KRIENS: Eichhof West steht vor dem Durchbruch

Behörden und Parteien sind fürs Grossprojekt Eichhof West, das am Donnerstag ins Parlament kommt. Doch Anwohner bleiben skeptisch.

Luca Wolf
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Blick von der Luzernerstrasse Richtung Kriens: Rechts die Konturen eines bestehenden Gebäudes der Brauerei Eichhof, dahinter am Sonnenberg die Häuser von Anwohnern. Die anderen Bauten sind Teil von Eichhof West. (Bild: Visualisierung Raumgleiter GmbH Zürich)

Blick von der Luzernerstrasse Richtung Kriens: Rechts die Konturen eines bestehenden Gebäudes der Brauerei Eichhof, dahinter am Sonnenberg die Häuser von Anwohnern. Die anderen Bauten sind Teil von Eichhof West. (Bild: Visualisierung Raumgleiter GmbH Zürich)

So ist der Blick von der Luzernerstrasse Richtung Kriens heute. (Bild: Google Street View)

So ist der Blick von der Luzernerstrasse Richtung Kriens heute. (Bild: Google Street View)

Diesmal wirds wohl klappen. Vor einem Jahr versenkte eine Mitte-links-Allianz im Krienser Parlament das Projekt Eichhof West noch. In der Folge wurde es mit Einbezug aller Beteiligten inklusive Anwohnern komplett überarbeitet, nächsten Donnerstag kommt es zum zweiten Mal ins Krienser Parlament. Doch nun stehen nebst dem Gemeinderat alle Parteien grundsätzlich hinter dem 200-Millionen-Franken-Vorhaben der Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK). Und – ganz wichtig – auch der Kanton hat im Rahmen der soeben abgeschlossenen Vorprüfung keine grösseren Einwände. «Wir sind diesmal sehr zuversichtlich.» Diesen Satz sagen unisono Gemeindeammann Matthias Senn, BVK-Projektleiter Patrick Wetter und Martin Heiz, SVP-Einwohnerrat und Präsident der Baukommission.

Bezug 2018 möglich

Der neuste Zeitplan sieht vor: 1. Lesung im Krienser Parlament nächsten Donnerstag, 2. Lesung am 15. September. Baubeginn im 1. Quartal 2016, Bezug im 2. Quartal 2018.

Das überarbeitete Projekt Eichhof West ist auf der Brache zwischen der Eichhof-Brauerei und dem Eingang zum Sonnenbergtunnel geplant.

  • Hochhaus:Neu sind nicht mehr zwei der zuvor heftig kritisierten Hochhäuser geplant, sondern noch eines. Und dieses wurde zum einen von 68 auf 53 Meter gekürzt und zum anderen 70 Meter vom Sonnenberghang weg nach vorne an die Langsägestrasse gestellt. Ziel: Die Aussicht der Sonnenbergler soll nicht zu stark getrübt werden. Im obersten Geschoss des Wohnhochhauses soll eine öffentliche Bar entstehen.
  • Wohnhäuser:Gewohnt werden soll auch in den drei anderen, teils hohen Bauten des Projekts. Mögliche zusätzliche Nutzungen: ein Restaurant, ein Lebensmittelladen, eine Kindertagesstätte, ein Fitnesscenter.
  • Hotelcampus:Das derzeit im Kastanienbaum beheimatete International Hotel Management Institute (IMI) ist als Hauptmieter in einem der Gebäude vorgesehen. 500 Studenten sollen auf dem Campus dereist studieren und arbeiten. Allerdings sind die Verträge noch nicht unterzeichnet. Seitens der BVK ist man zwar zuversichtlich, dass es klappt. Falls nicht, werde man aber mit anderen Bildungseinrichtungen Kontakt aufnehmen.
  • Hotel und Büros:Auf dem schmalen Landstreifen direkt vor der Brauerei soll ein internationales Hotel samt Bürogebäude entstehen. Dieses Teilprojekt ist jedoch nicht Teil des vorliegenden Bebauungsplans.
  • Verkehr:Beim versenkten Projekt wurde etwa ein lückenhaftes Verkehrskonzept kritisiert. Die Angst vor Mehrverkehr und Unfällen mit Velofahrern war gross. Neu sollen die Fahrbahnen auf der Langsägestrasse getrennt werden. Die interne Erschliessung der Gebäude mit Autos erfolgt über ein unterirdisches Einbahnregime. 500 Parkplätze entstehen, bis auf 15 alle unterirdisch.
  • Störfall:Die Ammoniak-Anlage der Brauerei stellt ein Sicherheitsrisiko für die künftigen Bewohner der neuen Siedlung dar und muss deshalb umgebaut werden. Zudem verursacht die Brauerei zu viel Lärm, was auch behoben werden muss.

«Wir werden Einsprachen machen»

So weit, so gut. Doch ein paar Anwohner, die sich seit langem gegen das Projekt zur Wehr setzen, bleiben hart: «Wir werden sicher Einsprachen machen. Das neue Projekt ist zwar etwas besser, aber Hochhäuser gehören an diese Lage trotzdem nicht hin.» Das sagt Katrin Bernet vom Verein gegen bauliche Willkür. Bernet selber wohnt zwar nicht mehr im Quartier, hat aber ein Haus dort. Viele Anwohner akzeptieren das neue Projekt mittlerweile.