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KRIENS: Frauen kämpfen um Stimmen

Der Einwohnerrat ist in Männerhand – nur sieben Frauen sitzen darin. Ein Komitee will das nun ändern und spannt ein Frauennetz.
Sandra Monika Ziegler
Acht der zwanzig Frauen des Krienser Frauennetzes vor ihrem Netz. In der hinteren Reihe von links: Kathrin Graber (CVP), Judith Mathis-Wicki (CVP), Marja Arnold-Bumbacher (Grüne), Ursula Wendelspiess (JCVP). Vordere Reihe von links: Judith Luthiger-Senn (SP), Rita Berger-Hug (FDP), Michèle Binggeli (SVP) und Nicole Nyffeler (SP). (Bild: Pius Amrein)

Acht der zwanzig Frauen des Krienser Frauennetzes vor ihrem Netz. In der hinteren Reihe von links: Kathrin Graber (CVP), Judith Mathis-Wicki (CVP), Marja Arnold-Bumbacher (Grüne), Ursula Wendelspiess (JCVP). Vordere Reihe von links: Judith Luthiger-Senn (SP), Rita Berger-Hug (FDP), Michèle Binggeli (SVP) und Nicole Nyffeler (SP). (Bild: Pius Amrein)

Sandra Monika Ziegler

FDP, CVP, JCVP, SP, Grüne und SVP spannen im Wahlkampf zusammen – zumindest die Frauen davon. Zwanzig Frauen werben gemeinsam für ihre Wahl in den Krienser Einwohnerrat oder in den Gemeinderat. Auf acht Plätzen spannten sie ein Netz, und darin sind ihre Konterfeis zu sehen. Darüber steht der Slogan: «Wir denken und handeln vernetzt.» Auf dem Netz sind nicht nur Krienserinnen zu sehen. Dazwischen lächeln auch Angela Merkel, Doris Leuthard, Hillary Clinton, Simonetta Sommaruga oder Eveline Widmer-Schlumpf.

Die bekannten Gesichter sollen für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen – erfolgreich, wie ein Augenschein vor Ort beweist. Passanten bleiben vor dem Netz stehen, fällt ihr Augenmerk auf eine internationale Persönlichkeit, wird hie und da die Stirn gerunzelt. Es fallen Sprüche wie: «Die kenn ich, hab sie aber noch nie in Kriens gesehen.» Den Humor, der dahintersteckt, haben aber offenbar nicht alle verstanden. So hat ein User in der Facebook-Gruppe «Du besch vo Kriens, wenn» gepostet, dass die ausländischen Persönlichkeiten nicht zur Wahl stünden und somit nicht wählbar seien.

Vor zwölf Jahren mit erster Aktion

Es ist nicht das erste Mal, dass die Krienserinnen vor Einwohnerratswahlen mit einer überparteilichen Aktion auf sich aufmerksam machen. Vor zwölf Jahren spannten sie eine Wäscheleine, vier Jahre später malten sie überdimensionierte Fussspuren auf den Boden und stellten dazu Wegweiser Richtung Pilatussaal, wo der Einwohnerrat tagt. Bei den letzten Wahlen führten sie eine Aktion mit Pfannen durch, die an einen Balken montiert wurden. Jetzt spannen sie also das Netz. Kathrin Graber, Fraktionschefin der CVP/JCVP/GLP und im Organisationskomitee der Aktion, sagt: «Wir wollen einen Extraschwung in den Wahlkampf bringen. Wir haben das gemeinsame Ziel, Frauenkandidaturen zu fördern, und wollen eine bessere Frauenvertretung erreichen.»

Dass Frauen in politischen Gremien in der Minderheit sind, kennt die Krienser Gemeinderätin Judith Luthiger-Senn (SP) bestens. Sie ist die einzige Frau im fünfköpfigen Gemeinderat. Auch sie ist bei der Aktion dabei, auch wenn sie für die Exekutive kandidiert.

Das vernetzte Handeln des Frauennetzes scheint in der Praxis zu klappen. Zum kurzfristig angekündigten Fototermin kamen gleich acht von zwanzig Frauen – einige reisten gar aus beruflichen Terminen in Zürich an.

«Wir politisieren anders»

Obwohl die Kandidatinnen diversen Parteien angehören, wollen sie gemeinsam politisieren. Wie unterscheidet sich ihre Politik von derjenigen der Männer? «Vom politischen Inhalt her wenig. Wir unterscheiden uns aber in der Art, wie wir politisieren – in der Sprache und im Umgang. Wir pflegen eine gute Kommunikation», sagt Judith Mathis-Wicki (CVP). Für Marja Arnold-Bumbacher (Grüne) kommt noch ein Aspekt dazu: «Wir haben eine vielfältigere Sichtweise und nicht nur eine Richtung.» Dem stimmt auch Rita Berger-Hug (FDP) zu, die seit 2012 im Einwohnerrat sitzt.

Auf ihre Aktionen haben die Frauen durchwegs positive Reaktionen erhalten. Sogar männliche Unterstützung – zumindest haben einige Männer beim Montieren der Netze geholfen. Ziel der Aktion sei es, dass mindestens zehn Frauen in den Einwohnerrat gewählt werden – heute sind es nur sieben Frauen. Das Ziel zu erreichen, dürfte doppelt schwer werden, schliesslich wird der Krienser Einwohnerrat bekanntlich auf 30 Sitze verkleinert.

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