenplatten des Vorplatzes weg. Die Hütten selbst boten eine Nutzfläche von geschätzten 8 Quadratmeter. Viel mehr als ein Tisch und Stühle fanden darin wohl nicht Platz. Hinzu kommt ein Nebenraum, der wahrscheinlich zum Lagern von Holz genutzt wurde. Der Vorplatz war rund 60 Quadratmeter gross. Ende Woche wird man davon kaum mehr etwas sehen. «Alles, was nicht vom Wald gemacht wurde, kommt weg», sagt Zivilschutzkommandant Marco Weber. Anschliessend wird das Land renaturiert. Die Gemeinde will dort Bäume pflanzen.

Der Rückbau der beiden Hütten kostet die Gemeinde Kriens 14 000 Franken. Sie muss für Baumaschinen, Mulden und den Materialtransport aufkommen. Die Mannstunden, die der Zivilschutz dort leistet, sind für die Gemeinde hingegen gratis. Denn für den Zivilschutz ist der Rückbau der Hütten ein willkommenes Übungsobjekt.

Bisher eine private Hütte abgerissen

Die beiden Hütten der Gemeinde Kriens sind nicht die ersten Objekte, die im Hochwald abgerissen werden. Ein Wochenendhaus sowie Anbauten, die bei sechs Liegenschaften illegal erstellt worden sind, wurden bereits zurückgebaut. In diesen Fällen verzichteten die Grundeigentümer auf ein Baugesuch oder zogen es zurück. Zwei Abbruchentscheide des Gemeinderats sind noch hängig, wie Bauvorsteher Matthias Senn auf Anfrage erklärt. Der eine wurde beim Kantonsgericht angefochten, der andere noch nicht vollzogen.

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