KRIENS: Eigenthaler Bergrennen kehrt nach 50 Jahren zurück

Das Eigenthaler Bergrennen soll wieder durchgeführt werden und bis zu 20'000 Zuschauer anlocken. Laut den Initianten fehlt noch Geld – eine andere Hürde sei jedoch bereits genommen.

Niels Jost
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Ein Tecno-Ford am Eigenthaler Bergrennen 1968. Bild: PD/Guido Weber

Ein Tecno-Ford am Eigenthaler Bergrennen 1968. Bild: PD/Guido Weber

Es war das Rennen schlechthin in der Zentralschweiz, ja vielleicht sogar im ganzen Land: das Eigenthaler Bergrennen. Manch einer dürfte sich noch daran erinnern, wie zunächst zwischen 1923 und 1931 und dann in den 60er-Jahren jeweils an die hundert Autos und Töffs die engen Strassen von Kriens ins Eigenthal hinaufkurvten. «Die überaus schmale Strasse windet sich in einer nicht enden wollenden Kurvenreihenfolge dem Ziele entgegen», hiess es etwa in der «Automobil Revue» von 1964. Und weiter: «Jedem Kurvenausgang folgt gleich der nächste Kurveneingang, und der Fahrer kann sich nie auf einer Geraden ‹ausruhen›.» Der Anlass lockte bis zu 20'000 Zuschauer an; diese stellten sich entlang der ganzen Strecke auf und feuerten die internationalen Fahrer an.

Gestern Abend nun hat sich der Trägerverein Kriens-Eigenthal-Historic gegründet. Er will das «legendäre» Bergrennen wieder durchführen – und zwar exakt 50 Jahre, nachdem der Anlass 1968 letztmals stattfand. Am 15. und 16. September 2018 soll der Startschuss für die Neuaustragung fallen. «Das wird eine grosse Kiste», verspricht OK-Präsident und Initiant Alfred Gut. «Es ist angedacht, dass bis zu 300 historische Fahrzeuge in vier Läufen pro Tag teilnehmen können.» Sowohl vierrädrige als auch zweirädrige Fahrzeuge aus der Vor- und Nachkriegszeit sollen starten dürfen – und entsprechend Zuschauer anlocken: «Wir streben ein Publikum von 15'000 bis 20'000 Personen an», sagt Gut.

Nationalrätin im Komitee dabei

Wo die Boliden dereinst durchfahren sollen, möchte Alfred Gut nicht verraten. Noch stehe das Projekt in der Anfangsphase, Details möchte das siebenköpfige Organisationskomitee, in dem auch Nationalrätin Yvette Estermann (SVP) sitzt, Mitte Januar präsentieren. Dennoch ist im Gespräch mit Alfred Gut herauszuhören, dass das Projekt aus mehr als nur nostalgischen Träume-reien besteht. So hat man laut Gut bereits die erforderlichen Bewilligungen bei den Gemeinden, dem Kanton und der Polizei eingeholt. Auch ein Rahmenprogramm sei bereits angedacht, welches der passionierte Oldiefahrer aber noch für sich behalten möchte. Die grösste Hürde, die es noch zu meistern gilt, sei die Finanzierung. Gut rechnet mit Kosten von rund 400'000 Franken.

Die Bevölkerung kann sich also auf einen nostalgischen Event freuen. Das Showfahren soll für alle etwas bieten, sagt Alfred Gut und schwelgt in Erinnerungen: «Als Jugendlicher sammelte ich an der Rennstrecke leere Flaschen ein, um mir ein Sackgeld zu verdienen. Wir möchten wieder einen solchen Volksanlass für Jung und Alt auf die Beine stellen.» Dafür soll auch das Krienser Gewerbe mit ins Boot geholt werden. «Wir freuen uns, ein unvergessliches Revival zu realisieren.»

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch