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Kriens feiert die Eröffnung des Kulturquadrats Schappe

Im Krienser Kultur- und Jugendzentrum Schappe steigt am Samstag das grosse Fest zur Gesamteröffnung. Die Verantwortlichen sagen, was das Areal alles zu bieten hat – und wo das Highlight für die Jugendlichen zu finden ist.
Christian Tschümperlin
Einblick ins Kulturquadrat Schappe. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 19. September 2018))

Einblick ins Kulturquadrat Schappe. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 19. September 2018))

Im Krienser Zentrum wird am Samstag ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Gesamteröffnung des Schappe Kulturquadrats steht an – mit einem vielfältigen Festprogramm. Im August war mit der Eröffnung der Musikschule die letzte Etappe des Kultur- und Jugendzentrums bezugsbereit. «Die Idee war es, Leben ins Zentrum zu bringen», sagt Benedikt Anderes, Kommunikationsleiter der Gemeinde Kriens. Auf dem ehemaligen Industrieareal gruppieren sich heute Musikschule, Jugendanimation und Bistro, Galerie und Ateliers von Kunstschaffenden sowie ein Veranstaltungssaal um einen Innenhof herum. Die meisten der Räume können auch durch Private gemietet werden.

Eines der Ateliers im Kulturquadrat Schappe. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 19. September 2018))

Eines der Ateliers im Kulturquadrat Schappe. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 19. September 2018))

Bis vor zwei Jahren diente der Komplex als Stützpunkt von Feuerwehr und Werkhof, zuvor war hier eine Seidenspinnerei einquartiert. Die Anlage hat ihren industriellen Charakter behalten. Die Architekten Niklaus Graber und Christoph Steiger arbeiteten in enger Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege.

So zieren Backsteinwände und putzige Glasbausteine weiterhin das Kesselhaus, indem einst die Heizkessel der Spinnerei auf Hochtouren liefen. Heute beherbergt es eine kultige Galerie, in der pro Jahr sieben Ausstellungen stattfinden. «2019 ist schon ausgebucht und bereits flattern Anfragen fürs 2020 herein», sagt Konrad Meyer von der Galerie Kriens.

Die Galerie Kriens im Kulturquadrat Schappe.

Die Galerie Kriens im Kulturquadrat Schappe.

«Alle kommen – vom Kiffer bis zum Musterschüler»

Für Kurt von Rotz, Leiter der Jugendanimation Kriens, ist die Summe des Kulturquadrats Schappe mehr als seine Elemente, «ähnlich wie bei einem Orchester», wie er sagt. Kürzlich fand ein interkultureller Begegnungstreff auf dem historischen Areal statt. «Am Ende sassen sie alle mit der Blasmusik und den Jugendlichen im Innenhof zusammen und tranken gemeinsam Kaffee», sagt er.

Die Jugendanimation hat ihren Betrieb bereits vor einem Jahr im ehemaligen Speisehaus entlang der Schmiedgasse aufgenommen. Täglich kommt es an der Infobar zu zwanzig bis dreissig Kontakten mit Jugendlichen. Für Janos (15) aus Kriens ist die Jugendarbeit der Freizeittreffpunkt Nummer eins. «Vom Kiffer bis zum Musterschüler kommen alle hierher, auch viele kreative Seelen», sagt er. Sara (16) aus Kriens schätzt die Unterstützung: «Sie helfen uns beim Bewerbungen schreiben oder bei der Jobsuche», sagt sie.

Der industrielle Charakter ist immer noch da: Ein Atelier im Kulturquadrat Schappe. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 19. September 2018))

Der industrielle Charakter ist immer noch da: Ein Atelier im Kulturquadrat Schappe. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 19. September 2018))

Schallschluckende Vorhänge entlang der Wände

Von Rotz’ persönliches Highlight befindet sich allerdings im Untergeschoss. «Hier unten im Club können sich Jugendliche verlieben und entlieben, sie sind weg von Eltern, machen die erste Schritte zum Erwachsenensein», sagt er. Auch der Club stellt mit seinen zwei Zugängen ein verbindendes Element dar. Man erreicht ihn über das Bistro, welches die Jugendarbeit zweimal wöchentlich betreibt, und auch über den Schappesaal. Dieser bietet als eigentliches Herzstück der Anlage Raum für Konzerte, Kleinkunst und Theater.

In der Musikschule freut sich noch jemand über die Möglichkeiten im Kulturquadrat. «Verglichen mit dem früheren Standort haben wir hier mehr Platz und der Schulweg ist kürzer», sagt Naïma (11) aus Kriens, die gerade engagiert Stimmbildung bei Eberhardt Rex betreibt. Dieser zeigt sich begeistert ob den ziehbaren Vorhängen entlang der Wände, sie schlucken den Schall.

Die asymmetrische Form der Wände sorgt für eine natürliche Akustik und verhindert Flattereffekte, wie Ursin Villiger, Rektor der Musikschule Kriens erklärt. Die Vorfreude unter den Verantwortlichen auf das Fest jedenfalls ist gross. Von Rotz von der Jugendanimation sagt mit einem Augenzwinkern: «Ich werde an vorderster Front mit dabei sein.»

Hinweis: Das grosse Eröffnungsfest dauert von 13.30 bis 2 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.kulturquadrat.ch.

Bereits ein Politikum

Das Kulturquadrat Schappe ist in Kriens auch politisch ein Thema. So kostete der Bau mit rund 12,4 Millionen Franken 1,38 Millionen mehr als budgetiert – wegen der schlechten Bausubstanz und zusätzlicher Schallisolationen. Weiter gab es aufgrund einer SP-Interpellation Diskussionen um fehlende Schattenplätze im Innenhof. Konkrete Massnahmen sind diesbezüglich noch keine budgetiert (Ausgabe vom 27. April). Derzeit hängig ist ein Postulat der Grünen, das ein Benutzungskonzept fordert. (std)

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