Kriens erhält das Label «Kinderfreundliche Gemeinde»

Auf der Freizeitanlage Langmatt durfte die Gemeinde Kriens am Samstag das Unicef-Label für kinderfreundliche Gemeinden entgegennehmen. Mit der Übergabe beginnt die Arbeit: Umgesetzt werden soll bis ins Jahr 2022 ein Aktionsplan mit 10 konkreten Massnahmen.

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(pd/chi) Kriens wächst – das zeigen die aktuellen Bevölkerungszahlen. Damit kommen auch viele Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern nach Kriens. Diesen zukünftigen Generationen will Kriens bewusst einen kindergerechten Lebensraum bieten. Aus diesem Grund hat der Krienser Stadtrat in seinem Legislaturprogramm auch festgehalten, dass er das Label als kinderfreundliche Gemeinde anstrebt. Vergeben wird das Label von der der Unicef, dem Kinderhilfswerk der vereinten Nationen. Es verpflichtet die Gemeinden nicht etwa zu spektakulären Neubauten. Vielmehr sollen sich diese Gemeinden dazu bekennen, dass sie konkrete Massnahmen umsetzen, um den Lebensraum kindergerecht zu gestalten.

Kriens startete den Prozess zur Erlangung des Labels vor inzwischen 12 Jahren aufgrund eines politischen Vorstosses von Viktor Bienz (CVP). Eine Bestandesaufnahme, was Kriens bisher schon machte für Kinder und Jugendliche, wurde 2009 von der Unicef für gut befunden. Die Umsetzung wurde in der Folge aufgrund anderer Prioritäten ausgesetzt. Mit dem neuen Kinder- und Jugendkonzept des Kantons Luzern erhielt das Projekt nun aber wieder neuen Schwung. Eine Arbeitsgruppe aus allen Departementen der Stadtverwaltung Kriens überprüfte die Bestandesaufnahme von 2009 und beurteilte die Fortschritte der letzten Jahre. Aus dem Handlungsbedarf wurde ein 10 Punkte umfassender Aktionsplan für die nächsten 4 Jahre definiert. Der Plan orientiert sich dabei an den Kriterien der Unicef.

Spielplätze und Frühförderung

Schwerpunkte im Aktionsplan bilden das Spielplatzkonzept für die Freiräume sowie das Frühförderkonzept im Vorschulalter. Im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit ist die Entwicklung der Kinderförderung für Kinder von 10 bis 12 Jahren ein zentraler Punkt. Weiter umfasst der Aktionplan eine Strategie für Kinder- und Jugendräte.

Symbolisch fand nun am Samstag die offizielle Übergabe des Labels statt. Auf der Freizeitanlage Langmatt übergab Unicef-Botschafter Werner Augsburger das Label. Bevor sich die Kinder aus Anlass der Labelübergabe auf der Langmatt bei einem Spielfest austobten, hob Werner Augsburger den Stellenwert des Labels hervor. Mit dem Gesamtkonzept erarbeite sich Kriens nicht nur positive Argumente im Standortmarketing, sondern übernehme auch soziale Verantwortung für zukünftige Generationen. Das Label sei aber nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch eine Verpflichtung, jetzt die nächsten Schritte zu machen.

Die drei anwesenden Mitglieder des Krienser Stadtrates, Stadtpräsident Cyrill Wiget, Judith Luthiger und Lothar Sidler, freuten sich über das neu erworbene Label. Es sei für eine Stadt mit einer Dynamik, wie sie Kriens gerade erlebe, enorm wichtig, dass man sich bewusst auch mit den Wünschen und Bedürfnissen der Generation von morgen beschäftige, sagte Cyrill Wiget. Judith Luthiger zeigte in Vertretung für den abwesenden Franco Faé, in dessen Departement das Label erarbeitet wurde, welche Massnahmen Kriens nun umzusetzen gedenke.

Luzern ist Spitzenreiter bei den kinderfreundlichen Gemeinden

Die Kosten für die Evaluation und die Vergabe des Prozesslabels betragen je nach Grösse der Gemeinde unterschiedlich viel: Gemeinden in der Grössenordnung von Kriens müssen Unicef für den Erhalt des Labels und die prozessbegleitende Beratungsarbeit 15'000 Franken entrichten. Hinzu kommen noch 2'000 Franken für die vorausgehende Standortbestimmung.

Bislang unterstützen sieben Schweizer Kantone die Gemeinden mit Kostenbeiträgen für das Prozesslabel, darunter auch der Kanton Luzern. Dieser übernimmt Beträge bis 10'000 Franken vollumfänglich. An den darüber liegenden Kosten beteiligt sich der Innerschweizer Kanton zu 80 Prozent. Dies zeigt Wirkung: Kein anderer Kanton in der Schweiz kann bereits mit sieben «Kinderfreundlichen Gemeinden» aufwarten.