Kriens fehlt das Geld für die Realisierung der Süd-Allee

Wann die Verbindungsachse im Gebiet Luzern Süd realisiert wird, ist ungewiss. Im aktuellen Aufgaben- und Finanzplan hat die Stadt Kriens keine Beträge mehr für das Projekt eingestellt.

Stefan Dähler
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So könnte die Süd-Allee im Bereich Arsenalstrasse aussehen. (Visualisierung: PD)

So könnte die Süd-Allee im Bereich Arsenalstrasse aussehen. (Visualisierung: PD)

Die finanzielle Situation der Stadt Kriens ist angespannt. Nach Investitionen in das Zentrumsprojekt beträgt die Verschuldung zirka 200 Millionen Franken. Damit diese nicht mehr ansteigt, hat der Stadtrat einen jährlichen Investitionsplafonds in der Höhe des Cashflows beschlossen. Das sind jeweils zwischen 8 bis 10 Millionen Franken (wir berichteten).

Für Grossprojekte fehlt daher derzeit das Geld. Deshalb ist unklar, wann die Stadt Kriens die Süd-Allee realisieren kann, wie der Stadtrat im Rahmen der Fragestunde im Einwohnerrat bekannt gab. Im aktuellen Aufgaben- und Finanzplan 2020 bis 2024 sind keine Beträge mehr für das Projekt eingeplant – im Gegensatz zum Vorjahr.

Kosten von 10 bis 20 Millionen Franken

Geplant wäre auf der Arsenal- und Nidfeldstrasse eine grosszügige, mit Bäumen gesäumte Hauptachse mit mehr Platz für Velos und Fussgänger. Im Gebiet Kuonimatt würde es sich dagegen eher um eine Quartierverbindung für den Rad- und Fussverkehr handeln. Eine Kostenschätzung existiert noch nicht, doch die Stadt geht von einem Betrag in der Grössenordnung von 10 bis 20 Millionen Franken aus. Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) sagt:

«Die Sanierung und Erweiterung von Schulhäusern, etwa in der Kuonimatt, im Roggern oder Obernau, oder der Unterhalt der Strassen haben Priorität.»

Alleine für die Schulhäuser fallen gemäss Aufgaben- und Finanzplan pro Jahr schon mal Investitionen von bis zu rund 5 Millionen Franken an. «Der Strassenunterhalt kostet derzeit rund eine halbe Million Franken pro Jahr», sagt Senn. «Der Betrag wird künftig aber steigen, weil viele Strassen das Ende ihrer Lebensdauer erreichen und die Anforderungen steigen, zum Beispiel die Normen für behindertengerechte Bushaltestellen.»

Da bleibt kaum mehr Spielraum für grössere Infrastruktur-Massnahmen. Kleinere Projekte wie die Veloverbindung zwischen dem Freigleis und dem Kupferhammer entlang der Eichwilstrasse würden aber trotzdem realisiert.

Horw arbeitet weiter auf Süd-Alle hin

Die Süd-Alle ist nicht nur ein Krienser Projekt. Sie soll den ganzen Raum Luzern Süd vom Horwer Seebecken bis zum Gebiet Eichhof prägen. Dass Kriens keine Beträge dafür einplant, will der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) nicht überbewerten. «Es handelt sich um ein sehr langfristiges Projekt», sagt er auf Anfrage. Auch Horw habe noch keine Beträge eingeplant.

Zemp betont aber, dass die Süd-Allee ein wesentliches Element der Gesamtplanung für Luzern Süd darstelle. Die Gemeinde werde weiterhin mit der Sicherung von Land und Raum auf der Technikumstrasse darauf hinarbeiten, dass das Projekt auf Horwer Boden realisiert werden könne. «Besonders im Zusammenhang mit dem Campus-Ausbau ist die Süd-Allee für uns von grosser Bedeutung», sagt Zemp.