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KRIENS: Eritreer hauste in Hobbyraum

Die Firma ADS Finanz und Immobilien GmbH kauft und verkauft in Kriens Liegenschaften, saniert sie nur notdürftig und teils, ohne entsprechende Bewilligungen einzuholen. Doch nicht nur deshalb bereitet die Firma dem Bauvorsteher keine Freude.
Thomas Heer
Vier der Häuser der ADS Finanz und Immobilien AG befinden sich an der Schachen- und an der Obernauerstrasse in Kriens. (Bild: Google Maps)

Vier der Häuser der ADS Finanz und Immobilien AG befinden sich an der Schachen- und an der Obernauerstrasse in Kriens. (Bild: Google Maps)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Wer sich in diesen Tagen auf den Strassen der Gemeinde Kriens bewegt, dem fallen sie möglicherweise auf: die Plakate der Firma ADS Finanz und Immobilien AG, rote Schrift auf weissem Grund. Aufgeführt sind ein Festnetzanschluss, zwei Natelnummern sowie der Hinweis auf die betriebseigene Webadresse. ADS nutzt den Werbeauftritt, um für die firmeneigenen Wohnungen Mieter zu akquirieren oder aber auch um für die Liegenschaften einen Käufer zu finden.

ADS verfügt in Kriens derzeit gemäss Grundbuch insgesamt über neun Immobilien. Im Fokus dieses Artikels stehen vier Häuser an der Schachen- und der Obernauer- sowie ein Wohnhaus an der Horwerstrasse. Als Miteigentümer der letzteren Adresse ist jener Mann aufgeführt, der bei ADS als einziger Gesellschafter und Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen ist. Auffallend an diesen Gebäuden ist die Tatsache, dass es sich durchwegs um alte, wenig repräsentative Immobilien handelt.

Hohe Kosten für die Gemeinde

Umso mehr erstaunt es, dass bis Mitte dieser Woche auf der ADS-Site noch eine Luxusbleibe im New Yorker Stadtteil Queens im Portefeuille aufgeführt war. Eine ADS-Mitarbeiterin rudert auf Nachfrage jedoch zurück und sagt, der Webauftritt werde derzeit umgestaltet, und ihre Firma sei in keinerlei Immo-Deals in New York involviert.

Das ist vielleicht auch besser so. Denn allein schon im überschaubaren Kriens sorgt ADS für genug Ungemach, und in der Gemeinde wünscht sich manch einer die Firma längst ins Pfefferland. In der Krienser Liegenschaftsszene ist die ADS dafür bekannt, dass sie vor allem in die Jahre gekommene Gebäude kauft, diese «billig», wie es heisst, saniert, umbaut und sie dann in überdurchschnittlichem Ausmass an anerkannte Flüchtlinge oder auch an vorläufig aufgenommene Immigrantinnen und Immigranten vermietet. Die Krux bei dieser Saniererei: Häufig muss die Gemeinde die Baugesuche nachträglich einfordern. ADS, so wird kolportiert, stünde mitunter auch im Clinch mit der Planungs- und Baugesetzgebung.

Als höchst unerfreulich bleibt den Behörden in Erinnerung, was sich jüngst an der Liegenschaft an der Horwerstrasse zutrug. Die Baubehörden und die Polizei stellten dort nämlich fest, dass ein Eritreer in einem Hobbyraum hauste. Das Ganze flog auf, als es darum ging, gegen einen Küchenbau in diesem Gebäudeteil zu intervenieren. Die eingangs erwähnte ADS-Mitarbeiterin sagt dazu: «Im Raum wurde eine Matratze gefunden. In welcher Art und wie lange der Mann dort anwesend war, kann ich nicht sagen. Ich bin nicht in der Lage, jedes Mietverhältnis zu überprüfen. Seit Ende März ist die Situation aber bereinigt.»

Ob dem tatsächlich so ist, kann der Krienser Gemeinderat und Bauvorsteher Matthias Senn nicht sagen. Senn bestätigt hingegen sämtliche in diesem Text erhobenen Vorwürfe an die Adresse von ADS. Senn sagt: «Die Gemeinde Kriens hat an der Geschäftspraxis der ADS Finanz und Immobilien GmbH auch deshalb keine Freude, weil die eingemieteten Personen oft wirtschaftlich abhängig sind.» Und damit der Gemeinde Kriens hohe Kosten aufbürden.

Geschäftsführer ist ein Quereinsteiger

In der Immobilienbranche sind viele Profis unterwegs, Fachleute, die ihr Handwerk von der Pike auf erlernt haben und sich ohne Wenn und Aber auch an die gesetzlichen Rahmenbedingungen halten. In der Szene tummeln sich aber ebenso Quereinsteiger. Zu ihnen muss der ADS-Inhaber gezählt werden. Der Mann hatte sich während Jahren als Franchisenehmer eines landesweit operierenden Discountunternehmens einen Namen gemacht. Nun ist er im Immo-Business angelangt, und das nicht zu knapp.

Die Geschäftspraxis, praktisch unvermietbare Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten, ist derweil nicht neu. Langjährige und regelmässige Leserinnen und Leser der «Zentralschweiz am Sonntag» erinnern sich womöglich an einen Artikel vom Juli 2012. Unter dem Titel «Asylbewerber bringen gute Renditen» berichtete die Zeitung über einen Innerschweizer Geschäftsmann, der im Entlebuch an meist unattraktiven Lagen zahlreiche Häuser kaufte, um sie via Caritas an Asylsuchende zu vermieten.

Der laut ADS-Mitarbeiterin ferienabwesende Geschäftsinhaber war trotz mehrfacher Anrufe auf sein persönliches Handy für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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