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KRIENS: Ein Bähnli ruckelt zum Erfolg – dank «sanftem Tourismus»

Der Sonnenberg wird als Ausflugsziel immer beliebter – auch dank Anlässen wie dem Kinderfest oder dem B-Sides. Einem weiteren Wachstum setzt die Gemeinde jedoch gewisse Grenzen.
Stefan Dähler
Die Sonnenbergbahn fährt ab dem 14. April wieder täglich bis zum 1. November auf den Berg. (Bild: Manuela Jans (Kriens, 9. Juli 2015))

Die Sonnenbergbahn fährt ab dem 14. April wieder täglich bis zum 1. November auf den Berg. (Bild: Manuela Jans (Kriens, 9. Juli 2015))

Die Zahlen erinnern an die goldenen Zeiten der Hotellerie vor den beiden Weltkriegen: Letztes Jahr verzeichnete die Sonnenbergbahn 49'325 Fahrgäste. Das sind fast so viele wie im Rekordjahr 1904 – als noch das Grandhotel Sonnenberg stand. Damals waren es 52 800 Passagiere (Ausgabe vom 6. Juli).

Dieser Rekord scheint nun nicht mehr unantastbar zu sein: In den letzten zehn Jahren haben die Passagierzahlen um über 50 Prozent zugenommen. «Wir haben grössere Anstrengungen unternommen, um den Berg attraktiver zu machen», sagt Bruno Peter, Verwaltungsratspräsident der Sonnenbergbahn und ehemaliger Gemeindeammann. Als Beispiele nennt er den Zwergenweg mit zugehörigem Kinderbuch oder die Lancierung einer Kinder-CD mit Krienser Künstlern. Weiter veranstaltet die Bahn seit 2011 das Kinderherbstfest, seit einigen Jahren ist der Sonnenberg zudem Teil des Foxtrails. Hinzu kommen von Privaten organisierte Anlässe wie das B-­Sides-Festival oder das Broadway-Variété – sowie ein neuer Eventraum in der Bergstation.

«Diese Anlässe und Attraktionen garantieren uns eine gewisse Grundauslastung», sagt Peter. Als Gemeindeammann schlug er einst einen Seilpark auf dem Sonnenberg vor. Diese Idee ist längst vom Tisch. «Kreativität, um Bahn und Berg noch attraktiver zu machen, ist aber weiterhin gefragt – zumal für die über 100-jährige Bahn Investitionen anstehen», sagt Peter. «Ende 2018 müssen wir das Fahr- und Bremswerk für über 100'000 Franken sanieren.» Weiter stehe die Erneuerung der Stahlbrücke vor dem Tunnel für 150'000 Franken an. «Bei unserem Budget sind das enorme Summen», sagt Peter. Die Erträge aus dem Personenverkehr betrugen letztes Jahr 167'000 Franken.

Einschränkungen für Anlässe

Der Nutzung des Sonnenbergs sind jedoch Grenzen gesetzt. Die Gemeinde Kriens hat für ihren kleinen Hausberg 2009 ein ­Nutzungskonzept erarbeitet. Gemäss diesem sind «stark besucherorientierte Events (...) zu ­beschränken respektive auszuschliessen». Ausnahmen sind aber möglich, die bestehenden grossen Anlässe beurteilt die Gemeinde positiv. Viel mehr sollten es jedoch nicht sein. «Wenn sich nun nochmals ein Interessent meldet, müsste man dies im Detail anschauen», sagt der Krienser Bau- und Umweltvorsteher Matthias Senn (FDP). Klar ist, dass sich die Anlässe räumlich auf das Gebiet beim Schotterplatz, wo sich früher das Grandhotel Sonnenberg befand, begrenzen müssen. Wegen Terminkollisionen habe man Gesuche daher auch schon abgelehnt.

«Der Sonnenberg soll für sanften Tourismus stehen», sagt auch Kathrin Graber, CVP-Einwohnerrätin und Präsidentin des Vereins Pro Sonnenberg, der sich für den Erhalt des Naherholungsgebiets einsetzt und sich um den Unterhalt von Sitzbänken, Grillplätzen und des Spielplatzes kümmert. «Auch wir freuen uns, wenn die Frequenzen der Bahn steigen – dann werden auch unsere Anlagen noch mehr genutzt.» Wichtig sei aber «eine gute Balance zwischen Anlässen und Ruhe». Dies müsse nicht heissen, dass keine neuen Veranstaltungen hinzukommen dürften. «Man muss jeweils den einzelnen Fall prüfen.»

Wachsende Beliebtheit hat auch Schattenseiten

Die wachsende Beliebtheit des Bergs habe auch Schattenseiten, so Graber. So gelangten viele Besucher mit dem Auto dahin und parkierten teilweise ausserhalb des Parkierfeldes. «Manche Leute wissen nicht, wie sie sich im Wald verhalten sollen – und fahren mit dem Auto etwa direkt zum Grillplatz.» So kam die Feuerwehr bei einem Glimmbrand im Jahr 2015 wegen falsch parkierter Autos fast nicht zum Ziel. Die Gemeinde hat deswegen ein Parkverbot auf der oberen Zumhof­strasse zwischen Siedlungsrand und Waldeingang erlassen.

Weiter fänden ein- bis zweimal jährlich grössere personenintensive und unbewilligte Feiern statt, sagt Matthias Senn. Diese seien eher ein Problem als die bekannten Anlässe. «Da fehlt jeweils ein Abfall- und WC-Konzept.» Kleinere private Feste sollen aber durchaus möglich sein.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Hinweis: www.prosonnenberg.ch, www.erlebnis-sonnenberg.ch

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