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KRIENS: Die Kegelbahn auf der Krienseregg soll doch noch gerettet werden

Das Ende schien besiegelt: Noch dieses Jahr soll die illegal erbaute Kegelbahn beim Naturfreundehaus auf der Krienseregg abgebrochen werden. Doch nun schaltet sich die Politik ein.
Christian Glaus
Die Kegelbahn steht seit rund 40 Jahren auf der Krienseregg. (Bild: Roger Grütter (19. November 2017))

Die Kegelbahn steht seit rund 40 Jahren auf der Krienseregg. (Bild: Roger Grütter (19. November 2017))

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Judith Fux ist überwältigt von den vielen Reaktionen, die sie erhalten hat. Ausgelöst durch einen Bericht unserer Zeitung über die Naturkegelbahn beim Naturfreundehaus auf der Krienseregg, die bis Ende Jahr abgerissen werden muss (Ausgabe vom 28. November 2017). «Ein Funken Hoffnung besteht natürlich jetzt schon», so Fux, «vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder.» Zusammen mit Christian Tschümperlin hat sie 2015 das Naturfreundehaus auf der Krienseregg übernommen und führt dieses als Berg-Beizli.

Was ist geschehen? Die Freiluft-Kegelbahn wurde in den 1970er-Jahren durch die Naturfreunde illegal erbaut. Bis 2013 schien dies kein Problem zu sein. Doch dann verlangte die Gemeinde von den Besitzern ein nachträgliches Baugesuch. Die Gemeinde war bereit, die Anlage zu dulden, weil sie seit mehr als 30 Jahren besteht und es sich um ein einmaliges Kulturgut handle. Darauf reichte die Naturschutzorganisation Pro Natura Beschwerde beim Kantonsgericht ein. Um einen langen Rechtsstreit zu vermeiden, haben Judith Fux und Christian Tschümperlin zugestimmt, die Anlage bis Ende Jahr abzubrechen.

Überparteilicher Vorstoss im Einwohnerrat

Doch der bevorstehende Abriss bewegt viele Krienser. Inzwischen laufen auf zwei Ebenen Versuche, die Kegelbahn zu retten. So hat Einwohnerrat Patrick Koch (SVP) am Donnerstag ein überparteiliches Dringliches Postulat eingereicht. Die Forderung: Die Gemeinde soll sich für den Erhalt einsetzen. «Der Gemeinderat hat die Naturkegelbahn als erhaltenswertes Kulturobjekt eingestuft. Nun muss er sich auch dafür einsetzen, sonst verliert er seine Glaubwürdigkeit», argumentiert Koch.

Den Vorstoss unterschrieben haben 16 weitere Parlamentarier aus den Fraktionen SVP, FDP und CVP. Damit steht die Mehrheit des 30-köpfigen Krienser Einwohnerrats hinter dem Dringlichen Postulat, das bereits an der nächsten Sitzung vom 18. Januar behandelt wird.

Im Krienser Hochwald stehen rund hundert Bauten, die illegal erstellt oder ausgebaut worden sind. Einige müssen rückgebaut werden (siehe Box). Weshalb aber soll ausgerechnet für die Kegelbahn eine Ausnahme gemacht werden? Patrick Koch begründet dies «mit dem öffentlichen Interesse». Ausserdem befinde sich die Anlage nicht im Moor, sondern am Rande des Schutzgebiets. «Häuser, die direkt im Moor erstellt wurden, haben sicher einen einschneidenden Einfluss auf Fauna und Flora», sagt Koch.

Liberale Senioren wollen Neuverhandlung

Aktiv geworden sind auch die liberalen Senioren Kriens. «Wir können uns mit der Zerstörung eines solch einmaligen Kulturgutes nicht abfinden», schrieb Ernst Siegenthaler in einem Leserbrief (Ausgabe vom 20. Dezember 2017). Letzte Woche traf sich der Vorstand zu einer Sitzung. Nun ist klar: Die Rettung der Naturkegelbahn gehört zu den Jahreszielen der liberalen Senioren, wie Siegenthaler auf Anfrage erklärt. Die Besitzer und Pro Natura sollen dazu gebracht werden, nochmals über den Erhalt der beliebten Anlage zu verhandeln. Nächste Woche findet ein erstes Gespräch zwischen den liberalen Senioren und den Besitzern des Berg-Beizlis statt.

Siegenthaler argumentiert ähnlich wie Einwohnerrat Patrick Koch. Die Kegelbahn tangiere das geschützte Hochmoor auf der Krienseregg nicht. «In diesem Fall hat Pro Natura den gesunden Menschenverstand verloren.»

Die liberalen Senioren wollen nun die rechtlichen Möglichkeiten ausloten. «Wir wollen aber nicht mit Juristen auffahren», betont Ernst Siegenthaler. Vielmehr wolle man Pro Natura aufzeigen, dass sie «mit ihrem Vorgehen ihre Akzeptanz in der Bevölkerung verspielt».

Pro Natura: Kegelbahn steht im Hochmoor

Bei Pro Natura Luzern sieht man die Sache ganz anders. Namentlich zitiert werden wollte jedoch niemand der Organisation. Die Kegelbahn stehe im Hochmoor, der Fall sei eindeutig, hiess es auf Anfrage. Dies sei auch der Grund, weshalb Pro Natura eine Beschwerde gegen den Entscheid des Gemeinderats eingereicht habe. Bisher hat die Naturschutzorganisation zu den nachträglichen Baugesuchen im Krienser Hochwald erst zwei Beschwerden eingereicht. Man wäge die Sachlage sehr sorgfältig ab. Nur wo die rechtliche Lage klar sei, ziehe man vor Gericht. Pro Natura betont auf Anfrage, es gehe nicht um die Kegelbahn an sich. Eine solche Anlage würde man tolerieren – aber nur an einem bewilligungsfähigen Standort.

Der Rechtsstreit um die Naturkegelbahn hat für Judith Fux und Christian Tschümperlin unerwartete Dimensionen angenommen. Aussenstehende und die Politik mischen sich nun in ihre Angelegenheit ein. Fux stört dies nicht: «Vielleicht gibt es ja doch noch eine Lösung für unsere Naturkegelbahn. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.»

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